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152-Millionen-Euro-Streit

Deutsche Bank zahlt erneut an Ex-Manager 07.09.2026, 16:01 Uhr Jetzt kommentieren: 0

152-Millionen-Euro-Streit: Deutsche Bank zahlt erneut an Ex-Manager
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Prozess kurz vor dem Start abgesagt

Der für Donnerstag, den 10.9., geplante Verhandlungstermin wurde abgesagt, nachdem der frühere Investmentbanker seine Klage zurückgezogen hatte. Die Parteien hätten „alle Forderungen und Vorwürfe“ vertraulich beigelegt. Wie viel die Deutsche Bank dafür bezahlt, bleibt offen. Nach Angaben des Instituts soll die Einigung im dritten Quartal 2026 lediglich einen kleinen finanziellen Effekt haben. Ursprünglich hatte der Kläger 152 Millionen Euro verlangt und der Bank vorgeworfen, seiner Karriere geschadet zu haben.

Streit reicht bis zur Finanzkrise zurück

Hintergrund sind frühere Geschäfte der Deutschen Bank mit der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena, die in Italien ein Strafverfahren ausgelöst hatten. Der ehemalige Mitarbeiter erklärte, die Bank habe ihn nach Kritik an einer fragwürdigen Bilanzierungsmethode zum Sündenbock gemacht. Auch andere frühere Manager erhoben ähnliche Vorwürfe. Nachdem Betroffene in höherer Instanz freigesprochen worden waren, folgten 2024 weitere Klagen in Deutschland und London.

Weitere Forderungen in Millionenhöhe

Vier vergleichbare Verfahren sind weiterhin in London anhängig. Nach Angaben der Deutschen Bank beläuft sich der Streitwert auf mehr als 600 Millionen Pfund, umgerechnet rund 700 Millionen Euro. Mit einem weiteren Ex-Mitarbeiter hatte sich das Institut bereits außergerichtlich geeinigt. In einem anderen Fall soll eine Zahlung von 35 bis 45 Millionen Euro vereinbart worden sein. Zu den Klägern in den noch laufenden Verfahren zählt auch Ex-Vorstand Michele Faissola.

Christian Sewing gerät unter Druck

Die Kläger hatten zusätzlich Vorstandschef Christian Sewing in den Mittelpunkt ihrer Vorwürfe gerückt. Sewing soll 2013 als Chef der internen Revision für eine Untersuchung verantwortlich gewesen sein, die später eine Rolle in den italienischen Verfahren spielte. Die Deutsche Bank weist diese Darstellung zurück und bezeichnet die Klagen als unbegründet. Die Untersuchung sei gründlich, ordnungsgemäß und unabhängig gewesen. Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts hatte erklärt, der Aufsichtsrat unterstütze den Vorstand bei der Verteidigung der Bank.

Teure Vergleiche sorgen erneut für Fragen

Vergleiche beschäftigen die Deutsche Bank seit Jahren. Anfang 2014 zahlte das Institut im Streit mit den Erben von Leo Kirch rund 900 Millionen Euro. 2022 folgte im Zusammenhang mit dem Epstein-Komplex ein Vergleich über 26 Millionen Dollar, umgerechnet ungefähr 22 Millionen Euro. Aktionäre hatten die kostspielige Vergleichspraxis bereits auf der Hauptversammlung im Mai kritisiert. Die Deutsche Bank-Aktie notierte zuletzt bei 35,52 Euro und damit 0,14 Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 35,72 Euro, das Tief bei 22,98 Euro.

Bn-Redaktion/ar
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