Airbus unter Druck

Trumps Handelskrieg trifft Europas Luftfahrt 26.01.2026, 10:23 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Interne Warnung: Airbus-Chef erwartet „beispiellose Anzahl an Krisen“

Airbus-Chef Guillaume Faury hat seine Belegschaft auf ein schwieriges Jahr 2026 eingestimmt. In einem internen Schreiben sprach er von einem Jahresbeginn, der von „beispiellosen Krisen“ und „beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen“ geprägt sei. Der Brief warnt vor der Zuspitzung des globalen Umfelds und fordert von den Mitarbeitenden „Solidarität und Eigenverantwortung“.

Besonders die zunehmende Konfrontation zwischen den USA und China stelle das Unternehmen vor große Herausforderungen. Diese geopolitischen Spannungen hätten im vergangenen Jahr bereits erhebliche logistische und finanzielle Auswirkungen gehabt. Faury betonte, Airbus müsse „jederzeit anpassungsfähig bleiben“.

US-Präsident Trump verschärft Druck – Airbus besonders verwundbar

Die Unternehmensführung reagiert damit auf eine zunehmend aggressive Politik von US-Präsident Donald Trump, der zuletzt mit neuen Zöllen drohte und die Kontrolle über Grönland forderte. Die Spannungen wirken sich bereits auf die Luftfahrtbranche aus: United Airlines warnte vor möglichen Störungen im globalen Betrieb.

Laut einer Analyse von Bloomberg Intelligence sind vor allem Airbus-Geschäfte durch die transatlantischen Handelskonflikte gefährdet – deutlich stärker als beim US-Konkurrenten Boeing. Grund dafür ist die starke Kundenbasis in den Vereinigten Staaten. Zwar verfüge Airbus mit dem Werk in Alabama über Alternativen, doch gerade bei Triebwerken sei die internationale Lieferkette besonders verwundbar.

Aktien unter Druck – Triebwerksengpässe bleiben ein Problem

An der Börse reagierten Anleger verunsichert: Airbus-Aktien verloren am Montag 1,5 % und rutschten damit zurück auf ihre 50-Tage-Linie. Händler verwiesen auf den internen Brief als Auslöser der Kursverluste.

Zudem erwartet Airbus auch 2026 Engpässe bei Triebwerken. Besonders bei der A320-Familie kommt es weiterhin zu Verzögerungen bei der Auslieferung. Der bisherige Chef der zivilen Flugzeugsparte, Christian Scherer, bestätigte in einer Pressekonferenz, dass man weiterhin mit Zulieferern wie Pratt & Whitney über künftige Mengen verhandle.

Vergangenes Jahr musste Airbus Flugzeuge ohne Triebwerke – sogenannte „Glider“ – fertigen, um die Produktionslinien am Laufen zu halten. Zwar entspannte sich die Lage zum Jahresende, allerdings sorgten fehlerhafte Rumpfteile für zusätzliche Komplikationen.

Liefertempo zieht an – neue Führung an Bord

Trotz aller Herausforderungen konnte Airbus im Dezember die Auslieferungen auf 136 Einheiten steigern und das Jahresziel von 790 mit 793 Flugzeugen knapp übertreffen. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen 889 Nettoaufträge, wodurch der Auftragsbestand auf 8.754 Maschinen anwuchs.

Besonders stark war die Nachfrage nach der A320-Serie – 607 Maschinen wurden 2025 ausgeliefert, so viele wie seit 2019 nicht mehr. Allein in der letzten Dezemberwoche wurden Verträge über mehr als 140 Flugzeuge mit chinesischen Airlines und Leasinggesellschaften abgeschlossen.

Zum Jahreswechsel übergab Christian Scherer seine Rolle an Lars Wagner, den früheren Vorstandschef von MTU Aero Engines AG.

Airbus will 2026 Produktion steigern – Konkurrenz aus Deutschland rückt nach

Für 2026 liegt noch keine konkrete Produktionsprognose vor. Analysten rechnen jedoch mit rund 900 Auslieferungen. Dies wäre ein klares Signal an den Markt – gerade im Hinblick auf die belastete Lieferkette und das globale Umfeld.

Gleichzeitig wächst auch der Wettbewerbsdruck in Deutschland: Laut Medienberichten konkurriert Airbus mit Rheinmetall und OHB um ein Satellitenprojekt der Bundeswehr im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro.

Bn-Redaktion/ts
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