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Zalando enttäuscht Anleger

Aktie bricht massiv ein 04.08.2026, 15:18 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Zalando
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Zalando 25,32 EUR -13,73 % TTMzero RT

Aktie stürzt um 16 Prozent ab

Zalando hat im zweiten Quartal 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis zugelegt. Dennoch blieben die Zahlen hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Besonders das schwächere Wachstum des Bruttowarenvolumens sorgte bei Analysten und Anlegern für Ernüchterung. Die Zalando-Aktie brach daraufhin zeitweise um rund 16 Prozent auf 24,33 Euro ein und landete damit am Ende des Dax. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus des Anteilsscheins auf fast 4 Prozent.

Der Berliner Online-Modehändler profitierte im Berichtszeitraum von der Übernahme des Konkurrenten About You sowie von einem starken Geschäft mit Firmenkunden. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um rund ein Fünftel auf 3,4 Milliarden Euro zu. Analysten hatten allerdings mit einem etwas höheren Wert gerechnet.

Auch das Bruttowarenvolumen, das sogenannte Gross Merchandise Value oder GMV, stieg um gut 20 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das Wachstum fiel damit jedoch geringer aus, als es die Markterwartungen vorgesehen hatten.

Analysten bemängeln das Tempo beim Bruttowarenvolumen

Frederick Wild vom Analysehaus Jefferies bezeichnete die Quartalszahlen angesichts der zuvor hohen Erwartungen als durchwachsen. Als „kritisch“ bewertete er insbesondere, dass das Wachstum des Bruttowarenvolumens unter dem Konsens geblieben sei.

Auch Georgina Johanan von der US-Bank JPMorgan kam zu einer zurückhaltenden Einschätzung. Ihrer Ansicht nach verlief das zweite Quartal schwächer als erwartet. Sie hatte bereits im Vorfeld mit einer negativen Reaktion des Aktienkurses gerechnet und verwies ebenfalls auf den geringeren Zuwachs beim GMV.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich um 10 Prozent auf 205 Millionen Euro. Auch dieser Wert lag unter den Schätzungen der Analysten. Die bereinigte operative Marge stieg zugleich um 0,5 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

Unter dem Strich ging der Gewinn allerdings zurück. Zalando verdiente im zweiten Quartal 73,8 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Überschuss von 96,6 Millionen Euro erzielt.

Prognosespanne wird enger - Management bleibt zuversichtlich

Die Konzernführung um die beiden Co-Vorstandschefs Robert Gentz und David Schröder hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr konkretisiert. Für 2026 erwartet Zalando beim Umsatz und beim Bruttowarenvolumen nun ein Wachstum in der unteren Hälfte der bislang genannten Spanne von 12 bis 17 Prozent.

Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern rechnet das Unternehmen jetzt mit 680 bis 720 Millionen Euro. Zuvor hatte die Prognosespanne bei 660 bis 740 Millionen Euro gelegen.

Nach Angaben des Unternehmens spiegelt die Konkretisierung vor allem die Entwicklung im ersten Halbjahr wider. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf seien hingegen nicht verändert worden. Das Management zeigt sich weiterhin zuversichtlich, beim bereinigten Ebit die Mitte der neuen Spanne erreichen zu können.

Als Gründe nennt Zalando zusätzliche Synergieeffekte, Vorteile aus der Neuordnung der Logistik im zweiten Halbjahr sowie Sparmaßnahmen. Zudem setzt das Unternehmen auf weiteres Wachstum in margenstärkeren Bereichen wie dem Partnergeschäft, Softwareangeboten und Retail Media.

An den mittelfristigen Zielen für 2028 hält der Konzern fest. Zalando strebt für Umsatz und Bruttowarenvolumen eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 8 bis 13 Prozent an. Die bereinigte Ebit-Marge soll mittelfristig zwischen 6 und 8 Prozent liegen.

About You bringt Kundenrekord und erste Millionen-Synergien

Die Übernahme von About You macht sich bereits in den Geschäftszahlen bemerkbar. Nach Unternehmensangaben steuerte die Integration im zweiten Quartal Synergien von mehr als 10 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Zalando einen Synergiebeitrag von 40 Millionen Euro an. Bis 2028 sollen die jährlichen Effekte auf 100 Millionen Euro steigen.

Auch bei der Kundenbasis sorgte der Zusammenschluss für einen deutlichen Sprung. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich auf den neuen Höchststand von 62,5 Millionen. Zalando hatte About You im vergangenen Sommer übernommen.

Im Zusammenhang mit der Transaktion geriet der Konzern zuletzt allerdings auch ins Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die Bafin rügte Zalando im Juli, weil im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu erworbenen About-You-Anteilen von einem nahestehenden Unternehmen gefehlt hätten. Dieses Unternehmen werde von einem Zalando-Aufsichtsratsmitglied beherrscht.

Zalando bestätigte das Fehlen der Angaben, relativierte die Bedeutung des Vorgangs jedoch. In einer Stellungnahme bezeichnete der Konzern die Angelegenheit als „rein formalen und materiell unwesentlichen Aspekt des Konzernanhangs“.

Bn-Redaktion/aw
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