ASML enttäuscht

Schwacher EUV-Auftragseingang im Q1 16.04.2025, 18:11 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Ernüchternde Zahlen – besonders bei Schlüsseltechnologie EUV

Der niederländische Chipanlagen-Hersteller ASML hat im ersten Quartal 2025 einen herben Rückschlag beim Auftragseingang hinnehmen müssen. Nur 3,94 Milliarden Euro an Neuaufträgen wurden verzeichnet – ein drastischer Fehlbetrag gegenüber den von Analysten prognostizierten 4,82 Milliarden Euro. Besonders enttäuschend war der Auftragseingang im Bereich der EUV-Technologie, also der extrem-ultravioletten Lithografie, die für die Fertigung modernster Chips essenziell ist. Hier wurden lediglich 1,2 Milliarden Euro gebucht, ganze 380 Millionen Euro unter den Erwartungen.

Trotz der enttäuschenden Zahlen hält sich das operative Geschäft stabil: Der Umsatz erreichte 7,74 Milliarden Euro und lag ebenso wie der Nettogewinn von 2,4 Milliarden Euro leicht über den Erwartungen. Die Bruttomarge stieg sogar auf 54 Prozent und übertraf damit die eigene Prognose.

Zollpolitik aus den USA sorgt für Gegenwind

Neben der Schwäche beim Auftragseingang lasten vor allem neue geopolitische Unsicherheiten auf dem Unternehmen. CEO Christophe Fouquet zeigte sich zwar zuversichtlich, dass „2025 und 2026 Wachstumsjahre werden“, doch gleichzeitig warnte er: „Die jüngsten Zollankündigungen haben die Unsicherheit im makroökonomischen Umfeld erhöht.“ Besonders die von der Trump-Regierung angestoßenen Überprüfungen möglicher Sicherheitsrisiken bei Halbleiterimporten könnten zu neuen Handelshemmnissen führen.

Auch Finanzchef Roger Dassen schlägt in dieselbe Kerbe und weist auf mögliche Zusatzkosten hin, die durch neue US-Zölle auf Maschinen, Ersatzteile und Werkzeuge entstehen könnten. Hinzu kommen potenzielle Gegenmaßnahmen anderer Länder – ein Pulverfass für die global eng vernetzte Chipindustrie.

Aktie unter Druck – KI-Euphorie reicht nicht mehr aus

Obwohl der KI-Boom nach wie vor für stabile Nachfrage sorgt, kommt die Aktie von ASML zunehmend unter die Räder. Zuletzt hatten bereits Schwergewichte wie Nvidia und TSMC vorsichtigere Töne angeschlagen. Analyst Ben Barringer von Quilter Cheviot mahnt zur Vorsicht und warnt vor „weitreichenden Folgen“ geopolitischer Eingriffe.

Die Märkte reagieren deutlich: Innerhalb eines Jahres hat ASML rund 34 Prozent an Börsenwert verloren. Am Tag der Quartalszahlen sackte der Kurs um über 6 Prozent ab – ein klares Signal für die Nervosität der Anleger. Die Wachstumsfantasie bleibt intakt, doch die politischen Rahmenbedingungen könnten zum größten Risikofaktor für den einstigen Highflyer werden.

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Bn-Redaktion/aw
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