ProSiebenSat.1 senkt Prognose

Aktie trotzdem stabil? 12.11.2025, 19:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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ProSiebenSat.1 Media 4,814 EUR -3,20 % Lang & Schwarz

TV-Werbemarkt bleibt schwach: Umsatzrückgang belastet Quartal

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 bekommt die anhaltende Schwäche im TV-Werbemarkt weiterhin deutlich zu spüren. Im dritten Quartal sank der Umsatz um sieben Prozent auf 820 Millionen Euro – Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, lag das Minus bei zwei Prozent. Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang war neben dem rückläufigen Werbegeschäft auch die Dekonsolidierung der Vergleichsplattform Verivox.

Im Kerngeschäft Entertainment belief sich der Umsatz auf 546 Millionen Euro, was einem Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während klassische Werbeeinnahmen schwächeln, hielten sich digitale und smarte Werbeumsätze dank der Streamingplattform Joyn auf Vorjahresniveau. In anderen Bereichen zeigte sich ein gemischtes Bild: Online-Plattformen und E-Commerce legten organisch zu, insbesondere der zur Veräußerung stehende Online-Parfümhändler Flaconi. Im Segment Dating & Video hingegen gingen die Umsätze zurück.

Ergebnisprognose gesenkt – aber Nettogewinn überrascht positiv

Auch ergebnisseitig musste der Konzern Rückschläge hinnehmen: Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA schrumpfte um 27 Prozent auf 76 Millionen Euro. Damit lag der Rückgang zwar im Rahmen der Erwartungen, verdeutlicht aber den Spardruck. Dennoch gelang ProSiebenSat.1 ein positiver Effekt auf Nettobasis: Das bereinigte Nettoergebnis stieg auf 91 Millionen Euro – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu 31 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Grund dafür sind günstige Steuereffekte.

Für das Gesamtjahr wird der Ausblick nun vorsichtiger formuliert. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 420 und 450 Millionen Euro liegen, nachdem zuvor noch eine Spanne von 420 bis 470 Millionen Euro genannt worden war. Der erwartete Umsatz bleibt unverändert zwischen 3,65 und 3,80 Milliarden Euro. Gleichzeitig soll das bereinigte Nettoergebnis weiterhin über dem Vorjahreswert von 229 Millionen Euro liegen – ein Signal, dass die Steuerstruktur einen spürbaren Puffer bietet.

Neue Konzernführung, neue Strategie? MFE übernimmt das Ruder

Im Oktober trat Marco Giordani die Nachfolge an der Konzernspitze an. Der ehemalige Finanzvorstand von Media for Europe (MFE) übernimmt das Ruder bei ProSiebenSat.1 zu einem herausfordernden Zeitpunkt. Die italienische MFE – kontrolliert vom Berlusconi-Clan – hatte sich im September nach einem Bietergefecht die Mehrheit am Medienunternehmen gesichert. Mit Fernsehketten in Italien und Spanien verfolgt die Gruppe das Ziel, ein schlagkräftiges europäisches TV-Bündnis zu formen.

Die Kapitalmärkte zeigten sich von den Quartalszahlen wenig begeistert. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 4,93 Euro. Seit dem Erreichen des Zweijahreshochs im September – damals noch bei über acht Euro – hat das Papier deutlich verloren. Der Kursrückgang spiegelt sowohl die operativen Unsicherheiten als auch die Umbruchphase unter dem neuen Mehrheitseigner wider.

Ob die strategische Neuausrichtung unter Giordani und MFE neuen Schwung bringt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die kommenden Quartale stehen ganz im Zeichen von Restrukturierung, Ergebnisstabilisierung und der Suche nach Wachstumsquellen jenseits des klassischen Werbemarkts.

Bn-Redaktion/aw
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