Siemens Energy

Analysten sehen bis zu 235 Euro 14.07.2026, 13:29 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Windkraft
© Symbolbild von Bishnu Sarangi auf Pixabay
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Siemens Energy 152,00 EUR +2,01 % Tradegate

Analysten streiten über Potenzial 

Die Aktie von Siemens Energy hat zuletzt deutlich an Boden verloren und sich zu Wochenbeginn schwächer als viele andere DAX-Werte entwickelt. Auf Xetra ging das Papier am Montag mit einem Minus von 0,95 Prozent bei 150,68 Euro aus dem Handel. Spätere Börsendaten wiesen zeitweise nur noch einen Kurs von etwas mehr als 149 Euro aus.

Damit hat sich die Aktie spürbar von ihrem jüngsten Niveau entfernt. Noch vor kurzer Zeit hatte Siemens Energy bei rund 170,60 Euro notiert. Der anschließende Rückgang fällt in eine Phase, in der insbesondere Technologieaktien in den USA unter Verkaufsdruck geraten sind. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf Siemens Energy aus, da der Konzern als wichtiger Anbieter von Energietechnik vom weltweiten Ausbau der Strominfrastruktur für Rechenzentren und Anwendungen rund um künstliche Intelligenz profitiert.

Die Verbindung zum Technologiesektor ist damit vor allem operativer Natur: Je stärker Investitionen in neue Rechenzentren steigen, desto größer wird auch der Bedarf an Netzen, Turbinen und weiteren Komponenten für eine zuverlässige Energieversorgung.

Barclays warnt vor dem Höhepunkt im Turbinengeschäft

Zusätzlichen Druck erhielt die Aktie durch eine Studie der britischen Investmentbank Barclays. Die Analysten bestätigten ihr Kursziel von 130 Euro und bleiben damit deutlich vorsichtiger als viele andere Häuser.

Als Begründung führte Barclays unter anderem an, dass das Geschäft mit Gasturbinen seinen Höhepunkt erreicht haben könnte. Dieses Segment hatte in den vergangenen Quartalen erheblich zur verbesserten Wahrnehmung des Konzerns beigetragen. Sollte sich das Wachstum dort abschwächen, könnte sich der Fokus der Investoren noch stärker auf andere Geschäftsbereiche verlagern.

Die Einschätzung von Barclays liegt deutlich unter dem aktuellen durchschnittlichen Analystenkonsens. Sie zeigt zugleich, wie unterschiedlich die weiteren Perspektiven von Siemens Energy am Markt bewertet werden. Während einige Experten nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate vor hohen Erwartungen warnen, verweisen andere auf den langfristig steigenden Investitionsbedarf in die weltweite Energieinfrastruktur.

JPMorgan und Jefferies bleiben deutlich optimistischer

Eine wesentlich positivere Bewertung kommt von JPMorgan. Die US-Bank beziffert den fairen Wert der Siemens-Energy-Aktie auf 235 Euro. Dieses Kursziel liegt nicht nur deutlich über dem aktuellen Börsenkurs, sondern auch klar über dem Mittelwert der Analystenschätzungen.

Auch Jefferies äußerte sich am Montag zu Siemens Energy und nannte ein Kursziel von 215 Euro. Damit gehört das Analysehaus ebenfalls zu den deutlich optimistischeren Stimmen.

Insgesamt liegen die durchschnittlichen Kursziele der Analysten weiterhin bei mehr als 197 Euro. Die große Spanne zwischen den Schätzungen von Barclays, Jefferies und JPMorgan verdeutlicht jedoch, dass der Markt die künftige Entwicklung des Unternehmens sehr unterschiedlich einschätzt.

Netzausbau und Rechenzentren bleiben zentrale Wachstumstreiber

Die optimistischeren Analysten verweisen vor allem auf das Netzgeschäft von Siemens Energy. Der weltweite Ausbau der Stromnetze gilt als ein zentraler Wachstumstreiber, da zahlreiche Länder ihre Energieversorgung modernisieren und auf einen höheren Anteil erneuerbarer Energien vorbereiten müssen.

Hinzu kommt der steigende Strombedarf großer Rechenzentren. Der Ausbau von Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz erfordert erhebliche zusätzliche Kapazitäten bei Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Energie. Siemens Energy ist in mehreren dieser Bereiche aktiv und zählt damit zu den Unternehmen, die von den langfristigen Investitionsprogrammen profitieren können.

Gleichzeitig bleibt die weitere Entwicklung des Gasturbinengeschäfts ein wichtiger Faktor. Entscheidend dürfte sein, ob Siemens Energy das derzeit hohe Nachfrageniveau halten und zugleich das Wachstum im Netzgeschäft fortsetzen kann. Die jüngste Kursschwäche zeigt, dass Anleger kurzfristig vorsichtiger geworden sind, während die Analysten bei der Bewertung des langfristigen Potenzials weiterhin weit auseinanderliegen.

Bn-Redaktion/aw
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