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Aktienmärkte trotz Nahost-Konflikt im Aufwind – Wie lange hält die Erholung? 17.06.2025, 14:35 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Aktienmärkte: Aktienmärkte trotz Nahost-Konflikt im Aufwind – Wie lange hält die Erholung?
© Symbolbild von Amrulqays Maarof auf Pixabay
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Börsen stabilisieren sich nach kurzer Panik

Die internationalen Aktienmärkte haben nach einer kurzen Schockphase infolge der jüngsten Eskalation im Nahen Osten rasch wieder Stabilität gefunden. An der Wall Street beendete der Dow Jones am Montag mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 42.515 Punkten den Handel. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte ein Wachstum von 0,9 Prozent und schloss bei 6.033 Punkten. Noch stärker stieg der Nasdaq, der um 1,5 Prozent auf 19.701 Zähler zulegte. Analyst Chris Zaccarelli von Northlight Asset Management fasst die Stimmung zusammen: „Der Markt hat bereits einige der schlimmsten Befürchtungen eingepreist und nutzt jetzt die Gelegenheit, bei niedrigeren Kursen einzusteigen.“

Israels Angriff auf das iranische Regime: Börsen kurzfristig erschüttert

Zuvor hatte Israels Präventivschlag gegen das iranische Regime weltweit zu einem kurzfristigen Einbruch an den Aktienmärkten geführt. Der deutsche Leitindex DAX verlor zunächst 1,4 Prozent. Jochen Stanzl, Marktanalyst bei CMC Markets, sprach von erheblichen Unsicherheiten durch den Konflikt, der unerwartet eskalierte: „Zunächst einmal sind das sehr schlechte Nachrichten. Es ist noch sehr viel unbekannt zu diesem Zeitpunkt. Informationen aus israelischen Medien zufolge könnten die Kampfhandlungen zwei Wochen dauern. Das ist eine Perspektive, wo man erstmal nicht mehr planen kann. Und das ist typischerweise etwas, das mit Kursverlusten, mit hohen Schwankungen einher geht.“

Ölpreise zunächst sprunghaft gestiegen

Die unmittelbare Reaktion an den Rohstoffmärkten war dramatisch: Die Ölpreise sprangen zeitweise um zwölf Prozent in die Höhe. Etwa ein Drittel der globalen Ölproduktion stammt aus dem Nahen Osten. Jede Eskalation dort wirkt sich sofort auf den globalen Ölpreis aus. Besonders sensibel reagieren Märkte auf mögliche Blockaden von Schlüsseltransportrouten wie der Straße von Hormus, durch die täglich etwa ein Drittel des weltweit auf dem Seeweg gehandelten Erdöls fließt.

Konjunkturrisiken durch mögliche Blockaden

Ricardo Evangelista von ActivTrades warnt, dass jede ernsthafte Behinderung des Öltransports dramatische Auswirkungen auf die globale Wirtschaft hätte. Zwar wären die Auswirkungen eines Totalausfalls der iranischen Ölexporte relativ begrenzt, da der Iran nur vier Prozent der globalen Produktion beisteuert. Kritischer wäre jedoch eine Blockade der Straße von Hormus, die auch Lieferungen anderer Golfstaaten beträfe. Eine Sperrung dieser Route hätte unmittelbare Konsequenzen für Ölimporteure, insbesondere in Asien.

Steigende Preise belasten Verbraucher

Deutsche Verbraucher bekommen bereits die Folgen steigender Energiepreise zu spüren. Laut ADAC stieg der Preis für Super E10 innerhalb weniger Tage von 1,668 Euro auf 1,749 Euro pro Liter, Diesel von 1,550 Euro auf 1,639 Euro. Auch Heizöl verteuerte sich deutlich: Laut Verivox liegt der Preis aktuell bei rund 94 Euro pro 100 Liter, gegenüber 87 Euro im Mai.

Droht eine neue Inflationswelle?

Sollten die Ölpreise weiter steigen oder gar die Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel überschreiten, könnten sich ernste Folgen für die globale Konjunktur ergeben. Deutsche-Bank-Experte George Saravelos hält sogar Preise über 120 US-Dollar für möglich. Neil Wilson von Saxo Markets warnt: „Eine Sperrung der Straße von Hormus könnte zu erheblichen inflationären Druck führen. Zuletzt lag die Inflationsrate in Deutschland bei vergleichsweise niedrigen 2,1 Prozent, doch Analysten sehen eine reale Gefahr, dass hohe Energiepreise erneut zu einer Rezession führen könnten.

Risiko einer Stagflation steigt deutlich

Experten sehen zudem ein steigendes Risiko einer globalen Stagflation – einer Phase steigender Preise bei stagnierendem Wirtschaftswachstum. Mit der Eskalation im Nahen Osten erhöhe sich die Gefahr einer globalen Stagflation, betont Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Damit wären die Zentralbanken gezwungen, schwierige geldpolitische Entscheidungen zwischen Wachstum und Inflationsbekämpfung zu treffen.

Bn-Redaktion/ar
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