Ein Split, ein Basisprospekt über 50 Mio. CAD:
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BASF überrascht Anleger

Deal nimmt Fahrt auf 08.06.2026, 10:45 Uhr Jetzt kommentieren: 0

BASF
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BASF 50,08 EUR -1,07 % Tradegate

EU-Kommission genehmigt Deal, Carlyle muss Geschäft abgeben

BASF hat auf dem Weg zum Verkauf seiner Lacke-Sparte eine entscheidende Hürde genommen. Die EU-Kommission hat die Transaktion mit dem Finanzinvestor Carlyle genehmigt, knüpft ihre Zustimmung jedoch an eine klare Bedingung. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft des Chemieunternehmens Nouryon veräußern, an dem die Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit hält.

Der Hintergrund liegt in wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Brüsseler Behörden. Polysulfide gelten als wichtige Rohstoffe für Dichtstoffe, die insbesondere in der Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt werden. Nach Einschätzung der EU-Kommission würde Carlyle durch die Übernahme der BASF-Lacksparte in diesem Spezialsegment eine zu starke Marktstellung erhalten. Mit dem Verkauf des entsprechenden Nouryon-Geschäfts sieht die Behörde die Wettbewerbsrisiken jedoch ausreichend begrenzt.

Für BASF bedeutet die Entscheidung vor allem zusätzliche Planungssicherheit. Der Verkauf war bereits im Oktober des vergangenen Jahres angekündigt worden. Nach der Genehmigung durch die EU nähert sich die Transaktion nun einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss.

Milliarden-Erlös soll die Neuausrichtung beschleunigen

Die Veräußerung der Coatings-Sparte zählt zu den bedeutendsten strategischen Schritten im laufenden Konzernumbau. Die Geschäftseinheit wird im Rahmen der Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 7,7 Milliarden Euro bewertet. BASF behält dabei einen Minderheitsanteil von 40 Prozent an der neuen Gesellschaft.

Aus dem Verkauf erwartet der Ludwigshafener Chemiekonzern einen Mittelzufluss von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern. Das zusätzliche Kapital verschafft BASF mehr finanziellen Spielraum, um die eigene Struktur weiter zu verschlanken und Investitionen gezielt auf die definierten Kerngeschäfte auszurichten.

Die Neuordnung des Konzerns umfasst jedoch weit mehr als den Verkauf einzelner Sparten. Im Fokus steht auch der weitere Ausbau des Verbundstandorts Zhanjiang in China, der als eines der wichtigsten Wachstumsprojekte von BASF gilt. Bereits am Montag rückt das Projekt bei einem virtuellen Deep Dive stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Analysten werden optimistischer – Rückkäufe und Dividenden im Blick

Positive Signale kommen derweil von Analystenseite. Goldman Sachs hat das Kursziel für die BASF-Aktie von 63 auf 65 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Analystin Georgina Fraser begründet die Anpassung mit höheren Erwartungen an das EBITDA im ersten Quartal 2026 sowie einem zunehmenden Vertrauen in die Wirksamkeit der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen.

An der Börse fiel die unmittelbare Reaktion auf die EU-Entscheidung allerdings überschaubar aus. Die BASF-Aktie notierte am Montagvormittag bei etwa 50,59 Euro und lag damit lediglich 0,1 Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn konnte das Papier dennoch rund 13,6 Prozent zulegen. Für Investoren bleibt neben dem Konzernumbau vor allem die Kapitalrückgabe ein wichtiger Faktor. Das laufende Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro soll Ende Juni 2026 abgeschlossen werden. Darüber hinaus hat BASF angekündigt, bis Ende 2028 insgesamt rund 12 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurückzuführen. Ein Großteil davon soll über Dividenden ausgeschüttet werden.

Mit der Zustimmung der EU-Kommission rückt nun der Vollzug des milliardenschweren Verkaufs der Lacke-Sparte deutlich näher. Gleichzeitig gewinnt die strategische Neuausrichtung des Chemiekonzerns weiter an Kontur – unterstützt durch frische Liquidität, laufende Effizienzprogramme und die Fokussierung auf zentrale Wachstumsbereiche.

Bn-Redaktion/aw
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