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SAP trotzt US-Politik

Cashflow explodiert 25.07.2025, 11:33 Uhr Jetzt kommentieren: 0

SAP Headquarters, Walldorf, Germany
© Symbolbild von SAP
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SAP 154,34 EUR +1,55 % Lang & Schwarz

Politische Unsicherheit trifft auf schwachen Dollar

SAP, Europas wertvollstes Technologieunternehmen, steht stark unter dem Einfluss der politischen Lage in den USA. Finanzchef Dominik Asam macht deutlich, dass Trumps Handelspolitik die Investitionsbereitschaft vieler Kunden bremst. Besonders große Industrieunternehmen mit globalen Lieferketten und der amerikanische öffentliche Sektor zögern bei neuen Projekten. "Deals verschwinden nicht, aber die Genehmigungsprozesse dauern länger", erklärt Asam. Der schwache US-Dollar verschärft die Situation zusätzlich, da mehr als 30 % der SAP-Umsätze aus den USA stammen.

Quartalsergebnisse zeigen Stärke trotz Gegenwind

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen liefert SAP solide Zahlen. Die Cloud- und Softwareerlöse stiegen im Quartal auf 7,97 Mrd. Euro und lagen damit nur knapp unter den Erwartungen. Der Cloud-Bereich wuchs um 24 % auf 5,13 Mrd. Euro, bereinigt um Währungseffekte. Besonders beeindruckend war der freie Cashflow, der um 83 % auf 2,36 Mrd. Euro sprang und die Prognosen um rund eine Milliarde Euro übertraf. Diese Entwicklung zeigt die operative Stärke des Konzerns auch in einem angespannten Marktumfeld.

KI-Offensive und Lizenzwechsel als strategische Schritte

Um langfristig profitabler zu werden, treibt SAP den Umbau seines Geschäftsmodells voran. Zwei Milliarden Euro fließen in eine umfassende KI-Offensive. Ziel ist es, mehr Kunden von lokalen Servern in die Cloud zu bringen, wo höhere Margen erzielt werden können. Zusätzlich setzt SAP auf eine Umstellung der Lizenzmodelle und umfangreiche Schulungsprogramme. Ein Teil der Mitarbeiter wird durch Abfindungen ersetzt, um den Wandel zu beschleunigen.

Die SAP-Aktie reagierte empfindlich auf die aktuellen Entwicklungen und fiel um mehr als 4 % auf 248,50 Euro. Obwohl die fundamentalen Kennzahlen Stabilität zeigen, bleibt der Ausblick aufgrund geopolitischer Unsicherheiten und Währungsschwankungen verhalten. Ein Hoffnungsschimmer ist das neue Handelsabkommen zwischen den USA und Japan, das kurzfristig für Entspannung sorgen könnte. Asam zeigt sich vorsichtig optimistisch: Je schneller die politische Unsicherheit nachlässt, desto positiver blickt SAP auf den weiteren Jahresverlauf.

Bn-Redaktion/aw
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