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Netzagentur ebnet Post den Weg zum Rekordporto 12.10.2026, 11:17 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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DHL Group 56,88 EUR +1,01 % Lang & Schwarz
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Ein Standardbrief könnte ab Januar erstmals mehr als einen Euro kosten. Die Bundesnetzagentur hat am Montag ihren Entwurf vorgelegt, nach dem die Deutsche Post das Briefporto zum Jahreswechsel um durchschnittlich 20,35 Prozent anheben dürfte – der größte Aufschlag, den die Behörde je in Aussicht gestellt hat. An der Börse fällt die Reaktion verhalten aus: Die Aktie des Mutterkonzerns DHL Group notiert rund 0,7 Prozent höher bei 56,49 Euro.

Netzagentur bleibt unter der Forderung der Post

Der Spielraum soll für die Jahre 2027 und 2028 gelten und fast doppelt so hoch ausfallen wie 2025, als mit 10,48 Prozent der bisherige Höchstwert erreicht worden war. 2022 hatte der durchschnittliche Aufschlag noch bei 4,6 Prozent gelegen. Nach Darstellung von Behördenchef Klaus Müller hatte die Post sogar mehr verlangt; mehrere vom Konzern geltend gemachte Positionen seien nicht berücksichtigt worden. Als Begründung nennt die Regulierungsbehörde die sinkende Zahl an Sendungen, auf die sich die Kosten des Netzes verteilen.

Die Post verweist in einer ersten Reaktion auf deutlich gestiegene Ausgaben für Löhne, Energie und Material. Zugleich räumt der Konzern ein, dass zu kräftige Preissprünge die Kundschaft belasten und die Briefmengen weiter drücken könnten. Bislang hat die Post eingeräumte Spielräume stets voll ausgeschöpft.

Standardbrief könnte 1,14 Euro kosten

Welche Sendungsart wie stark teurer wird, legt die Post später selbst fest. Würde der Aufschlag gleichmäßig verteilt, stiege das Porto für den Standardbrief von derzeit 95 Cent auf 1,14 Euro. Denkbar sind auch Schritte von 5 Cent, also 1,10 oder 1,15 Euro. Damit hätte sich der Preis seit 2012, als noch 55 Cent fällig waren, in etwa verdoppelt. Im europäischen Vergleich bliebe Deutschland dennoch günstig: In den Niederlanden kostet ein Standardbrief 1,40 Euro, in Frankreich 1,52 Euro – dort sind ab Januar bereits 1,67 Euro beschlossen.

Pakete sollen um knapp 11 Prozent teurer werden

Auch der Paketversand dürfte spürbar teurer werden. Für Pakete schlägt die Behörde einen Spielraum von 10,72 Prozent vor, nach 7,21 Prozent vor zwei Jahren. Für die Geschäftskundenpost gilt mit 20,35 Prozent derselbe Wert wie für Privatkunden. Das ist für die Post der gewichtigere Teil: Rund 85 Prozent des Briefgeschäfts entfallen auf Firmen und Behörden. Wettbewerber wie Hermes, DPD oder GLS sind an die Vorgaben nicht gebunden, weil sie keine flächendeckende Grundversorgung übernehmen.

Briefmenge hat sich seit 2005 fast halbiert

Hinter dem Preissprung steht der Strukturwandel: 2005 wurden in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, 2025 waren es nur noch knapp 9,4 Milliarden. Gleichzeitig muss die Post ein dichtes Netz aus Briefkästen, Filialen und Zustellern unterhalten. Endgültig ist der Aufschlag noch nicht – zunächst wird die Branche angehört, danach legt die Behörde den Rahmen fest und prüft die konkreten Preise der Post.

Aktie hält sich nahe am Zwölfmonatshoch

Für die DHL-Aktie ist die Nachricht eher eine Randnotiz. Das Papier hat binnen zwölf Monaten von gut 38 Euro auf rund 56,50 Euro zugelegt, das Zwölfmonatshoch liegt bei 58,44 Euro. Parallel läuft das Rückkaufprogramm weiter: Seit dem 10. August hat der Konzern fast drei Millionen eigene Aktien erworben, allein in der vergangenen Woche gut 92.000 Stück zu durchschnittlich 55,81 Euro.

Bn-Redaktion/sb
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