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Thyssenkrupp

Stahl wird plötzlich zum Gewinnmotor 12.05.2026, 13:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Stahl
AI MODIFIED Inhalte teilweise mit KI erstellt.
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Name Aktuell Diff. Börse
ThyssenKrupp 14,10 EUR -1,84 % L&S Exchange

Stahlgeschäft liefert plötzlich Rückenwind

Thyssenkrupp hat im zweiten Geschäftsquartal deutlich besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sprang auf 198 Millionen Euro nach lediglich 19 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Experten hatten im Vorfeld lediglich mit 167 Millionen Euro gerechnet. Damit zeigt das Sparprogramm „Apex“ erste sichtbare Effekte.

Besonders bemerkenswert: Ausgerechnet die lange als Problemfall geltende Stahlsparte entwickelte sich zu einem wichtigen Ergebnistreiber. Niedrigere Rohstoff- und Energiekosten sorgten für eine spürbare Verbesserung der Margen. Zwar bleibt das Preisumfeld im Stahlmarkt angespannt, dennoch gelang dem Bereich die Rückkehr in die Gewinnzone. Unterstützung kam zudem vom Werkstoffhandel, der insbesondere vom Nordamerika-Geschäft sowie vom internationalen Handel profitierte.

Umsatz schwächelt trotz besserer Ergebnisse

Während sich die operative Profitabilität verbesserte, blieb die Umsatzentwicklung hinter den Erwartungen zurück. Die Erlöse sanken im Quartal um zwei Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Belastend wirkten vor allem schwächere Abrufe aus der Automobilindustrie sowie rückläufige Einnahmen bei der Wasserstofftochter Nucera.

Unter dem Strich verbuchte Thyssenkrupp einen Nettoverlust von 11 Millionen Euro. Allerdings ist der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum nur eingeschränkt aussagekräftig. Damals hatte der Konzern von einem Sonderertrag in Höhe von rund 270 Millionen Euro aus dem Verkauf von TK Electrical Steel India profitiert.


Beim Auftragseingang zeigte sich dagegen eine deutlich positivere Entwicklung. Dieser legte um 32 Prozent auf 10,64 Milliarden Euro zu. Hauptverantwortlich dafür waren mehrere Großaufträge bei Marine Systems, die dem Industriekonzern einen kräftigen Schub verschafften.

Prognose bleibt bestehen – doch der Sparkurs kostet weiter Geld

An der Jahresprognose für das bereinigte EBIT hält Thyssenkrupp fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen operativen Gewinn zwischen 500 und 900 Millionen Euro. Beim Umsatz wurde die Einschätzung allerdings vorsichtiger formuliert. Statt eines leichten Wachstums rechnet das Management nun bestenfalls mit stabilen Erlösen. Im ungünstigsten Fall könnte der Umsatz um bis zu drei Prozent zurückgehen.

Als Gründe nennt das Unternehmen verzögerte Umsatzrealisierungen im Segment Decarbon Technologies sowie einen veränderten Produktmix bei Steel Europe. Gleichzeitig laufen die Restrukturierungen im Konzern weiter auf Hochtouren. Vor allem im Stahl- und Automotive-Bereich werden Stellen abgebaut und Kapazitäten reduziert.

Diese Maßnahmen belasten jedoch kurzfristig den Mittelzufluss. Für das Gesamtjahr erwartet Thyssenkrupp aus den laufenden Umbauten Mittelabflüsse zwischen 300 und 600 Millionen Euro. Bereits im zweiten Quartal lag der Free Cashflow bei minus 327 Millionen Euro. Auch deshalb rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr weiterhin mit einem Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro. An der Börse wurden die Zahlen dennoch positiv aufgenommen. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu und notierte rund ein Prozent höher bei 10,21 Euro.

Bn-Redaktion/aw
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