Wolfspeed beantragt Insolvenz

Befreiung oder Totalabsturz? 23.06.2025, 12:37 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Insolvenz
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Kapitel 11 als strategischer Befreiungsschlag

Der US-Chiphersteller Wolfspeed hat am Sonntag Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Ziel ist eine umfassende Restrukturierung, die eine Reduzierung der Gesamtverschuldung um rund 70 Prozent vorsieht – das entspricht etwa 4,6 Milliarden US-Dollar. Zudem sollen die jährlichen Zinszahlungen um rund 60 Prozent gesenkt werden. CEO Robert Feurle bezeichnete diesen Schritt als „strategischen Schritt für die Zukunft“.

Im Rahmen des Verfahrens hat Wolfspeed eine Vereinbarung mit seinen wichtigsten Gläubigern sowie der US-Tochter des japanischen Halbleiterriesen Renesas Electronics getroffen. Teil des Deals ist eine Reduzierung der Gesamtverschuldung um rund 70 Prozent, was einem Abbau von etwa 4,6 Milliarden US-Dollar entspricht. Zudem sollen die jährlichen Zinszahlungen um rund 60 Prozent gesenkt werden – ein erheblicher Entlastungsschritt für den angeschlagenen Chiphersteller. Mit einem Barbestand von rund 1,3 Milliarden US-Dollar sieht sich Wolfspeed weiterhin in der Lage, laufende Verpflichtungen gegenüber Kunden und Lieferanten zu erfüllen .

Ursachen des Absturzes: Expansion, Schulden und geopolitische Risiken

Wolfspeed, bekannt für seine Siliziumkarbid-Chips, die in Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien eingesetzt werden, hatte in den letzten Jahren massiv in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten investiert. Allein der Bau von drei US-Fertigungsanlagen wurde mit Milliardenkrediten finanziert. Diese aggressive Expansion führte zu einer Schuldenlast von rund 6,5 Milliarden US-Dollar. 

Hinzu kamen externe Faktoren: Eine nachlassende Nachfrage, insbesondere im Bereich der Elektrofahrzeuge, sowie wirtschaftliche Unsicherheiten durch verschärfte US-Handelspolitik belasteten das Unternehmen zusätzlich. Bereits im Mai äußerte Wolfspeed Zweifel an seiner wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit.

Aktienkurs im freien Fall: Anleger verlieren Vertrauen

Die finanziellen Turbulenzen spiegeln sich deutlich im Aktienkurs wider. In den letzten zwölf Monaten verlor die Wolfspeed-Aktie über 70 Prozent an Wert. Am Montag notierte sie 9 Prozent im Minus bei aktuell 0,69 Euro . Die Aussicht auf eine massive Verwässerung der Anteile durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital lässt bestehende Aktionäre kaum hoffen.

Dennoch gibt es einen Silberstreif am Horizont: Mit der geplanten Entschuldung und frischem Kapital könnte Wolfspeed die Grundlage für einen erfolgreichen Neustart schaffen. Das Unternehmen plant, bis spätestens Ende des dritten Quartals 2025 aus dem Insolvenzverfahren hervorzugehen und sich wieder auf Wachstumskurs zu begeben.

Für risikobereite Anleger könnte dies eine Turnaround-Chance darstellen – vorausgesetzt, Wolfspeed gelingt es, seine Strategie konsequent umzusetzen und das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen.

Bn-Redaktion/aw
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