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Über 25000 Punkten

DAX schüttelt Ölsorgen vorerst ab 12.10.2026, 09:51 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Billigeres Öl, sinkende Renditen, Entspannung im Handelsstreit mit China: Der DAX knüpft zum Wochenstart an seine Freitagsgewinne an. Am Vormittag notiert der Leitindex bei rund 25.230 Punkten, gut ein halbes Prozent über dem Xetra-Schluss vom Freitag – und damit wieder klar oberhalb der 25.000er-Marke, die er in der Vorwoche mehrfach unterschritten hatte. Auf Anlegerseite hält sich die Begeisterung dennoch in Grenzen.

Energie-Waffenruhe verbilligt Brent leicht

US-Präsident Donald Trump hat eine Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine verkündet: Beide Länder sollen ihre Angriffe auf die Energieanlagen des jeweils anderen einstellen. Bereits vor dem Wochenende hatte Trump versichert, die USA würden vor den Zwischenwahlen im November keinen Angriff auf den Iran starten. Die Nordseesorte Brent kostet zuletzt knapp 104 Dollar je Barrel, umgerechnet rund 93 Euro – etwa ein halbes Prozent weniger als am Freitag. Am frühen Morgen hatte der Preis allerdings noch etwas tiefer gelegen, und weitere Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien halten die Nervosität hoch.

Aus Anlegersicht ist die Entlastung deshalb brüchig. Ob sich Russland tatsächlich an die Feuerpause halte, sei noch längst nicht ausgemacht. Zugleich wird bezweifelt, dass die Kurslücke, die der DAX zum Handelsstart nach oben gerissen hat, zum Ausgangspunkt eines länger anhaltenden Anstiegs werden könnte:

Ich denke, dafür waren die Nachrichten nicht eindeutig genug … Öl steigt auch schon wieder.

Aus dieser Sicht könnte die Lücke zum Freitagsschluss schon bald wieder geschlossen werden. Der Ton bleibt vorsichtig.

Peking will weniger Hybridautos nach Europa liefern

Rückenwind kommt auch aus der Handelspolitik. Die EU und China haben sich darauf verständigt, die chinesischen Exporte von Hybrid- und Plug-in-Hybridautos nach Europa deutlich zu begrenzen. Nach Darstellung von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič könnten die Lieferungen um mehr als die Hälfte sinken. Eine weitere Eskalation des Handelskonflikts scheint damit vorerst abgewendet.

Davon profitieren vor allem die Autowerte. Die Vorzüge von Volkswagen legen um knapp 0,9 Prozent auf 68,77 Euro zu, die Sportwagentochter Porsche AG gewinnt rund 1,5 Prozent. Auf Aktionärsseite wird die Gemengelage dennoch nüchtern bewertet: Gute und belastende Nachrichten hielten sich derzeit die Waage, ein klares Signal für einen Ausbruch nach oben lasse sich daraus kaum ablesen.

21-Tage-Linie bremst bei 25.320 Punkten

Einen ersten Belastungstest hat der Leitindex am Vormittag bestanden: Nach einem Rücksetzer bis auf gut 25.160 Punkte zog er wieder an und erreichte in der Spitze knapp 25.260 Zähler. Als erste Hürde gilt der Bereich um 25.320 Punkte, wo die derzeit abwärts gerichtete 21-Tage-Linie verläuft, die den kurzfristigen Trend abbildet.

Charttechnisch orientierte Anleger hatten die Zone zwischen rund 25.160 und 25.190 Punkten schon vor dem Handelsstart als Unterstützung ausgemacht – genau dort drehte der Index am Morgen. Bis auf Weiteres dürfte sich das Geschehen aus dieser Sicht zwischen jener Zone und dem nächtlichen Hoch um 25.270 Punkte abspielen. Daneben richtet sich die Hoffnung auf ein mögliches Golden Cross. Die Stimmung wirkt abwartend, mit leicht zuversichtlichem Unterton.

US-Banken und Inflationsdaten geben den Takt vor

Ob der Schwung trägt, dürfte sich ab Dienstag zeigen. Dann eröffnen JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup die US-Berichtssaison, am Mittwoch folgen die US-Verbraucherpreise für September. Bei der Commerzbank wird ein deutlicher Preisanstieg erwartet, vor allem wegen teureren Benzins – die US-Notenbank dürfte das nicht von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember abhalten. JPMorgan rechnet dagegen damit, dass die Unternehmenszahlen die Märkte stützen könnten. Bei allen Einschätzungen handelt es sich um externe Meinungen, nicht um redaktionelle Empfehlungen.

Unter Privatanlegern wird zudem auf den Kalender verwiesen: Neben dem Auftakt der Berichtssaison stehe am Freitag der kleine Verfall an den Terminbörsen an, der die Kursbewegungen zusätzlich verzerren könne. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Erleichterung über die zurückeroberte 25.000er-Marke und der Sorge, dass Öl und Zinsen schon bald wieder die Oberhand gewinnen könnten.

Bn-Redaktion/sb
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