Thyssenkrupp streicht 1.600 Jobs

Kommt jetzt der Absturz? 14.07.2025, 15:52 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Stahlfabrik
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Sanierung mit Schmerzgrenze: Thyssenkrupp vor tiefgreifender Transformation

Der Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel steht vor einer der tiefgreifendsten Umstrukturierungen seiner Geschichte. In einem neu ausgehandelten Sanierungstarifvertrag mit der IG Metall geht es um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens – allerdings zu einem hohen Preis. Kern des Maßnahmenpakets ist die drastische Reduzierung der Produktionskapazitäten auf jährlich 8,7 bis 9 Millionen Tonnen. Damit verbunden: der Abbau von bis zu 1.600 Arbeitsplätzen bis zum Geschäftsjahr 2028/29.

Zusätzlich sollen rund 4.000 Beschäftigte durch sogenannte "Make or Buy"-Prozesse aus dem Konzern ausgegliedert werden. Sie wechseln entweder zu Dienstleistern oder in andere Organisationseinheiten. Für die Belegschaft bedeutet das: weniger Sicherheit, weniger Geld – denn auch Urlaubsgeld fällt künftig weg, und die Wochenarbeitszeit wird reduziert.

"Wir bauen überschüssige Kapazitäten ab, verbessern die Effizienz und können so ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau erzielen", erklärte Marie Jaroni, Vorständin für Vertrieb und Transformation bei Thyssenkrupp Steel. Die Aktie reagierte umgehend negativ auf die Ankündigung und fiel um 1,5 Prozent auf 11,12 Euro (Stand: 12:30 Uhr MESZ).

Finanzierung noch offen: IG Metall-Basis und Investoren am Zug

Obwohl der Sanierungsplan bereits mit der Gewerkschaft abgestimmt ist, steht die Umsetzung noch auf wackeligem Fundament. Bis Ende September soll der Vertrag finalisiert werden – doch entscheidend wird das Votum der IG-Metall-Mitglieder bei Thyssenkrupp Steel. Zusätzlich muss die Finanzierung gesichert werden. Laut Branchenkreisen gestaltet sich die Suche nach Investoren und Banken schwierig. Sogar eine Kapitalerhöhung steht im Raum.

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigte sich dennoch optimistisch: „Die Einigung zeigt, dass Sozialpartnerschaft kein Relikt der Vergangenheit ist.“ Betriebsbedingte Kündigungen sollen – soweit möglich – vermieden werden. Dennoch markiert das Maßnahmenpaket einen tiefen Einschnitt in die Belegschaftsstruktur des Traditionsunternehmens.

Externer Druck steigt: Neue US-Zölle treffen deutsche Stahlbranche hart

Als wäre die interne Neuaufstellung nicht Herausforderung genug, kommt nun noch geopolitischer Gegenwind aus Washington: US-Präsident Donald Trump kündigte am Wochenende überraschend neue Strafzölle in Höhe von 30 Prozent auf EU-Stahlprodukte an. Bisher war lediglich ein Aufschlag von 10 Prozent im Gespräch gewesen – ein Niveau, das dem jüngst geschlossenen Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich entsprach.

Für die EU bleibt nur ein kurzes Zeitfenster: Bis zum 1. August könnte ein Entgegenkommen den Handelskonflikt noch abmildern. Sollte dies ausbleiben, treten die Zölle in voller Härte in Kraft – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für ein ohnehin angeschlagenes Unternehmen wie Thyssenkrupp. Analysten sprechen angesichts der Gemengelage von einem "notwendigen, aber schmerzhaften Einschnitt".

Bn-Redaktion/aw
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