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Analyse

Bilfinger: Deutsche Bank hält Buy trotz Crash 17.09.2026, 15:36 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Bilfinger 59,50 EUR -21,40 % Tradegate

Nach dem drastischen Kursrückgang sind sich Analysten bei Bilfinger uneins: Die Aktie notiert am Donnerstagnachmittag bei 59,80 Euro, ein Minus von rund 21 Prozent. Während Deutsche Bank Research die Kaufempfehlung bestätigt, stufte Oddo BHF die Aktie ab. Die Mannheimer halten trotz des Rückschlags an ihren langfristigen Zielen fest.

Kunden zögern trotz abgeschlossener Planungen

Bilfinger begründete die Prognoseabsenkung mit einer anhaltend verhaltenen Nachfrage im laufenden dritten Quartal. Kunden verschöben ihre Entscheidungen von Monat zu Monat, ohne dass es zu nennenswerten Stornierungen komme – als Ursachen würden hohe Energiekosten und ein schwer planbares wirtschaftliches Umfeld, geprägt durch den anhaltenden Nahostkonflikt, genannt. Besonders in Hochlohnländern führe dies zu Unterauslastung. Häufig seien Vorplanungen und Genehmigungsverfahren bereits abgeschlossen – der Übergang zur Umsetzung stocke jedoch. Der Bedarf für die vorgesehenen Arbeiten bestehe dem Unternehmen zufolge weiterhin und könnte sogar noch steigen.

Analysten reagieren unterschiedlich

Trotz des massiven Kursverlusts bestätigte Deutsche Bank Research die Einstufung auf „Buy" mit einem Kursziel von 125 Euro. Die zuvor erwartete Erholung im zweiten Halbjahr bleibe aus, hieß es in einem Kommentar, und die Kunden verhielten sich in der geopolitischen und konjunkturellen Lage weiterhin zurückhaltend. Für 2027 dürfte demnach eine Normalisierung der Aktivität möglich sein. Zurückhaltender fiel die Reaktion bei Oddo BHF aus: Die Investmentbank stufte Bilfinger von „Outperform" auf „Neutral" herab und verwies auf unklare Perspektiven. Beide Einschätzungen sind externe Urteile und stellen keine redaktionelle Empfehlung dar.

Programm „Agile" soll ab 2028 wirken

Mit dem Programm „Agile" steuert Bilfinger gegen die kurzfristige Eintrübung: Im Fokus stehen die Bündelung von Ressourcen, Kapazitätsanpassungen sowie der Aufbau einer globalen Shared-Services-Organisation. Für 2026 sind einmalige Aufwendungen von rund 75 Millionen Euro veranschlagt; ab 2028 soll das Programm jährlich rund 75 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Bis zu 1.500 der weltweit rund 31.000 Stellen könnten betroffen sein; alle Maßnahmen sollen eng mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. An den Mittelfristzielen bis 2030 – darunter ein durchschnittliches Umsatzwachstum von acht bis zehn Prozent sowie eine bereinigte EBITA-Marge von acht bis neun Prozent – hält Bilfinger fest.

Gemischtes Stimmungsbild in der Community

Im Feb. 2026 stand die Aktie bei über 120 Euro. Da kann doch jetzt 58 Euro so falsch nicht sein. Hier wird doch weiterhin schönes Geld verdient, nur ggf. etwas weniger beziehungsweise etwas langsamer.

Trotz des heftigen Einbruchs zeigt sich die Community gespalten: Während ein Teil der Nutzer den Absturz als übertriebene Marktreaktion bewertet, wollen andere zunächst eine Bodenbildung abwarten.

Bn-Redaktion/sb
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