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Steuerermittlungen

Innoscripta springt nach Razzia-Schock zurück 05.10.2026, 10:16 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
innoscripta 43,95 EUR +7,06 % Tradegate
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Nach dem Kurssturz der vergangenen Woche hat die innoscripta-Aktie zum Wochenstart kräftig Boden gutgemacht. Das Papier notiert am Vormittag bei 44,05 Euro und damit rund 7,3 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag, in der Spitze ging es bis auf 45,45 Euro nach oben. Von den gut 86 Euro, die die Aktie vor einer Woche noch kostete, ist sie allerdings weit entfernt – zwischenzeitlich war der Kurs bis auf 31,50 Euro abgestürzt. Unter Anlegern herrscht nach dem ersten Handelstag seit dem Update des Unternehmens eine Mischung aus Erleichterung und Nervosität.

Ermittler durchsuchen Standorte in Tutzing und München

Auslöser des Einbruchs war eine Durchsuchung am 1. Oktober an den beiden Standorten der Gruppe in Tutzing und München. Grundlage sind nach Unternehmensangaben zwei Beschlüsse des Amtsgerichts Schwäbisch Gmünd. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Verdacht der Beihilfe zur Erlangung nicht gerechtfertigter Steuervorteile bei der Beantragung von Forschungszulagen durch einzelne Kunden. Am Freitagabend legte innoscripta nach: Ein mit dem Vorgang betrauter Mitarbeiter sei seit mehreren Jahren nicht mehr im Unternehmen, Geschäftsvorgänge im laufenden Geschäftsjahr seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen, der operative Betrieb laufe weiter.

Aus Aktionärssicht ist das die Botschaft, auf die gewartet wurde. Deutlicher als mit dem Hinweis auf den ausgeschiedenen Mitarbeiter und den ungestörten Geschäftsbetrieb könne sich das Unternehmen kaum positionieren, lautet eine Lesart. Die Stimmung zu diesem Punkt fällt vorsichtig erleichtert aus – mehr als eine Einordnung des Managements ist das Update für Anleger zunächst nicht.

Volatilitätsunterbrechungen prägen den Handelsstart

Wie angespannt die Lage bleibt, zeigte bereits die Eröffnung. Die Tagesspanne reicht bislang von 39,95 bis 45,45 Euro, der Kurs wurde mehrfach durch Volatilitätsunterbrechungen gebremst. Mehrere Anleger berichten zudem, dass die Aktie bei einzelnen Brokern zu Handelsbeginn nur eingeschränkt oder gar nicht handelbar gewesen sei; auch auf Xetra habe sich zunächst kein Kurs gebildet, während das vorbörsliche Volumen als außergewöhnlich hoch beschrieben wird.

Dass der Kurs damit zur Ruhe kommt, erwartet auf Aktionärsseite kaum jemand. Schon vor der Eröffnung wurde mit kräftigen Bewegungen gerechnet:

Aber wir sprechen hier aktuell von Kursen unter 50 Euro. Das wird hier noch ordentliche Kurs Aufschläge in beiden Richtungen geben

Bis zur Klärung der Vorwürfe dürfte das Geschehen ohnehin stark spekulativ geprägt sein, heißt es weiter – was der bisherige Verlauf mit raschen Sprüngen und Rücksetzern bestätigt. Der Ton bleibt entsprechend angespannt.

Unternehmen verweist auf zweistufiges Verfahren

Inhaltlich setzt innoscripta auf Transparenz. Die Forschungszulage werde in zwei Schritten beantragt: Zunächst prüfe die Bescheinigungsstelle Forschungszulage die Förderfähigkeit eines Vorhabens, erst danach setze das zuständige Finanzamt des Kunden die Zulage fest. Den Antrag stelle der Kunde selbst oder sein Steuerberater. Mehrere Tausend Zulagen seien so bereits festgesetzt und in Betriebsprüfungen bestätigt worden. Zu den konkreten Inhalten der Ermittlungen äußert sich das Unternehmen nicht, lädt Aktionäre aber zu einer Produktvorstellung nach Tutzing ein.

Aus Anlegersicht rücken nun mögliche Signale aus dem Unternehmen selbst in den Fokus. Käufe von Mitarbeitern oder Management würden als richtungsweisend gesehen, offen sei allerdings, ob solche Transaktionen während des laufenden Verfahrens überhaupt zulässig wären. Ob sich die Erholung fortsetzen könnte, hängt damit vor allem vom Fortgang der Ermittlungen ab. Vom Jahreshoch bei 137 Euro bleibt die Aktie trotz des Sprungs weit entfernt, die Stimmung auf Aktionärsseite ist entsprechend abwartend.

Bn-Redaktion/sb
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