Thyssenkrupp verkauft Stahl

Jindal greift jetzt zu! 06.10.2025, 13:48 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Stahl Branche
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ThyssenKrupp 10,49 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Abkehr von Kretínský – Jindal übernimmt das Ruder

Die überraschende Kehrtwende bei Thyssenkrupp sorgt für Aufsehen an der Börse: Nach monatelangen Verhandlungen mit dem tschechischen Milliardär Daniel Kretínský zieht sich die EP Group vollständig zurück. Der ursprünglich vereinbarte Einstieg mit einem Anteil von 20 Prozent an der Stahlsparte ist endgültig vom Tisch. Im Gegenzug erhält Kretínský den gezahlten Kaufpreis zurück – ein einvernehmliches Aus, das jedoch neue Türen öffnet.

Denn während sich die eine Tür schließt, steht bereits ein neuer Interessent bereit: Der indische Industriekonzern Jindal Steel International rückt nun in den Fokus und erhält exklusiven Zugang zu Verhandlungen über eine Komplettübernahme des Stahlgeschäfts. Anders als Kretínský, der auf eine Partnerschaft mit Einfluss setzte, strebt Jindal offenbar eine vollständige Trennung von der zyklischen Stahlsparte an – ein potenziell radikaler Einschnitt in die Konzernstruktur.

Aktie explodiert – Analysten signalisieren Aufwärtspotenzial

Die Kapitalmärkte reagierten mit Begeisterung: Die Aktie von Thyssenkrupp sprang nach Bekanntwerden der neuen Gespräche auf ein neues Fünfjahreshoch bei 12,40 Euro. Innerhalb von zwölf Monaten entspricht das einem Plus von über 275 Prozent – ein Kursanstieg, der die neuen strategischen Hoffnungen widerspiegelt.

Auch auf Analystenseite erhält der Kursflug Rückendeckung. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel deutlich von 9,00 auf 11,50 Euro an. Analyst Bastian Synagowitz verweist besonders auf die robusten Perspektiven der Marinesparte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), die im Zuge der Umstrukturierung vor einer Abspaltung stehen könnte. JPMorgan betonte, dass das Interesse von Jindal den Kurs mittelfristig stützen dürfte, warnte jedoch vor weiterhin bestehenden Unsicherheiten im laufenden Konzernumbau.

Strategiewechsel mit weitreichenden Folgen

Der Wechsel von einer Partnerschaft zu einem möglichen Komplettverkauf der Stahlsparte markiert eine tiefgreifende Neuausrichtung des Essener Traditionskonzerns. Für Thyssenkrupp könnte dieser Schritt mehrere entscheidende Effekte haben: Eine vollständige Abgabe des Stahlgeschäfts würde nicht nur die Konzernbilanz entlasten und Schulden abbauen, sondern auch die verbleibenden Sparten wie Marine und Werkstoffhandel in ein klareres Licht rücken. Analysten sprechen von der Chance, „verborgene Werttreiber“ freizusetzen.

Darüber hinaus sendet der potenzielle Verkauf ein starkes Signal in den krisengeschüttelten europäischen Stahlsektor. In Zeiten struktureller Überkapazitäten und wachsender Konkurrenz aus Asien könnte der Einstieg von Jindal als Katalysator für weitere Konsolidierungen wirken.

Das Timing könnte kaum strategischer gewählt sein: Die Abspaltung der Marinesparte TKMS soll bereits Mitte Oktober über die Bühne gehen – ein weiterer Schritt, der das neue Thyssenkrupp-Profil schärft. Ob Jindal tatsächlich zum Befreiungsschlag für den Konzern wird, bleibt offen. Doch die Märkte setzen bereits erste Hoffnungszeichen.

Bn-Redaktion/aw
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