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Stellantis crasht

2,3 Mrd. Verlust – was steckt dahinter? 21.07.2025, 12:46 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Tacho
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Stellantis 6,703 EUR +2,98 % Lang & Schwarz

Unerwarteter Absturz: Von Milliardengewinn zum Milliardenverlust

Statt eines erwarteten Gewinns von 1,2 Milliarden Euro meldet Stellantis für das erste Halbjahr 2025 einen überraschenden Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro – ein Schock für Investoren und Analysten gleichermaßen. Die Aktie reagierte prompt mit einem deutlichen Kursrückgang. Noch im Vorjahr hatte der Konzern im selben Zeitraum einen deutlich höheren Gewinn erzielt, nun notiert das Ergebnis tief im roten Bereich.

Ursache für den Absturz ist unter anderem ein Sondereffekt in Höhe von 3,3 Milliarden Euro, der auf gleich mehrere Faktoren zurückgeht: Programmabbrüche, Abwertungen von Fahrzeugplattformen sowie Kosten durch neue regulatorische Vorgaben – insbesondere in den USA. Besonders schmerzhaft: Der Wegfall der bisherigen CAFE-Penalty-Regelung. Diese Strafzahlungen für ineffiziente Flotten konnten bislang in die Unternehmensplanung einkalkuliert werden. Jetzt aber führt die Umstellung auf neue Regelwerke zu massiven Zusatzkosten.

Operativ unter Druck: Gewinneinbruch und Absatzrückgang

Nicht nur die Sonderkosten bereiten Sorge, auch operativ zeigt sich Stellantis deutlich angeschlagen. Der bereinigte Betriebsgewinn lag bei lediglich 500 Millionen Euro – ein dramatischer Rückgang im Vergleich zu den 2,08 Milliarden Euro, die Analysten erwartet hatten. Noch gravierender: Im Vorjahreszeitraum hatte der Autobauer operativ 8,46 Milliarden Euro verdient.

Hinzu kommt ein spürbarer Rückgang der Fahrzeugauslieferungen: Im zweiten Quartal setzte Stellantis nur noch rund 1,4 Millionen Fahrzeuge ab, ein Minus von 6 Prozent. Ursachen sind Produktionspausen in Nordamerika, ausgelöst durch neue Importzölle, sowie die Umstellung auf neue Modellgenerationen in Europa. Besonders die US-Zölle schlagen finanziell durch – laut Unternehmensangaben mit einem negativen Effekt von 300 Millionen Euro, und Beobachter warnen, dass dies erst der Anfang sei.

Unsichere Aussichten: Keine Prognose, viel Druck

Als besonders beunruhigend werten Investoren die Tatsache, dass Stellantis bereits Ende April seine Jahresprognose zurückgezogen hat – ohne bislang neue Ziele vorzulegen. Auch der Umsatz blieb mit 74,3 Milliarden Euro unter den Erwartungen von 74,93 Milliarden Euro und sank damit im Jahresvergleich um 12,6 Prozent.

Am 29. Juli will der Konzern seine vollständigen Halbjahreszahlen präsentieren – viele Marktteilnehmer erwarten bereits eine weitere Abwärtskorrektur der Erwartungen. Der Druck auf CEO Antonio Filosa wächst: Er muss nicht nur Vertrauen zurückgewinnen, sondern auch einen glaubhaften Plan vorlegen, wie Stellantis der Kosten- und Regulierungsfalle entkommen will.

Die Mischung aus gestiegenen Produktionskosten, Währungsbelastungen und geopolitischem Gegenwind zwingt den Multimarken-Konzern zur strategischen Neuausrichtung. Anleger dürften sich auf eine volatile zweite Jahreshälfte einstellen.

Bn-Redaktion/aw
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