GAZPROM Forum: Community User: Caiw5c5f62645bb07
Wenn man bei einem Broker ist, der nicht selbst den Umtausch über Clearstream supported und man kein sonstwo gelegenes (russisches, azerbaijanisches, ..) Depot will bleibt einem mE nix als abwarten. TR hat Tausch angeboten, ING, Consors nicht. Einen Wechsel der ADR auf einen anderen Broker (zB von ING auf TR) ist mir zu heikel wegen des Nachweises der Ownership seit 27.02. Schaumer mal obs mit TR was wird oder nicht. Ich bin tiefenentspannt, weil ich alles getan habe was für mich sinnvoll möglich ist. Rest ist Schicksal.
Ganz einfach weil die NSD bis zum 15.08 auf die Gebühren verzichtet, wonach ein Umtausch gegen keine Sanktionen verstößt. Die Zwangsumwandlung richtet sich an die ADRs, die es bereits woher in Russland gab, durch russische Staatsbürger, die sie im Ausland gekauft haben oder an die Ausländer, die es geschafft haben sie bis dahin nach Russland zu transferieren. Sie richtet sich aber (noch) nicht an diejenigen, die sie im Ausland aufbewahren, wie es hier auf alle zutrifft. Man ist hier nicht hektisch vorgegangen, sondern die NSD hat angekündigt bis zum 31.07 keine Gebühren zu verlangen, was jetzt bis zum 15.8 verlängert wurde.
Russland ist hier mit einem möglichen Zwangsumtausch ohne Nutzung der westlichen Infrastruktur vorgeprescht. Der Westen mit Clearstream ist auf den Zug aufgesprungen. Da Russland einen Umtausch ab 15.8. anstrebt hat man hier hektisch, konfus und dilettantisch, wie immer reagiert. Ein Großteil der Banken hat kein Nominee Depot eröffnet und besteht weiterhin auf Depots in Russland. Clearstream sichert einen Umtausch zu wenn die russische Verwahrstelle kein Gebühr für einen Umtausch erhebt. Zum einen ist die NSD sanktionert. Warum sollte sie vor dem 15.8. tauschen wenn Russland eh alle in Russland verwahrten ADR ab dem 15.08 zwangstauschen will. Warten wir es ab. Für weitere Informationen schaut bitte die Videos von SdK.
Der kleine aber feine Unterschied ist doch folgender. Die Aktien liegen in Russland. Der "Westen" hat blockiert und verschlafen ADR-Nachfolge-Lösungen zu finden. Das hilft uns alles nicht weiter. Wenn ich die ADR behate habe ich Zeit gewonnen und mir ggf. noch andere Optionen gesichert, falls die ADR (Folgeprodukte sofern es sie gibt) wieder im Westen gehandelt werden. Als ADR-Inhaber habe ich ein Gläubigerrecht gegen den ADR-Ausgeber (hier Mellon) auf Umtausch einer bestimmten Anzahl von Aktien. Wenn ich die ADR nicht tausche, muss der ADR Ausgeber irgendwie für Ersatz sorgen. Umtausch mit Verkauf, Entschädigung. Im Falle von Sberbank hat sich der ADR Ausgeber JPMorgan verpflichtet die ADR zu tauschen und in einem angemessenen Zeitraum in einem geordneten Marktumfeld zu verkaufen. Die ADR-Ausgeber werden gar nicht handeln können, auch nicht in der festgesetzten Verkaufsfrist, da sie sanktioniert sind, keine Rubel in Fremdwährung konvertieren bzw. die Verkaufserlöse nicht in den Westen transferieren können. Faktisch sind unsere Vermögen bis auf weiteres (Aufhebung der Sanktionen) eingefroren. Mein Ansprechpartner bleibt aber immer noch der ADR-Ausgeber (wegen des Gläubiger-Rechts). Wenn sich irgendwann einmal die Erkenntnis durchsetzt, dass Russland beim Erwerb der ADR durch uns bereits den Gegenwert für die Aktien erhalten hat. Vielleicht kommt man dann zur Vernunft und ändert die ADR-Verträge. Vielleicht packt man auch die Aktien sogenannte Aktienanleihen (convertible Bonds). Vielleicht handelt man dann ein „solches Konstrukt“ auch an der westlichen Börse. Wenn ihr jetzt den eigenen Weg der Wandlung mit Depoteröffnung beschreitet verliert ihr die Gläubigerrechte, braucht einen russischen Broker, ein Konto. Dann kann muss jeder selbst ggf. über Klagen nach dem Investitionsschutzabkommen gegenüber Russland seine Rechte geltend machen. Wenn Russland die Aktien enteignet sind sie weg. Wenn ich die ADR behalte habe ich ggf. bei einer Enteignung noch einen Anspruch aus dem Hinterlegungsschein gegen über dem ADR-Ausgeber. Wenn ihr noch andere Aktien in euer Gazprom Depot übertragen wollt ist das im Moment mit Zusatzkosten verbunden, da Russland eine qualifizierte Kontenlegitimation vor Ort (ggf. auch über einen Anwalt oder Notar) benötigt. Das alles verursacht Kosten. Alles was über reine Wertpapier Übertragungen hinausgeht unterliegt meines Wissens auch den Sanktionen. Ihr habt auch ein Ausländer Handelsverbot und könnt den russische Währungsraum nicht verlassen, da Rubel die alleinige Handelswährung ist. Kurzum. Ich schließe mich den Worten eines Vortrags von Sdk (Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger) an. Keiner weiß heute zu sagen welche Handlungsweise "ex post" die Bessere gewesen ist. Tausch oder Behalt der ADR. Jeder muss für sich selbst entscheiden welchen Aufwand er treiben möchte. Das hängt auch ganz besonders von der Vermögenshöhe ab. Alles wie immer ohne mein Obligo.
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