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Aufträge vervierfacht

Nel büßt fast zwei Drittel Umsatz ein 15.10.2026, 15:39 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
NEL ASA 0,1921 EUR -6,86 % Baader Bank
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Beim Wasserstoff-Spezialisten Nel ist der Umsatz im dritten Quartal um 63 Prozent eingebrochen. Die Erlöse aus Kundenverträgen fielen auf 112 Millionen norwegische Kronen, umgerechnet rund 10,5 Millionen Euro – die Aktie verliert am Nachmittag gut 8 Prozent auf 0,191 Euro und liegt damit nur noch knapp über ihrem Jahrestief von gut 0,17 Euro. Unter Aktionären überwiegt Ernüchterung, obwohl der Bericht auch einen deutlichen Lichtblick enthält.

Alkali-Geschäft bricht um 91 Prozent ein

Hauptgrund für den Einbruch ist die Sparte für alkalische Elektrolyseure: Ihr Umsatz schrumpfte um 91 Prozent auf nur noch 23 Millionen Kronen. Das EBITDA des Konzerns verschlechterte sich von minus 37 auf minus 93 Millionen Kronen, rund minus 8,7 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 141 Millionen Kronen nach 85 Millionen Kronen ein Jahr zuvor. Die liquiden Mittel sanken binnen Jahresfrist von knapp 1,76 auf rund 1,08 Milliarden Kronen, umgerechnet gut 101 Millionen Euro.

Langjährige Aktionäre wirken nach diesen Zahlen zunehmend resigniert. Seit dem Rekordhoch vor rund fünf Jahren werde auf die Wende gehofft, ohne dass sich Grundlegendes verändert habe, lautet ein wiederkehrender Einwand. Weder Gewinne noch eine Dividende seien in all der Zeit geflossen – das Quartal fügt sich aus dieser Sicht in ein bekanntes Muster ein.

PEM-Sparte sammelt fast sechsmal so viele Aufträge

Ganz anders sieht es bei der PEM-Technologie aus. Hier stieg der Umsatz um 65 Prozent auf 89 Millionen Kronen, der Auftragseingang sprang um 473 Prozent auf 245 Millionen Kronen. Konzernweit kletterten die Neuaufträge um 339 Prozent auf 253 Millionen Kronen, der Auftragsbestand wuchs um gut ein Drittel auf 1,31 Milliarden Kronen, umgerechnet rund 123,5 Millionen Euro. Konzernchef Håkon Volldal, der zum letzten Mal die Quartalszahlen präsentierte, führt das Wachstum auf eine bessere Projektabwicklung und ein wettbewerbsfähiges Produkt zurück. Der Schwung setze sich im vierten Quartal fort.

Aus Anlegersicht ist genau das der entscheidende Punkt. Mehrere Aktionäre sehen in den gefüllten Auftragsbüchern den Beleg, dass an der Börse die Zukunft gehandelt werde und nicht das abgelaufene Quartal. Die Erklärung des Managements zum PEM-Geschäft klinge gut, Geduld sei bei diesem Wert aber unverzichtbar.

Aus Aufträgen wird Umsatz. Aus Umsatz wird Gewinn. Der Rest ist 1+1

Der Einwand der Gegenseite: Der prozentuale Sprung beruhe vor allem auf einer niedrigen Messlatte, denn im Vorjahresquartal hatte Nel lediglich Aufträge über 57 Millionen Kronen verbucht. Beim Blick auf das Auftragsbuch bleibt die Stimmung damit gespalten.

Kursplus der letzten Tage ist wieder verspielt

Eröffnet hatte die Aktie noch bei 0,2075 Euro, danach ging es nahezu ohne Gegenwehr bis auf das Tagestief von 0,19 Euro abwärts. Die Gewinne der vergangenen Tage, die das Papier zwischenzeitlich bis auf 0,21 Euro getragen hatten, sind damit aufgezehrt. Rückenwind vom Gesamtmarkt fehlt: Die überraschend stark gestiegenen US-Verbraucherpreise schüren die Sorge vor anhaltend hohen Zinsen und lasten weltweit auf wachstumsorientierten Technologiewerten. Der DAX hält sich zwar nahezu unverändert bei rund 25.240 Punkten, doch gerade Unternehmen, die noch Verluste schreiben, reagieren auf steigende Zinserwartungen häufig empfindlich.

Charttechnisch orientierte Anleger richten den Blick auf die Marke von 0,18 Euro, die als nächste Haltelinie gesehen wird. Ganz düster fällt der längerfristige Ausblick auf Aktionärsseite trotzdem nicht aus: Die historischen Zahlen seien abgehakt, entscheidend sei nun, ob die Skalierung der Elektrolyseur-Produktion gelinge. Volldal selbst knüpft die Rückkehr in die Gewinnzone an ein robustes Marktwachstum, das nach Einschätzung des Unternehmens noch nicht eingesetzt hat. Die Anleger-Stimmung pendelt damit zwischen Ernüchterung über das Quartal und der Hoffnung, dass die neuen Aufträge bald in den Zahlen ankommen.

Bn-Redaktion/sb
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