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Minus 14 Prozent

VW verliert in China mehr als ein Drittel 12.10.2026, 10:31 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Mehr als ein Drittel seines Absatzes in der Volksrepublik ist Volkswagen binnen eines Jahres abhandengekommen. Von Juli bis September lieferte der Wolfsburger Konzern in China 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge aus als im Vorjahreszeitraum, weltweit summierte sich das Minus auf 14,3 Prozent auf knapp 1,9 Millionen Autos. Die Vorzugsaktie lässt das bislang kalt: Am Vormittag lag sie zeitweise mehr als 2 Prozent im Plus, zuletzt blieb ein Aufschlag von knapp 0,5 Prozent auf 68,71 Euro.

Europa hält, China kippt weg

Der Verkaufsrückgang hat sich im dritten Quartal damit weiter beschleunigt. Für die ersten neun Monate stehen gut sechs Millionen ausgelieferte Fahrzeuge zu Buche, rund 600.000 oder 9,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Westeuropa fiel das Quartalsminus mit 2,8 Prozent vergleichsweise moderat aus, in Nordamerika lag es bei 5,8 Prozent. Bei reinen Elektroautos verlor der Konzern 4,7 Prozent: In Europa legten die Stromer um fast ein Fünftel zu, in China ging ihr Absatz um 30 Prozent zurück.

Hinter dem Einbruch steht die Schwäche des chinesischen Automarkts insgesamt. Gekürzte staatliche Kaufanreize, eine zurückhaltende Konsumstimmung und ein anhaltender Preiskampf mit Überkapazitäten setzen den ausländischen Herstellern zu. Heimische Anbieter sind bei Elektro- und Hybridmodellen oft schneller und günstiger – der einstige Vorsprung der deutschen Konzerne im Verbrennergeschäft schwindet. Konzernchef Oliver Blume verlangt angesichts der Lage mehr Rückendeckung der Politik für den laufenden Umbau.

Audi rutscht fast um ein Fünftel ab

Besonders deutlich zeigt sich die Krise bei der Ingolstädter Tochter Audi. Die Kernmarke lieferte im dritten Quartal 314.905 Fahrzeuge aus, 19,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei rund 8 Prozent gelegen. Nach neun Monaten steht Audi bei 1,04 Millionen Auslieferungen und damit 11,4 Prozent unter Vorjahr. In China verkaufte die Marke in diesem Zeitraum knapp ein Viertel weniger, in den USA rund ein Sechstel.

Dort wiegen die US-Zölle schwer, weil Audi anders als BMW keine eigene Fertigung in den Vereinigten Staaten betreibt. Zusätzlich bremsen Modellwechsel bei den Volumenmodellen A1 und Q2. Wie tief der Einschnitt reicht, zeigt der längere Vergleich: Im dritten Quartal 2023 hatte Audi noch knapp 480.000 Autos der Kernmarke ausgeliefert.

Lkw-Tochter Traton fährt gegen den Trend

Lichtblick im Konzern ist das Nutzfahrzeuggeschäft. Die Lkw-Holding Traton steigerte ihren Absatz im dritten Quartal um 10 Prozent auf 78.900 Fahrzeuge. Getragen wurde das Plus vor allem vom US-Markt, der ein Jahr zuvor nach dem Zollstreit eingebrochen war: Die US-Marke International Motors verkaufte fast die Hälfte mehr. Scania legte um 3 Prozent zu, beim größten Hersteller MAN gingen die Verkäufe dagegen um 1 Prozent zurück. Die Traton-Aktie notiert nahezu unverändert bei 33,63 Euro.

Vorzugsaktie knapp ein Viertel unter Vorjahr

Dass die VW-Papiere trotz der schwachen Zahlen zulegen, dürfte auch am freundlichen Gesamtmarkt liegen – der DAX notiert leicht im Plus. Zudem hat die Aktie bereits einen langen Abwärtsweg hinter sich: Vor zwölf Monaten kostete sie noch rund 90 Euro, aktuell notiert sie knapp ein Viertel tiefer. Auf Wochensicht liegt sie mit gut 1,5 Prozent leicht im Plus. Ob die Absatzschwäche in China bereits ihren Tiefpunkt erreicht hat, könnte sich frühestens mit den kommenden Quartalszahlen zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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