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Umsatzwarnung

Lindt-Aktie bricht auf Jahrestief ein 29.09.2026, 11:04 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Chocoladefabriken Lindt & Spruengli 81.416,24 CHF -9,24 % TTMzero RT
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Lindt & Sprüngli kappt seine Umsatzprognose für 2026 deutlich. Der Schweizer Premium-Schokoladenhersteller rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem organischen Wachstum von 0 bis 2 Prozent, nachdem bislang 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Die Aktie reagierte mit einem Kurssturz: Zuletzt kostete ein Anteilsschein 87.350 Euro, rund 7,8 Prozent weniger als am Vortag – und so wenig wie seit einem Jahr nicht mehr.

Preisbewusste Kunden und Hitzesommer bremsen Europa

Als Hauptgrund nennt der Konzern aus Kilchberg die hohe Preissensibilität der Verbraucher. Vor allem im saisonalen Geschäft blieben die Auftragsvolumen hinter den Erwartungen zurück, besonders in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Hinzu kam die extreme Hitze im europäischen Sommer, die nach Unternehmensangaben den Absatz der gesamten Schokoladenbranche gedämpft hat. In Nordamerika und Asien sei Lindt dagegen robust gewachsen.

Hintergrund sind die Preiserhöhungen der vergangenen Jahre, mit denen die Hersteller die historisch hohen Kakaopreise an die Kunden weitergegeben hatten. Nach Daten des Statistischen Bundesamts war eine Tafel Schokolade im August im Schnitt 69 Prozent teurer als 2020. Inzwischen steuert Lindt gegen: Die bekannten Schoko-Weihnachtsmänner werden hierzulande günstiger angeboten als Ende 2025, die 70-Gramm-Variante etwa für 3,69 statt 3,99 Euro. Zudem wirbt das Unternehmen mit Rabattaktionen.

Marge und Mittelfristziele bleiben bestehen

An der Profitabilität hält das Management fest. Die operative Marge (EBIT) soll 2026 weiterhin um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr steigen. Auch die strategischen Ziele ab 2028 – ein organisches Umsatzplus von 6 bis 8 Prozent pro Jahr sowie eine jährliche Margenverbesserung in derselben Größenordnung wie für 2026 – wurden bestätigt.

Für 2027 stellt Lindt wieder ein positives Volumenwachstum in Aussicht. Stützen sollen dies eine angepasste Preisstrategie, höhere Investitionen in die Marken, neue Produkte und Kosteneinsparungen. Zugleich setzt der Konzern darauf, dass die gesunkenen Kakaopreise den Kostendruck in den kommenden Monaten schrittweise verringern könnten. Ob die Nachfrage tatsächlich anzieht, dürfte sich frühestens mit den Umsatzzahlen für 2026 zeigen, die am 19. Januar 2027 vorgelegt werden sollen.

Kursrutsch vergrößert den Abstand zum Jahreshoch

Der Rückschlag trifft eine ohnehin angeschlagene Aktie. Bereits zum Handelsstart war das Papier unter Druck geraten, im Tagesverlauf rutschte es bis auf 86.950 Euro. Vom Jahreshoch bei 143.000 Euro hat sich der Kurs damit um fast 40 Prozent entfernt. Vor einem Jahr notierte die Aktie noch bei rund 128.400 Euro.

Der Druck bleibt weitgehend auf Lindt beschränkt: Der breite europäische Markt, gemessen am Europa 600, tritt nahezu auf der Stelle. Mit einem Umsatz von 5,9 Milliarden Franken im Jahr 2025 und rund 650 eigenen Shops zählt Lindt zu den weltweit größten Anbietern von Premium-Schokolade – das Europageschäft bleibt allerdings ein zentraler Pfeiler.

Bn-Redaktion/sb
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