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Angriffe in der Straße von Hormus

Ölpreis fällt dennoch 15.10.2026, 14:20 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Öl
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Öl (Brent) 104,57 USD -1,46 % L&S Exchange
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Brent fällt unter 105 Dollar

Die Nordseesorte Brent verlor am Donnerstag zeitweise rund 1,43 Prozent auf 104,59 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 93,34 Euro. Die US-Sorte West Texas Intermediate, kurz WTI, gab rund 1,1 Prozent auf 94,01 US-Dollar, umgerechnet rund 84 Euro, nach. Damit drehten die Ölpreise nach den Gewinnen des Vortages wieder ins Minus. Bemerkenswert ist der Rückgang vor allem deshalb, weil sich die Sicherheitslage rund um einen der wichtigsten Transportwege für Rohöl gleichzeitig verschärft hat.

Zwei Schiffe nahe Hormus gesunken

Innerhalb von 24 Stunden sanken ein Containerschiff und ein Massengutfrachter nahe der Straße von Hormus, nachdem sie bei getrennten Zwischenfällen von Geschossen getroffen worden waren. Die Angriffe auf Schiffe in der Region haben zuletzt deutlich zugenommen. Gleichzeitig liegt der Ölfluss durch die Straße von Hormus mit durchschnittlich 11,6 Millionen Barrel pro Tag deutlich unter dem üblichen Niveau von rund 17,1 Millionen Barrel täglich.

Mehr Tankerkapazitäten könnten entlasten

Trotz dieser Risiken belastet die Aussicht auf zusätzliche Transportkapazitäten den Ölpreis. Die USA prüfen eine Lockerung von Beschränkungen für bestimmte sanktionierte Tanker. Diese Schiffe könnten unter bestimmten Voraussetzungen wieder Öl und Mineralölprodukte transportieren. Dadurch könnten sich die zuletzt stark gestiegenen Frachtkosten entspannen und zusätzliche Transportmöglichkeiten entstehen. Diese Aussicht wirkt am Markt derzeit stärker als die unmittelbare Eskalation rund um die Straße von Hormus.

Weltweites Ölangebot steigt wieder

Auch die Internationale Energieagentur meldet eine Erholung der Förderung. Das globale Ölangebot stieg im September gegenüber dem Vormonat um 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf 102,3 Millionen Barrel täglich. Gleichzeitig erwartet die IEA für das vierte Quartal einen Rückgang der weltweiten Nachfrage um 2,5 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vorjahr. Diese Kombination aus höherem Angebot und schwächerer Nachfrage nimmt kurzfristig zusätzlichen Preisdruck aus dem Markt.

Vorräte trotzdem deutlich unter Vorkriegsniveau

Von einer nachhaltigen Entspannung kann dennoch keine Rede sein. Die weltweit beobachteten Ölvorräte lagen Ende September laut IEA rund 509 Millionen Barrel unter dem Stand von Ende Februar, als noch ungefähr 8,2 Milliarden Barrel erfasst wurden. Rechnerisch entspricht das einem Rückgang von gut 6 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Barrel. Gleichzeitig befinden sich die Lagerbestände an Land auf dem niedrigsten Niveau seit mindestens 2016. Der fallende Ölpreis verdeckt damit, wie empfindlich der Markt weiterhin auf zusätzliche Lieferausfälle reagieren könnte.

Bn-Redaktion/tb
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