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22 Milliarden Schulden

Kein Geld mehr für BP-Aktionäre? 10.02.2026, 16:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Erdöl
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BP 517,18 GBX -2,49 % TTMzero RT

Aktienrückkäufe gestoppt – Fokus auf Bilanzstärkung

BP setzt ein deutliches Signal: Der britische Energiekonzern stoppt seine Aktienrückkäufe vollständig, um die Bilanz zu stabilisieren. Das zuvor bereits reduzierte Rückkaufprogramm von zuletzt 750 Millionen US-Dollar pro Quartal wird gestrichen. Gleichzeitig zieht BP die bisherige Zusage zurück, 30 bis 40 Prozent des operativen Cashflows an die Aktionäre auszuschütten. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionen am unteren Ende der bisherigen Prognose.

Schulden bleiben hoch – Zielmarke unverändert

Trotz der Einschnitte bleibt die Verschuldung ein zentrales Thema. Die Nettoverschuldung belief sich zum Jahresende auf rund 22,2 Milliarden US-Dollar, ohne hybride Anleihen und Leasingverpflichtungen. Am Zielkorridor von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar Nettoschulden bis Ende 2027 hält BP fest. Diese Entscheidung stößt bei Analysten auf Skepsis. Ein Analyst von RBC zeigte sich überrascht, dass die Zielmarke trotz der erwarteten Einsparungen aus dem Rückkaufstopp unverändert bleibt.

Strategiewechsel und Führungswechsel im Hintergrund

Das vergangene Jahr war von tiefgreifenden Umbrüchen geprägt. Nach dem Druck eines aktivistischen Investors kam es zu einem Führungswechsel an der Spitze. Die Priorisierung der Bilanz vor Ausschüttungen soll schwierige, aber notwendige Entscheidungen ermöglichen und den Weg für die neue Vorstandschefin Meg O’Neill ebnen, die ihr Amt im April antritt. Sie übernimmt ein Portfolio mit bedeutenden Förderprojekten in Brasilien, dem Nahen Osten und den USA.

Rückstand gegenüber Wettbewerbern

BP ist inzwischen der einzige Konzern unter den fünf größten Ölmultis ohne Aktienrückkaufprogramm. Während US-Konzerne wie Chevron und Exxon Mobil ihre Ausschüttungen stabil halten, setzt BP auf Zurückhaltung. Shell hält weiterhin an einem Quartalsrückkauf von 3,5 Milliarden US-Dollar fest, TotalEnergies dürfte seine Zahlungen senken. Die BP-Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von bis zu 5,7 Prozent im frühen Londoner Handel.

Operative Zahlen und neue Projekte

Im vierten Quartal erzielte BP einen Nettogewinn von 1,54 Milliarden US-Dollar und traf damit die Erwartungen. Für 2026 rechnet der Konzern mit einer leicht niedrigeren Produktion als im Vorjahr. Hoffnungsträger ist unter anderem die Entdeckung „Bumerangue“ in Brasilien mit rund 8 Milliarden Barrel Flüssigkohlenwasserstoffen, je zur Hälfte Rohöl und Kondensat. Ein Bewertungsprogramm zur wirtschaftlichen Nutzbarkeit soll Ende dieses Jahres starten.

Kostensenkungen und Abschreibungen

Bis Ende 2027 sollen die Kostensenkungen – inklusive des Verkaufs des Schmierstoffgeschäfts Castrol – um bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar ausgeweitet werden. Zudem verbuchte BP im vierten Quartal Abschreibungen von 4 Milliarden US-Dollar im Bereich Energiewende, unter anderem auf Biogas-, Solar- und Offshore-Windaktivitäten. Der Konzern hält dennoch an einer Brent-Preisannahme von 72,9 US-Dollar je Barrel fest.

Bn-Redaktion/ts
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