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Kapitalmarkttag

BMW-Aktie holt Vortagesverluste wieder auf 30.09.2026, 10:30 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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BMW 55,88 EUR +1,49 % Lang & Schwarz
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Die BMW-Aktie hat am Mittwoch die Verluste vom Vortag wieder wettgemacht und notierte zuletzt 1,4 Prozent höher bei 55,75 Euro. Damit hat sich die Nervosität rund um den Kapitalmarkttag des Münchner Autobauers vorerst gelegt. Auf Wochensicht steht allerdings noch ein Minus von gut sieben Prozent zu Buche.

Margenziel für 2028 enttäuscht zunächst

Am Dienstag war das Papier gut eine Stunde vor Handelsschluss um fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit 2020 abgesackt, bevor es sich ein gutes Stück erholte. Auslöser war nach Einschätzung von Händlern die Planung für 2028: BMW peilt für das Autogeschäft dann eine Marge zwischen drei und fünf Prozent an, während der Marktkonsens für diesen Zeitraum eher am oberen Ende der Spanne gelegen habe.

Auf Aktionärsseite wird der kurze Einbruch weniger als Urteil über die Strategie gelesen denn als technische Bewegung: Beim Rutsch seien Stop-Loss-Orders ausgelöst worden, anschließend sei die Aktie rasch wieder hochgekauft worden. Wie der Absturz im Detail zustande kam, bleibt dabei eine offene Frage. Umso stärker rückt in den Mittelpunkt, wie belastbar der mittelfristige Fahrplan ist.

Interessant ist was BMW für 2028 erwartet und ab wann die langfristig angepeilten 8-10% erreicht werden können

Beide Eckpunkte hat der Konzern inzwischen umrissen. Nach dem Schreck vom Vortag wirkt der Ton unter Aktionären gefasster, von Aufbruchstimmung ist er aber weit entfernt.

Alte Rendite erst in den 2030er Jahren

Für das laufende Jahr stellt BMW im Autogeschäft eine Marge von einem bis drei Prozent in Aussicht. Das langfristige Ziel von acht bis zehn Prozent traut sich das Unternehmen erst ab den frühen 2030er Jahren wieder zu. Erreichen wollen die Münchner das mit weniger Modellvarianten, kürzeren Durchlaufzeiten, engeren Partnerschaften mit Zulieferern und einem verkleinerten Händlernetz in China. Bei Bernstein wurden die Ankündigungen als Auftakt einer Genesung gewertet – eine externe Einschätzung, die keine redaktionelle Empfehlung darstellt.

Unter Anlegern fallen die Reaktionen auf diesen Zeitplan gemischt aus. Der erste belastbare Überblick decke sich weitgehend mit dem, was Analysten bereits in der Vorwoche erwartet hätten; eine Entlastung für den Kurs sei darin kaum zu erkennen, lautet ein Einwand. Grundsätzlicher ist die Kritik an der Langfristperspektive: Die Rückkehr zu acht bis zehn Prozent setze voraus, dass Elektroautos künftig ähnlich viel abwerfen wie früher die Verbrenner – hohe Batteriekosten und Preisdruck ließen daran zweifeln. Dem steht die Lesart gegenüber, dass der Konzern auf die schwierige Lage zumindest reagiere. Zusätzlich wird auf aufhellende Konjunktursignale aus China verwiesen; ein anspringender Automarkt dort könne dem Hersteller spürbar helfen. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Zweifeln an den Langfristzielen und der Hoffnung auf Rückenwind aus Fernost.

Neuer 3er kommt ohne Diesel

Parallel bestätigte BMW, dass die achte Generation des 3ers ohne Dieselmotor auskommt. Neben dem vollelektrischen i3 soll es einen Benziner sowie Hybrid- und Plug-in-Hybridvarianten mit Benzinmotor geben. Mit den derzeit hohen Spritpreisen habe die Entscheidung nichts zu tun, sie sei schon länger gefallen. Eine generelle Abkehr vom Diesel bedeute sie nicht, der X5 etwa werde weiter damit angeboten. In die Werke München und Dingolfing, in denen die Baureihe vom Band laufen soll, investierte der Konzern rund eine Milliarde Euro.

Aus Anlegersicht bleibt der Energiepreis dennoch ein Faktor: Ein deutlich niedrigerer Ölpreis wäre für das Geschäft hilfreich, heißt es – womit sich die Hoffnungen auch auf Entwicklungen außerhalb des eigenen Einflusses richten. Der Ton bleibt entsprechend vorsichtig. Die Branche bleibt unter Druck: Mercedes-Benz legte zwar um 0,6 Prozent auf 40,93 Euro zu, hat im Wochenverlauf aber gut sechs Prozent eingebüßt. Die Vorzugsaktien von Volkswagen traten bei 71,40 Euro nahezu auf der Stelle, der DAX gewann 0,2 Prozent auf rund 25.480 Punkte. Am Mittwoch setzt BMW seinen Kapitalmarkttag fort, weitere Details dürften folgen.

Bn-Redaktion/sb
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