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Euro auf 17-Monats-Tief

Politik-Sorgen drücken DAX ins Minus 05.10.2026, 10:03 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Der Wochenauftakt an der Frankfurter Börse begann mit einem kleinen Plus – lange gehalten hat es nicht. In den ersten Handelsminuten lag der DAX noch rund 0,2 Prozent höher, inzwischen notiert er etwa 0,4 Prozent im Minus bei knapp 25.180 Punkten. Belastend wirkt die politische Unsicherheit in Europa, die auch den Euro unter Druck setzt – und das, obwohl der Ölpreis spürbar nachgibt. Unter Anlegern herrscht entsprechend Vorsicht.

Euro rutscht unter 1,12 Dollar

Die Gemeinschaftswährung setzte ihre Talfahrt der vergangenen Wochen fort: EUR/USD fiel unter die Marke von 1,12 Dollar und steht aktuell bei rund 1,1198 Dollar, ein Minus von gut 0,5 Prozent. Damit erreicht der Euro den tiefsten Stand seit 17 Monaten. Für Exporteure ist das zwar eine Entlastung, doch Marktbeobachter sehen darin vor allem ein Misstrauenssignal. Die Liste der Belastungen ist lang: die jüngsten Landtagswahlen in Deutschland, angekündigte Neuwahlen in Spanien, die hohen Renditen französischer Staatsanleihen als Ausdruck von Zweifeln an der Haushaltspolitik in Paris und die anstehenden Wahlen in Frankreich im Frühjahr. Ein Analyst der Consorsbank verweist darauf, dass internationale Investoren deshalb zunehmend einen Bogen um europäische Aktien machten.

Aus Anlegersicht zeigt sich dieser Abstand am Morgen ganz praktisch: Während Japans Börse zum Wochenstart zugelegt hat und die US-Technologiewerte im Nasdaq 100 am Freitag auf ein Rekordhoch geklettert waren, bleibt Deutschland zurück. Auch bei den europäischen Nachbarn sehe es kaum besser aus, lautet die Beobachtung. Die Stimmung zu diesem Punkt ist von Ernüchterung geprägt. Breiter fällt die Schwäche bei den mittelgroßen Werten aus: Der MDAX verliert gut 0,6 Prozent.

Ölpreis sinkt – die Renditen bleiben

Eigentlich kommt Entlastung vom Energiemarkt. Die Nordseesorte Brent verbilligt sich um rund 1,7 Prozent auf knapp 101 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um gut 1,8 Prozent auf rund 89,60 Dollar. Dass der DAX trotzdem fällt, passt aus Anlegersicht nicht recht zusammen. Der Blick richtet sich daher auf den zweiten großen Belastungsfaktor: In den vergangenen Tagen war die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen deutlich über die Marke von 5 Prozent geklettert. Nach einer Auswertung der Landesbank Baden-Württemberg hat sich der US-Aktienmarkt oberhalb dieses Niveaus in der Vergangenheit meist nur noch unterdurchschnittlich entwickelt – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung.

OK; Öl geht gerade runter, aber Renditen der 10jährigen explodieren in den USA, Frankreich und auch in Japan (für deren Verhältnisse)

Ganz einseitig fällt das Bild allerdings nicht aus. Der nachgebende Ölpreis könne dem Leitindex im Tagesverlauf durchaus noch Auftrieb geben, wird dagegengehalten. Auch Marktexperten betonen, dass hohe Energiepreise über teureres Benzin zunehmend den privaten Konsum belasten – eine Entspannung beim Öl könnte damit zumindest auf diesem Weg entlasten.

25.000 Punkte bleiben die Marke der Woche

Seit dem Rekordhoch von 26.618 Punkten Ende August hat der DAX deutlich nachgegeben, am Donnerstag fiel er bis auf 24.831 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Im Fokus bleibt die runde Marke von 25.000 Punkten: Je länger der Index um sie pendele, desto wichtiger könnte sie für Anleger werden, heißt es beim Online-Broker CapTrader. Das Tagestief liegt bislang bei rund 25.156 Punkten.

Charttechnisch orientierte Anleger hatten den Bereich knapp oberhalb von 25.160 Punkten bereits vor Handelsbeginn als Unterstützung im Blick, der Kurs hat ihn inzwischen getestet. Ein erneuter Rücklauf bis zum Freitagstief gilt dabei nicht als ausgeschlossen. Mehrere Anleger beschreiben den Markt als richtungslos und wackelig, schnelle Gegenbewegungen bestimmen das Bild. Neue Impulse könnten im Wochenverlauf der KI-Investorentag der Deutschen Telekom, der Kapitalmarkttag von Porsche am Mittwoch und die Umsatzzahlen des Chipfertigers TSMC am Donnerstag liefern. Die Grundstimmung bleibt jedoch vorsichtig, solange Politik, Renditen und Euro-Schwäche keine Entspannung signalisieren.

Bn-Redaktion/sb
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