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Jetzt wackeln weitere 50.000 Jobs 17.08.2026, 12:05 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Volkswagen: Jetzt wackeln weitere 50.000 Jobs
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Bis zu 50.000 weitere Jobs wackeln - während Wolfsburg Sonderschichten fährt

Bei Volkswagen spitzt sich der Konflikt um den laufenden Konzernumbau weiter zu. Der Betriebsrat fordert von Vorstandschef Oliver Blume Klarheit darüber, ob neben den bereits bis 2030 geplanten 50.000 Stellenstreichungen weitere Jobs gefährdet sind. Im Raum stehen bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze, falls es dem Konzern nicht gelingt, die Arbeitskosten deutlich zu reduzieren.

Die Auseinandersetzung dürfte bereits in den kommenden Tagen an Schärfe gewinnen. Ende August sind mehrere Betriebsversammlungen angesetzt: Am 25. August trifft sich die Belegschaft in Wolfsburg, am 26. August folgen Emden und Zwickau, am 31. August Hannover. Besonders im Fokus stehen jene Werke, deren langfristige Auslastung nach Konzernangaben nicht gesichert ist. Dazu zählen Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.

Machtprobe um Jobs, Werke und das Tempo der Sanierung

Die Diskussion über mögliche zusätzliche Stellenkürzungen trifft Volkswagen in einer ohnehin angespannten operativen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 sank der operative Gewinn um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig fiel die operative Marge auf 3,8 Prozent.

Auch beim Absatz musste der Konzern deutliche Rückgänge hinnehmen. Die weltweiten Verkäufe gingen um 8,4 Prozent auf rund vier Millionen Fahrzeuge zurück. Besonders belastend entwickelte sich das Geschäft in China. Dort lagen die Auslieferungen im zweiten Quartal 36,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Zusätzlicher Druck kommt von der Eigentümerseite. Die Porsche SE, die mit 53,3 Prozent der Stimmrechte der dominierende Großaktionär des Volkswagen-Konzerns ist, drängt auf ein höheres Tempo bei der Restrukturierung. Wie schwierig die internen Abstimmungen sind, zeigte sich bereits im Juli: Ein damals vorgelegtes Sanierungspaket scheiterte im Aufsichtsrat zunächst mit 12 zu 7 Stimmen.

Damit prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Während die Kapitalseite auf schnellere Kostensenkungen drängt, will die Arbeitnehmervertretung Klarheit über mögliche Einschnitte bei Beschäftigung und Standorten.

Verbrenner sorgen für Sonderschichten - trotz Elektrostrategie

Während im Hintergrund über Stellenabbau und die Zukunft einzelner Werke gestritten wird, zeigt sich im Stammwerk Wolfsburg ein überraschend anderes Bild. Volkswagen plant dort zusätzliche Schichten für klassische Verbrennermodelle.

Für Tiguan, Golf, Touran und Tayron sind 16 zusätzliche Schichten in der Montage vorgesehen. Hinzu kommen weitere Sonderschichten im Karosseriebau und in der Lackiererei. Grund ist die weiterhin hohe Nachfrage nach Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren.

Im ersten Quartal entfielen in der Europäischen Union 30,3 Prozent der Neuzulassungen auf reine Benzin- und Dieselfahrzeuge. Batterieelektrische Modelle kamen auf einen Anteil von 19,4 Prozent. Volkswagen reagiert damit stärker auf die aktuelle Nachfrage, während der Konzern parallel an seiner langfristigen Elektrifizierungsstrategie festhält.

Diese läuft unter anderem über die Beteiligung am US-Elektroautobauer Rivian. Volkswagen hält inzwischen 15,9 Prozent der Anteile und ist damit größter Anteilseigner. Amazon kommt auf rund 13 Prozent. Über ein gemeinsames Unternehmen für elektrische Fahrzeugarchitekturen kann Volkswagen bis zu 5,8 Milliarden Dollar investieren. Rivian arbeitet zugleich am günstigeren SUV-Modell R2, mit dem das Unternehmen eine breitere Kundengruppe im US-Markt erreichen will.

Milliarden am Kapitalmarkt und schwierige Signale für die Aktie

Parallel zur operativen Restrukturierung bleibt Volkswagen auch am Finanzmarkt aktiv. Die Leasingtochter VW Credit hat über den Verbriefungsfonds Volkswagen Auto Lease Trust 2026-A forderungsbesicherte Anleihen im Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Dollar platziert.

Besichert sind die Papiere durch Neuwagenleasingverträge. Der durchschnittliche FICO-Score der zugrunde liegenden Kunden beträgt 774. Die Ratingagenturen Fitch und S&P bewerteten die oberen Tranchen der Verbriefung mit Bestnoten.

Die Volkswagen-Aktie beendete die Woche bei 73,88 Euro und legte am letzten Handelstag um 0,9 Prozent zu. Auf Sicht von sieben Handelstagen steht dennoch ein Rückgang von 1,8 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 29 Prozent an Wert verloren.

Für die weitere Wahrnehmung des Konzerns dürften vor allem die Betriebsversammlungen Ende August wichtig werden. Sie fallen in eine Phase, in der Volkswagen gleichzeitig über zehntausende Arbeitsplätze, die Zukunft mehrerer Standorte, das Tempo der Restrukturierung und Milliardeninvestitionen in neue Elektroplattformen entscheiden muss.

Bn-Redaktion/aw
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