Anzeige
+++Rekordquartalsumsatz von 20,5 Mio. C$: - ein Plus von 170 % gegenüber dem Vorquartal+++
Portfolio Tracker
Alle Depots an einem Ort. Dein Gesamtvermögen immer im Blick, tiefgründige Renditeanalysen und Dividendenplaner.
Anzeige
Hormus bleibt dicht

Saudi-Arabien verteuert Öl für Europa 05.10.2026, 11:27 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Öl (Brent) 102,38 USD -0,48 % Ariva Indikation
Kostenlose Aktienchance per SMS Ausgewählte Trading-Einschätzungen aufs Handy.

Der größte Ölexporteur des Nahen Ostens bittet europäische Raffinerien stärker zur Kasse. Saudi Aramco hebt die offiziellen Verkaufspreise für Rohöllieferungen nach Nordwesteuropa und in den Mittelmeerraum im November an, während Abnehmer in Asien so günstig beliefert werden wie seit sechs Jahren nicht mehr. Brent kostet aktuell rund 102 Dollar je Barrel und liegt 0,6 Prozent im Minus, am Morgen war der Preis zeitweise bis auf rund 100,70 Dollar gefallen. Im Hintergrund bleibt die Straße von Hormus geschlossen.

Asien bekommt Rabatt, Europa zahlt drauf

Für Arab Light, die wichtigste saudische Sorte, verlangt Aramco von asiatischen Käufern im November 5 Dollar je Barrel weniger als den Durchschnitt der Referenzsorten Oman und Dubai. Es ist der größte Abschlag seit Juni 2020. Für Europa steigt der Preis dagegen um rund 3 Dollar je Barrel, für die USA bleibt er unverändert. Saudi-Arabien kämpft damit um Marktanteile in Asien, wo wieder deutlich mehr Öl aus der Golfregion ankommt. Die OPEC+ hatte am Sonntag beschlossen, ihre Fördermenge nicht zu verändern.

Aus Anlegersicht fügt sich das ins Bild: Tanker-Daten zufolge hätten die Rohölexporte aus dem Nahen Osten Ende September zeitweise wieder das Niveau vor Kriegsbeginn erreicht. Schätzungen bestätigen das weitgehend – auch, weil Saudi-Arabien die Meerenge über seine Ost-West-Pipeline umgehen kann. Neu sei diese Entwicklung allerdings nicht, lautet der Einwand: Sie sei längst eingepreist und erkläre, warum Brent bereits auf rund 100 Dollar zurückgefallen ist. Der Ton zu diesem Punkt bleibt nüchtern und zahlengetrieben.

Teheran knüpft Öffnung an sieben Forderungen

Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf machte am Sonntag deutlich, dass Teheran an den Bedingungen aus einer im Juni vereinbarten Absichtserklärung festhält. Der normale Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus könne binnen sieben Tagen wieder aufgenommen werden – allerdings erst, wenn die USA sieben Forderungen erfüllen. Dazu zählen ein Ende der US-Seeblockade, die Aufhebung aller Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Dass Washington diese Maximalforderungen vorab erfüllt, gilt als unwahrscheinlich.

Warum Brent trotz der starken Exportdaten nicht deutlicher nachgibt, wird auf Anlegerseite mit Zweifeln an den gemeldeten Mengen erklärt. Der tatsächliche Durchfluss durch die Meerenge sei womöglich deutlich geringer als angegeben – der Preis von über 100 Dollar spiegle demnach weniger eine Risikoprämie als echte Knappheit.

Eigentlich müsste anhand der Daten Öl abwärts laufen, aber ich denke der Durchfluss durch Hormuz ist bei weitem nicht so hoch wie angegeben, deshalb will Brent nicht auf 90$ fallen, denn soviel Risikoprämie steckt aktuell nicht dahinter.

Dem steht die gegenteilige Lesart gegenüber: Neben den Exportdaten signalisierten auch die Freigaben aus strategischen Ölreserven, dass ausreichend Angebot vorhanden sei. Fallen könnte der Preis dann eher abrupt als schrittweise – mit einem Rutsch, der den Markt überraschen würde. Die Stimmung zur Versorgungslage ist damit gespalten.

