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Quartalszahlen

Gerresheimer Aktie steigt nach Ergebnissprung 30.09.2026, 10:25 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Gerresheimer 28,42 EUR +3,12 % Lang & Schwarz
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Die Aktie von Gerresheimer hat am Mittwochvormittag nach der Vorlage vorläufiger Zahlen für das zweite Quartal 2026 zugelegt. Zuletzt notierte das Papier bei 28,38 Euro und damit knapp 3 Prozent im Plus, in der Spitze war es bis auf 29,70 Euro nach oben gegangen. Unter Aktionären überwiegt nach den Zahlen die Erleichterung.

Operatives Ergebnis springt um mehr als die Hälfte

Der Düsseldorfer Pharmaverpacker steigerte den Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 55 Millionen auf 578 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um 35 Millionen auf rund 102 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich um 5,0 Prozentpunkte auf 17,6 Prozent. Das Vorjahresquartal mit 614 Millionen Euro Umsatz und 126 Millionen Euro bereinigtem EBITDA bleibt allerdings noch unerreicht. Nach Darstellung des Managements beginne das Transformationsprogramm gto zu greifen.

Aus Anlegersicht fällt das Zahlenwerk deutlich stärker aus als erwartet. Mehrere Aktionäre loben die Vorlage nach einer langen Serie von Rückschlägen ausdrücklich.

Herrlich, endlich mal ein Zahlenwerk ohne Anpassung der Prognose nach unten. Dass ich das noch erleben darf.

Die Freude gilt weniger dem absoluten Niveau als der Richtung: Der Abstand zum Vorjahr bleibt, doch die Kurve zeigt wieder nach oben.

Spritzen und Pens tragen, Fläschchen schwächeln

Wachstumstreiber war der Bereich Containment & Delivery Systems. Dank höherer Nachfrage nach Drug Delivery Devices stieg dort die bereinigte EBITDA-Marge im zweiten Quartal auf 23,9 Prozent. Schwach blieb dagegen Primary Injectable Solutions: Bei Standard-Injektionsfläschchen und Spritzensystemen ließ die Nachfrage in Europa und Amerika nach, die Marge erreichte lediglich 9,7 Prozent. Moulded Glass stabilisierte sich und verbesserte die Marge von 5,6 auf 14,9 Prozent.

Gerade dieser Sprung im Glasgeschäft wird auf Aktionärsseite als Zeichen gewertet, dass die Sanierung in der Breite ankommt. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr könne das verbleibende Kerngeschäft eine beachtliche Ertragskraft entfalten, heißt es. Der Ton ist zufrieden.

Verkauf von Centor soll Bilanz entlasten

Für die Finanzlage entscheidend bleibt der Umbau des Portfolios. Die Sparten Centor und Primary Packaging Plastics gehen an Fonds des Finanzinvestors Apax, das Volumen des Geschäfts liegt insgesamt bei rund 1,5 Milliarden Euro. Der Vollzug für Centor wird nach Unternehmensangaben kurzfristig erwartet, für Primary Packaging Plastics im ersten Halbjahr 2027.

Unter Anlegern gilt der Abschluss als Dreh- und Angelpunkt. Zinslast und Abbau von Reverse Factoring belasteten den Free Cashflow spürbar, ohne den Verkaufserlös drohe die Zinslast das Unternehmen binnen weniger Monate zu erdrücken, lautet die Befürchtung. Dass das Management das Problem erkennbar angeht, wird gleichwohl positiv registriert. Die Stimmung bleibt damit erleichtert, aber nüchtern.

Vertrauen muss erst zurückwachsen

Wie weit der Weg zurück ist, zeigt der Kursverlauf: Vor einem Jahr kostete die Aktie noch rund 36,90 Euro, zwischenzeitlich war sie bis auf gut 15 Euro abgerutscht. Zudem prüft die Finanzaufsicht BaFin die Bilanzierung des Unternehmens.

Auf Aktionärsseite richtet sich der Blick vor allem auf die Marke von 30 Euro, die trotz des Kurssprungs bislang nicht überwunden ist. Der Einwand: Für diese Hürde reiche es noch nicht, die guten Nachrichten seien bereits im Kurs enthalten. Kritik gibt es zudem an der Kommunikation: Mehrfach wird bemängelt, dass die Veröffentlichungszeiten der Zahlen immer wieder schwankten – eine vertrauensbildende Maßnahme sehe anders aus. Den Halbjahresbericht mit finalen Zahlen will Gerresheimer Ende November vorlegen, für das zweite Halbjahr stellt der Konzern eine Ergebnisverbesserung in Aussicht. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen neuer Zuversicht und dem Wunsch, die Wende erst bestätigt zu sehen.

Bn-Redaktion/sb
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