NASDAQ 100 WKN: A0AE1X ISIN: US6311011026 Forum: Indizes Thema: Hauptdiskussion
Ich treffe bislang primär auf fundamentalen Erwägungen basierende Kaufentscheidungen. Technische Analyse ist immer noch meine meine Schwachstelle. Aber eine Empfehlung gebe ich: gerade bei den Tech-Titeln genau darauf schauen, welche in hohem Maße Aktienrückkäufe und Stock Bei manchen bis Ende 2021 vermeintlich gut gelaufenener Titel machten Aktuenrückkäufe einen erheblichen Anteil der Kursgewinne aus. Dafür wird es in 2023 wenig Geld geben. Und mit Stock Compensations kann man glaube auch irgendwie die Bilanzen schönfärben. Einige Tech-Riesen haben beides bis zum Exzess betrieben. Bei meiner Bewertung dieser Kandidaten fließt dies dann negativ mit ein. Ehrlich gesagt hoffe ich aber im kommenden halben Jahr auch auf deutlich sinkende Kurse bei vielen Value und Rohstofftiteln, um da mal ein bißchen einzukaufen. Gerade in Valuetitel ist in 2021 soviel Kapital geflüchtet, daß da aktuell leider vieles überbewertet ist. Billig sieht anders aus.
Ja, ist so, leider. Man bedient sich relativ betrachtet bei denen am dreistesten, die sich nicht wehren können und an das Land gebunden sind. Wer Selbstständig ist und über ein höheres Anlagevermögen verfügt sollte ernsthaft an eine Auswanderung denken. Anders ist in Deutschland kaufkraftbereinigter Vermögensverlust kaum noch zu verhindern.
Ich orientiere mich grob an folgenden fragen: wo liegen in 2023 angesichts der makroökonomischen Rahmenbedingungen realistische Druchschnitts-Gewinne des S&P500 (IMHO unter 200$) und wo liegt in einer Rezession ein angemessener multiple, also KGV? Historischer Durchschnitt liegt bei knapp 16, Median bei knapp 15. Damit berechne ich mir einen Punktestand, wo ich all-in gehen würde. Das wäre unter 3.000 und ziemlich heftig. Ich rechne (aktuell) mit einer nachlassenden, aber auf niedrigerer Schwelle weiter anhaltenden Überbewertung des Index. Also Boden doch oberhalb 3K im S&P. Je nach aktueller Nachrichtenlage und Indikatoren kaufe ich früher nach oder warte noch. Glaube man kann immer noch die Empfehlung der BoA vom Juni letzten Jahres als grobe Richtlinie nehmen: “The S&P 500 will be nibble at 3600, bite at 3300 and gorge at 3000". Wobei ich bei 3600 nicht an Index-ETF s nuckeln würde sondern erst mal nur überproportional stark gefallene solide Titel ins Visier nähme. Und solche Richtlinien man jetzt halt an die Entwicklung der kommenden Monate anpassen.
Das steht doch gar nicht zur Debatte. Ich finde es nur deutlich schwerer eine Aussage zu treffen wann und wo der Boden erreicht sein soll. Die China Schwäche in Q4 hat zB erheblich zu einer Inflationsabschwächung in vielen Bereichen geführt. Natürlich führt eine Wiederaufnahme der Industrie dann wieder zu höheren Energiepreisen etc in den nächsten Monaten. Dass eine kurzzeitige erhebliche Stimulierung durch die Notenbanken langfristig zu mehr Probleme führt,weiß hier wahrscheinlich jeder. Dennoch könnten sich hier Effekte für die Weltwirtschaft ergeben,die bestimmte Schwächephasen in anderen Regionen ausgleichen könnten.
Um Inflationsausgleich zu erreichen wäre uns schon geholfen, wenn Kursgewinne nach 12 Monaten steuerfrei wären, wie es früher der Fall war und in den meisten Staaten, auch den meisten europäischen Staaten immer noch der Fall ist. Und wenn der Freibetrag für Kapitalgewinne (Aktien stellen für die meisten Kleinanleger schließlich die private Altersvorsorge dar) deutlich höher im fünfstelligen Bereich läge. In Frankreich liegt er glaube bei 20.000€. Abgeltungssteuer und Inflation sind nichts anderes als Staatliche Enteignung. Und die Geldpolitik der EZB könnte man strenggenommen als eine Art staatliche Falschgeldwirtschaft betrachten. Als Privatperson käme man für solche Praktiken ins Gefängnis. Aber der Staat hat halt das Monopol auf straffreie kriminelle handlungen.
Die Regel zeigt, daß kleine Privatanleger nicht die Resilienz besitzen, um langjährige starke Börsenkrisen auszusitzen. Nebenbei frisst in der Zwischenzeit die reale Inflation (Daumenregel = offizielle Inflationszahl x 2) das Vermögen in der Zwischenzeit auf. Es ist auch ein großer Irrtum zu glauben, Buchverluste seien keine realen Verluste. Wenn man breit diversifiziert ist, kriegt man langjährigen Inflationsausgleich nur, wenn es einem gelingt schwere Krisen und langjährige Bärenmärkte zu vermeiden. Es deutet auch einiges darauf hin, daß die außergewöhnlich hohen Durchschnitts-Indexrenditen der letzten 12 Jahre in der Höhe in Zukunft nicht mehr erreicht werden. 2021/22 hat sich buy&hold als gescheiterte Strategie erwiesen. Und ein Anlagezeitraum von 10 Jahren ist historisch betrachtet leider kein Garant für positive inflationsbereinigte Nettorenditen. Allein nach der dot.com-Krise hat es vom ATH aus über 15 jahre gedauert, bis zum "nominalen" break even. Bis zum inflationsbereinigten break-even wohl eher Richtung 20 Jahre.
Also müssen nun alle die über den Kapitalmarkt fuer das Alter vorsorgen wollen zum Tradingexperten werden und eine gute Glaskugel haben??... Buy and Hold , breit gestreut , egal ob mit ETFs oder qualitativ hochwertigen Aktien wird immer seine Rendite machen solange es eine Wirtschaft gibt.... Wie hoch die ist weiss keiner, sicher ist für mich nur das kein Weg an der Börse vorbeiführt... Ausser man hat genug Asche und Know How um mit Immobilien zu arbeiten....
Bei China bin ich nicht up to date. Eins ist aber sicher: fiskalische Stimuli sind keine Zaubermittel und kein perpetuum mobile. Das geht mir zu sehr Richtung Ponsi Scheme. Solche Stimuli müssen entweder zu einem späteren Zeitpunkt in gewißer Weise quasi "zurückbezahlt" werden oder aber sie sind nur Mittel, um Probleme aufzuschieben, die sich dann mitunter sogar verschlimmern. Reicht eigentlich ein paar Minuten nüchtern Nachdenken, um einzusehen, daß immer noch Milton Friedmans Satz gilt: there is no such thing as a free lunch. Eine Volkswirtschaft lebt langfristig(!) nicht von fiskalischen Stimuli (Harry Potter Zauberei) und Geldentwertung sondern von Innovationskraft. Ohne Innovationskraft ist der langfristige wirtschaftliche Niedergang gesichert. So war es immer und wird es immer sein.
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