Schwacher Euro verschärft die Rechnung

Auf Wochensicht hat Brent rund 3 Prozent verloren, zwischenzeitlich hatte der Preis bei fast 109 Dollar gelegen. Verglichen mit dem Vorjahr kostet das Nordseeöl aber noch immer gut die Hälfte mehr. Die US-Sorte WTI gibt aktuell 1,1 Prozent auf rund 90,30 Dollar nach. Für europäische Abnehmer kommt zu den höheren saudischen Listenpreisen die Währung hinzu: Der Euro ist zum Dollar auf ein 17-Monats-Tief gefallen und notiert mit rund 1,12 Dollar im Tagesverlauf 0,4 Prozent schwächer – das macht die in Dollar abgerechneten Einfuhren zusätzlich teurer.

Für die kommenden Tage zeichnen Anleger eher das Bild einer Seitwärtsphase: Chinas Einlagerungen seien eingepreist, der Preis dürfte noch eine Weile um 100 Dollar pendeln. Als Risiko nach oben wird dagegen die Ukraine ins Spiel gebracht: Ihre Drohung, weitere russische Raffinerien anzugreifen, solle man nicht unterschätzen. Ob die saudische Preispolitik Europa spürbar belastet, dürfte sich erst mit den Novemberlieferungen zeigen – bis dahin bleibt der Grundton abwartend.

Bn-Redaktion/sb
Kommentare (0) ... diskutiere mit.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
k.A. k.A. k.A. k.A.
Werbung
Weiter abwärts?
Kurzfristig positionieren
Ask: 4,03
Hebel: 21,38
mit starkem Hebel
Ask: 1,42
Hebel: 6,46
mit moderatem Hebel
Smartbroker
Vontobel
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: VY2UG7 BD6YUE. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung. Der Emittent ist berechtigt, Wertpapiere mit open end-Laufzeit zu kündigen.
Weitere News
Schreib den ersten Kommentar!

Dis­clai­mer: Die hier an­ge­bo­te­nen Bei­trä­ge die­nen aus­schließ­lich der In­for­ma­t­ion und stel­len kei­ne Kauf- bzw. Ver­kaufs­em­pfeh­lung­en dar. Sie sind we­der ex­pli­zit noch im­pli­zit als Zu­sich­er­ung ei­ner be­stim­mt­en Kurs­ent­wick­lung der ge­nan­nt­en Fi­nanz­in­stru­men­te oder als Handl­ungs­auf­for­der­ung zu ver­steh­en. Der Er­werb von Wert­pa­pier­en birgt Ri­si­ken, die zum To­tal­ver­lust des ein­ge­setz­ten Ka­pi­tals füh­ren kön­nen. Die In­for­ma­tion­en er­setz­en kei­ne, auf die in­di­vi­du­el­len Be­dür­fnis­se aus­ge­rich­te­te, fach­kun­di­ge An­la­ge­be­ra­tung. Ei­ne Haf­tung oder Ga­ran­tie für die Ak­tu­ali­tät, Rich­tig­keit, An­ge­mes­sen­heit und Vol­lständ­ig­keit der zur Ver­fü­gung ge­stel­lt­en In­for­ma­tion­en so­wie für Ver­mö­gens­schä­den wird we­der aus­drück­lich noch stil­lschwei­gend über­nom­men. Die Mar­kets In­side Me­dia GmbH hat auf die ver­öf­fent­lich­ten In­hal­te kei­ner­lei Ein­fluss und vor Ver­öf­fent­lich­ung der Bei­trä­ge kei­ne Ken­nt­nis über In­halt und Ge­gen­stand die­ser. Die Ver­öf­fent­lich­ung der na­ment­lich ge­kenn­zeich­net­en Bei­trä­ge er­folgt ei­gen­ver­ant­wort­lich durch Au­tor­en wie z.B. Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­richt­en­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men. In­fol­ge­des­sen kön­nen die In­hal­te der Bei­trä­ge auch nicht von An­la­ge­in­te­res­sen der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und/oder sei­nen Mit­ar­bei­tern oder Or­ga­nen be­stim­mt sein. Die Gast­kom­men­ta­tor­en, Nach­rich­ten­ag­en­tur­en, Un­ter­neh­men ge­hör­en nicht der Re­dak­tion der Mar­kets In­side Me­dia GmbH an. Ihre Mei­nung­en spie­geln nicht not­wen­di­ger­wei­se die Mei­nung­en und Auf­fas­sung­en der Mar­kets In­side Me­dia GmbH und de­ren Mit­ar­bei­ter wie­der. Aus­führ­lich­er Dis­clai­mer