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Bestellboom im Quartal

Nordex sammelt deutlich mehr Aufträge ein 12.10.2026, 11:56 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Nordex 36,23 EUR +1,54 % Lang & Schwarz
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Der Windturbinenbauer Nordex hat im dritten Quartal Bestellungen über 2,8 Gigawatt Leistung verbucht – fast 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. An der Börse kam das gut an: Im frühen Handel lag die Aktie zeitweise mehr als 4 Prozent im Plus, inzwischen hat sich der Aufschlag auf rund 1,7 Prozent bei 36,16 Euro verringert. Damit setzt das Papier die Erholung vom tiefsten Stand seit Ende Februar fort, den es in der Vorwoche erreicht hatte.

Türkei wird zum größten Einzelmarkt

Zwischen Juli und September orderten Kunden insgesamt 427 Windkraftanlagen für Projekte in zehn Ländern, im Vorjahresquartal waren es Aufträge über 2,17 Gigawatt gewesen. Größter Einzelmarkt war die Türkei mit mehr als 900 Megawatt, dahinter folgten Deutschland und die USA. Auf dem US-Markt hat das Unternehmen seit Jahresbeginn bereits Aufträge über mehr als 1,3 Gigawatt eingesammelt.

Konzernchef José Luis Blanco sieht darin einen klaren Trend zu mehr internationalem Geschäft, das in den kommenden Quartalen weiter wachsen soll, sobald die Projekt-Pipeline in feste Aufträge umgesetzt wird. Zugleich bleibe die Nachfrage in Europa und Deutschland stark. Nach neun Monaten summiert sich der Auftragseingang auf gut 7,7 Gigawatt, ein Zuwachs von rund 16 Prozent.

Preis je Megawatt gibt leicht nach

Einen Wermutstropfen enthalten die Zahlen dennoch: Der durchschnittliche Verkaufspreis sank im dritten Quartal auf 0,90 Millionen Euro je Megawatt nach 0,93 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Nordex führt das vor allem auf den Umfang der Projekte und regionale Mix-Effekte zurück und spricht weiterhin von einem stabilen Preisumfeld. Über die ersten neun Monate betrachtet zog der Durchschnittspreis sogar leicht auf 0,93 Millionen Euro je Megawatt an.

Am Markt wird der Rückgang als verkraftbar eingeordnet. Aus dem Handel hieß es, der kräftige Anstieg des Ordervolumens gleiche den niedrigeren Verkaufspreis mehr als aus – auch wenn sich die Entwicklung durch die Auftragsmeldungen der vergangenen Monate bereits angedeutet habe.

Analysten sehen Bestellungen über den Erwartungen

Bei Jefferies wurde der Auftragseingang als stark bezeichnet: Die bestellte Leistung liege um 13 Prozent über der Konsensschätzung. Das Analysehaus belässt seine Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 60 Euro. Berenberg bestätigte ebenfalls „Buy“ mit einem Ziel von 58 Euro und verwies darauf, dass die gemeldeten 2,8 Gigawatt über der allerdings dünnen Konsensschätzung von 2,5 Gigawatt lägen. MWB Research hob die starke weltweite Nachfrage und die breitere regionale Aufstellung hervor. Die genannten Einschätzungen sind externe Analystenmeinungen und stellen keine redaktionelle Empfehlung dar.

Trendlinien ballen sich unterhalb von 40 Euro

Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Abstand zum Jahreshoch von Ende April bei 51,70 Euro groß: Seitdem steht ein Minus von rund 30 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich die Aktie dagegen um rund die Hälfte verteuert. Am Vormittag zählte Nordex zu den größten Gewinnern im Index der mittelgroßen Werte, während der MDAX mit leichtem Minus bei gut 30.000 Punkten kaum vom Fleck kommt.

Charttechnisch könnte der weitere Weg nach oben steiniger werden. Im Bereich um 39 Euro verlaufen sowohl die 21-Tage-Linie als auch die 50-Tage-Linie, die als kurz- und mittelfristige Trendmarken gelten. Knapp über 40 Euro werden zudem die 90-Tage-Linie und die 200-Tage-Linie als mögliche Bremsen gesehen. Ob die Auftragsdynamik ausreicht, um diese Zone zu überwinden, dürfte sich spätestens mit den vollständigen Quartalszahlen zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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