SAP mit Milliarden-Coup

Jetzt kommt der KI-Schub 10.08.2026, 12:35 Uhr Jetzt kommentieren: 0

SAP mit Milliarden-Coup: Jetzt kommt der KI-Schub
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344 Millionen Euro in fünf Tagen: SAP kauft massiv eigene Aktien

Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb SAP über die Handelsplattform Xetra rund 2,18 Millionen eigene Aktien. Das Gesamtvolumen der Käufe belief sich auf etwa 344,3 Millionen Euro. Der durchschnittlich gezahlte, täglich gewichtete Preis lag bei 157,62 Euro je Aktie. Insgesamt wurden im Rahmen des laufenden Programms bislang 2.184.430 Aktien zurückgekauft.

Die Transaktionen gehören zur zweiten Tranche des im Januar angekündigten Aktienrückkaufprogramms. SAP plant insgesamt Rückkäufe im Umfang von bis zu 10 Milliarden Euro, das Programm soll bis Ende 2027 laufen. Die zweite Tranche startete am 27. Juli und umfasst ein mögliches Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro. Sie soll spätestens am 27. Januar 2027 abgeschlossen sein.

Zusätzlich meldete SAP am 27. Juli im Rahmen der vorgeschriebenen Directors'-Dealings-Mitteilungen einen Aktienkauf von Dominik Asam. Damit fällt der Erwerb in eine Phase, in der der Konzern selbst erhebliche Mittel für den Rückkauf eigener Anteilsscheine einsetzt.

KI-Ausbau nimmt Fahrt auf - Christian Klein spricht offen über den Druck

Neben den Kapitalmaßnahmen bleibt die strategische Weiterentwicklung des Softwarekonzerns im Fokus. Vorstandschef Christian Klein äußerte sich gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" zum hohen Innovationstempo im Bereich Künstliche Intelligenz und erklärte, er spüre den Druck, die eigenen KI-Produkte schneller voranzutreiben.

SAP verstärkt seine Kompetenzen dabei auch durch Zukäufe. Mit der Übernahme des Datenspezialisten Dremio sowie des KI-Unternehmens Prior Labs erweitert der Konzern gezielt seine technologischen Möglichkeiten für den Einsatz von KI in Unternehmenssystemen. Die Übernahme von Prior Labs wurde am 17. Juli abgeschlossen.

Gleichzeitig wächst das bestehende Cloud-Geschäft weiter. Der Cloud-Backlog von SAP stieg währungsbereinigt um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Unternehmen verlagern zunehmend zentrale Finanz-, Beschaffungs- und Personalsysteme auf Cloud-Plattformen, die zugleich als technologische Grundlage für neue KI-Anwendungen dienen.

Reuters ordnete die Entwicklung zuletzt in einen größeren Branchentrend ein. Neben SAP verzeichneten auch Capgemini, Sopra Steria und OVHcloud eine stärkere Nachfrage. Demnach gehen viele Unternehmen inzwischen über reine KI-Testprojekte hinaus und beginnen, entsprechende Technologien breiter im operativen Geschäft einzusetzen.

Kartellamt macht einen Haken an die Vorermittlungen

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt SAP durch eine Entscheidung des Bundeskartellamts vom 30. Juli. Die Behörde stellte ihre Vorermittlungen gegen den Konzern ein und leitete kein Missbrauchsverfahren ein.

Ausgangspunkt der Untersuchungen waren Beschwerden mehrerer Softwareunternehmen, darunter die Münchner Celonis SE. SAP wurde vorgeworfen, Kunden und Drittanbieter bei der Nutzung von Daten zu behindern und dadurch der eigenen Process-Mining-Software Signavio Vorteile zu verschaffen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte laut Reuters, dass Unternehmen ihre eigenen Daten grundsätzlich auch in Anwendungen anderer Anbieter einsetzen können müssten. Gerade bei großen Softwareplattformen sei ein diskriminierungsfreier Zugang zu Daten für einen funktionierenden Wettbewerb von erheblicher Bedeutung.

Der separate Rechtsstreit zwischen SAP und Celonis bleibt davon unberührt und wird vor einem Gericht in Kalifornien fortgeführt. Mit der Einstellung der Vorermittlungen entfällt für SAP jedoch vorerst die Möglichkeit eines zusätzlichen Missbrauchsverfahrens durch das Bundeskartellamt in Deutschland.

Nach den Halbjahreszahlen vom 23. Juli passten zudem mehrere Analysehäuser am 27. Juli ihre Kursziele für die SAP-Aktie an. Goldman Sachs reduzierte das Kursziel von 230 auf 215 Euro und bestätigte gleichzeitig die Einstufung "Buy". Analyst Mohammed Moawalla verwies dabei auf den robusten Bestand an Cloud-Abonnements und die weiterhin starke Produktpipeline. Berenberg senkte das Kursziel von 215 auf 205 Euro und behielt ebenfalls seine bisherige Kaufempfehlung bei.

Am Freitag schloss die SAP-Aktie bei 178,46 Euro und damit 3,35 Prozent höher als am Vortag. Innerhalb von 30 Tagen belief sich der Kursanstieg auf 29,04 Prozent. Die nächsten Quartalszahlen werden laut Marktkonsens am 21. Oktober erwartet. Dann dürfte insbesondere die Entwicklung des Cloud-Geschäfts und der weitere Ausbau der KI-Aktivitäten erneut im Mittelpunkt stehen.

Bn-Redaktion/aw
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