RENK vor dem nächsten Boom

Aufträge explodieren 10.08.2026, 12:48 Uhr Jetzt kommentieren: 0

RENK vor dem nächsten Boom: Aufträge explodieren
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Auftragseingang springt um fast 30 Prozent nach oben

Im ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang von RENK um 29,7 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel die Entwicklung im zweiten Quartal aus: Mit 612,8 Millionen Euro erreichte das Unternehmen hier einen neuen Rekordwert.

Durch die hohe Nachfrage wuchs auch der gesamte Auftragsbestand weiter. Dieser erreichte mit 7,4 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch und verschafft dem Unternehmen eine hohe Visibilität für künftige Projekte.

Beim Umsatz fiel das Wachstum deutlich moderater aus. Die Erlöse stiegen um 2,7 Prozent auf 637,2 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens bewegte sich die Entwicklung damit im Rahmen der vorgesehenen Projekt- und Lieferpläne.

Stärker entwickelte sich die Ertragsseite. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 10,1 Prozent auf 98,2 Millionen Euro. Einen wichtigen Beitrag lieferte erneut die Sparte Vehicle Mobility Solutions, die zu den zentralen Wachstumstreibern des Konzerns zählt. Besonders auffällig ist dort die Entwicklung der Neuaufträge. Der Auftragseingang im Segment stieg um 42,6 Prozent auf 970,4 Millionen Euro.

Lynx, US-Armee und Patria sorgen für volle Bücher

Ein wesentlicher Teil des hohen Auftragseingangs stammt aus dem Verteidigungsbereich. RENK konnte mehrere bedeutende Projekte gewinnen beziehungsweise bestehende Programme ausweiten.

Dazu zählt die Erweiterung des Rheinmetall-Rahmenvertrags für den Schützenpanzer KF41 Lynx. Hinzu kommen Folgeaufträge der US-Armee für das Getriebe HMPT-800 sowie erste Serienaufträge für den Patria TRACKX.

Die Projekte unterstreichen die Bedeutung militärischer Fahrzeugprogramme für die Geschäftsentwicklung von RENK. Gleichzeitig erweitert der Konzern seine Aktivitäten über das bestehende Fahrzeuggeschäft hinaus.

Ein weiterer strategischer Schritt ist die geplante Übernahme von David Brown Defence. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Mit dem Zukauf will RENK insbesondere seine Position im Marinebereich stärken.

Durch David Brown Defence erhält der Konzern Zugang zu langfristig ausgelegten Marineprogrammen wie dem Global Combat Ship. Damit verbreitert RENK seine Präsenz innerhalb des Verteidigungsmarktes und ergänzt das bestehende Geschäft mit Antriebssystemen für Landfahrzeuge um zusätzliche maritime Anwendungen.

Jahresprognose bleibt stehen - zweite Jahreshälfte rückt in den Fokus

Trotz des bislang moderaten Umsatzwachstums hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr 2026 fest. RENK erwartet weiterhin einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Beim bereinigten EBIT liegt die Prognosespanne unverändert zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Damit setzt das Unternehmen darauf, dass sich die hohe Zahl an Aufträgen im weiteren Jahresverlauf zunehmend in Umsatz und Ergebnis niederschlägt.

Die Halbjahreszahlen zeigen damit ein gemischtes, insgesamt aber von hoher Nachfrage geprägtes Bild: Während die Erlöse bisher nur um 2,7 Prozent gestiegen sind, wachsen Auftragseingang und Auftragsbestand deutlich schneller. Mit knapp 1,2 Milliarden Euro an neuen Bestellungen, einem Rekord-Auftragsbestand von 7,4 Milliarden Euro und einem um 10,1 Prozent gestiegenen bereinigten EBIT verfügt RENK über eine umfangreiche Projektbasis für die kommenden Quartale.

An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit rund 5 Milliarden Euro bewertet. Entsprechend dürfte bei den nächsten Berichten besonders relevant sein, wie schnell RENK den hohen Auftragsbestand in tatsächliche Umsätze umsetzen kann und wie sich dabei die Profitabilität entwickelt.

Bn-Redaktion/aw
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