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Fachkräfte, Jobs, Investitionen

Warum ein AfD-Wahlsieg zum Wirtschaftsrisiko werden könnte 06.09.2026, 15:57 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Fachkräfte, Jobs, Investitionen: Warum ein AfD-Wahlsieg zum Wirtschaftsrisiko werden könnte
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Daimler Truck Holding 45,47 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz
Siemens Energy 146,99 EUR ±0,00 % Lang & Schwarz

Arbeitskräfte werden zum entscheidenden Faktor

Besonders die demografische Entwicklung verschärft die wirtschaftlichen Herausforderungen. Nach Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft könnte die Erwerbsbevölkerung in Sachsen-Anhalt ohne Zuwanderung bis 2045 um etwa ein Viertel sinken. Joachim Ragnitz vom ifo-Institut Dresden erwartet bereits in den kommenden zehn Jahren einen Rückgang des Erwerbstätigenpotenzials um gut neun Prozent. Ende 2025 lebten rund 2,12 Millionen Menschen im Bundesland, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Sachsen-Anhalt hat zugleich die älteste Bevölkerung aller Bundesländer.

Siemens Energy warnt vor Standortnachteilen

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch sieht internationale Fachkräfte, Exporte und ausländische Investoren als entscheidend für deutsche Arbeitsplätze. Das AfD-Programm hält er für schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland und teilweise für einen Angriff auf demokratische Strukturen. Wirtschaftsweise Monika Schnitzer erwartet bei einer Regierungsübernahme der AfD ebenfalls einen deutlichen Attraktivitätsverlust für Fachkräfte und Unternehmen. IW-Direktor Michael Hüther bezeichnete eine Zuwanderungspolitik nach Vorstellungen der AfD für Sachsen-Anhalt als ruinös.

Löhne und Arbeitslosigkeit bleiben Schwachpunkte

Im August lag die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt bei 8,2 Prozent und damit über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,5 Prozent. Vollzeitbeschäftigte erzielten 2025 einen durchschnittlichen Bruttojahresverdienst von 51.937 Euro, bundesweit waren es 65.441 Euro. Bei allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag der Jahresbruttolohn bei 41.163 Euro gegenüber 45.913 Euro im Bund. Besonders ländliche Regionen leiden zusätzlich unter schwacher Infrastruktur und langen Wegen.

Mittelstand und Chemie prägen die Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur wird stark von kleinen und mittelständischen Unternehmen bestimmt. Besonders wichtig ist die chemische Industrie im Süden des Bundeslandes, die allerdings unter hohen Energiekosten leidet. Große Konzerne, die regionale Schwächephasen durch internationales Geschäft ausgleichen könnten, sind vergleichsweise selten. Größter Arbeitgeber ist nach einer Erhebung der Nord/LB die Deutsche Bahn mit mehr als 8.000 Beschäftigten.

Niedrige Kosten bieten auch Chancen

Sachsen-Anhalt verfügt zugleich über Standortvorteile. Ein repräsentativer Warenkorb ist dort rund sieben Prozent günstiger als im deutschen Durchschnitt, vor allem wegen niedriger Wohnkosten. Auch geringere Lohnkosten können Investitionen begünstigen. Daimler Truck eröffnete im Sommer 2025 ein Logistik-Zentrum in Halberstadt und investierte dafür 500 Millionen Euro. Von dort werden Kunden weltweit mit Ersatzteilen versorgt.

Bn-Redaktion/ar
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