Mercedes-Benz

Neues Werk wird zum Kostenhebel 14.07.2026, 13:23 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Mercedes Stern
© Bild von zhenyegu auf Pixabay
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Mercedes-Benz Group 45,17 EUR +2,46 % L&S Exchange

Milliardenwerk soll die Kosten deutlich senken

Mercedes-Benz treibt den Umbau seines Produktionsnetzwerks voran und verlagert einen größeren Teil der Fahrzeugfertigung in Länder mit niedrigeren Kosten. Im Mittelpunkt steht dabei das ungarische Werk in Kecskemét, dessen umfangreiche Erweiterung am Dienstag von Konzernchef Ola Källenius eröffnet wurde. Der Standort soll künftig eine deutlich wichtigere Rolle innerhalb des europäischen Produktionsverbunds übernehmen.

Am Kapitalmarkt wurde die Entwicklung zunächst positiv aufgenommen. Die Mercedes-Benz-Aktie stieg am Dienstag um 1,43 Prozent auf 44,89 Euro. Am Vortag hatte der Schlusskurs bei 44,26 Euro gelegen. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Rückgang von 27,19 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung des Konzerns wird mit 41,94 Milliarden Euro angegeben.

Kecskemét wird zum Schlüsselwerk für Europas Produktion

Rund eine Milliarde Euro investierte Mercedes-Benz in den Ausbau des ungarischen Standorts. Die Fläche des Werks wurde von bisher 200 auf 440 Hektar mehr als verdoppelt. Damit ist Kecskemét nun die größte Produktionsstätte des Konzerns in Europa und weltweit das zweitgrößte Werk.

Parallel zur offiziellen Eröffnung, an der auch der ungarische Premier Magyar teilnahm, startete die Fertigung der neuen elektrischen C-Klasse. Kecskemét übernimmt damit unmittelbar eine zentrale Aufgabe innerhalb der Elektrostrategie von Mercedes-Benz.

Ein wesentlicher Grund für die Aufwertung des Standorts ist die Kostenstruktur. Laut Branchenberichten liegen die Produktionskosten in Ungarn rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau. Mercedes-Benz plant deshalb, den Anteil der Fahrzeugfertigung in Niedriglohnländern von derzeit 15 Prozent auf künftig 30 Prozent zu verdoppeln.

Die deutschen Werke sollen trotz dieser Verlagerung eine zentrale Rolle behalten. Ihr Schwerpunkt dürfte künftig stärker auf Forschung, Entwicklung und der Produktion hochwertiger Premiumfahrzeuge liegen. Die Fertigung größerer Stückzahlen soll dagegen zunehmend an Standorten erfolgen, an denen niedrigere Personal- und Betriebskosten möglich sind.

Schwaches Geschäftsjahr erhöht den Effizienzdruck

Der Ausbau in Ungarn fällt in eine Phase, in der Mercedes-Benz seine Kostenbasis spürbar verbessern muss. Im Geschäftsjahr 2025 ging der Umsatz um 9 Prozent zurück. Gleichzeitig halbierte sich das operative Ergebnis. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf den Konzern, Produktion, Modellportfolio und regionale Kapazitäten effizienter auszurichten.

Mit der stärkeren Nutzung des Werks in Kecskemét verbindet Mercedes-Benz daher nicht nur den Ausbau seiner Elektroproduktion. Der Standort soll auch dazu beitragen, die Herstellungskosten zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Premiumherstellern zu stärken.

Auch BMW erweitert seine Aktivitäten in Ungarn und schafft dort zusätzliche Kapazitäten für den elektrischen iX3. Mercedes-Benz sieht sich dennoch in einer günstigen Ausgangslage, da die neue elektrische C-Klasse bereits frühzeitig in die Produktion geht und der Konzern gleichzeitig von den vergleichsweise niedrigen Standortkosten profitieren kann.

Luxusmodelle liefern positive Signale aus Asien

Während Mercedes-Benz seine Produktionsstruktur neu ordnet, kommen aus dem asiatischen Vertrieb ermutigende Nachrichten. Der koreanische Partner Hansung Motor meldet mehr als 930 Vorbestellungen für die neue S-Klasse und die Maybach S-Klasse.

Besonders hoch ist das Interesse demnach in den Showrooms im wohlhabenden Seouler Stadtteil Gangnam. Dort stoßen vor allem die Modelle mit dem neuen Betriebssystem MB.OS auf Nachfrage. Die Resonanz deutet darauf hin, dass Mercedes-Benz im margenstarken Luxussegment weiterhin über eine starke Markenposition verfügt.

Für die weitere Geschäftsentwicklung werden nun vor allem der Produktionshochlauf in Kecskemét, die Nachfrage nach den neuen Elektromodellen und die angestrebten Kosteneinsparungen entscheidend. Die Aktie notiert derzeit 27,95 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro. Zum 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro beträgt der Abstand 5,28 Prozent.

In den kommenden Quartalsberichten dürfte sich zeigen, welchen Beitrag das erweiterte Werk in Ungarn zur Stabilisierung der operativen Marge im zweiten Halbjahr 2026 leisten kann. Gleichzeitig wird der Markt darauf achten, ob Mercedes-Benz die erwarteten Effizienzgewinne realisiert, ohne seine Position im Premium- und Luxussegment zu schwächen.

Bn-Redaktion/aw
Kommentare (0) ... diskutiere mit.
Werbung

Handeln Sie Aktien bei SMARTBROKER+ für 0 Euro!* Profitieren Sie von kostenloser Depotführung, Zugriff auf 29 deutsche und internationale Börsenplätze und unschlagbar günstigen Konditionen – alles in einer innovativen, brandneuen App. Jetzt zu SMARTBROKER+ wechseln und durchstarten!

*Ab 500 EUR Ordervolumen über gettex. Zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen.

k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter aufwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 0,25
Hebel: 21,36
mit starkem Hebel
Ask: 0,75
Hebel: 6,25
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Vontobel
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: VY86ZP VH33CL. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News

13:29 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

13:20 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

9:32 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 17:33 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 17:17 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Gestern 16:19 Uhr • Artikel • BörsenNEWS.de

Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer