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BioNTech-Aktie

Klagen verschärfen die Milliardenkrise 19.07.2026, 15:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

DNA-Strang
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BioNTech 79,78 EUR -0,25 % Lang & Schwarz

Neue Patentklagen treffen auf Milliarden-Umsatzrückgang

BioNTech steht erneut im Zentrum eines internationalen Patentstreits. Mitte Juli 2026 haben die kanadisch-US-amerikanischen Biotechnologieunternehmen Arbutus Biopharma und Genevant Sciences neue Klagen eingereicht. Im Mittelpunkt steht die Lipid-Nanopartikel-Technologie, die beim COVID-19-Impfstoff von Pfizer und BioNTech eingesetzt wird.

Der Rechtsstreit ist Teil einer längeren Serie von Auseinandersetzungen um die Frage, wem zentrale Schutzrechte an der Technologie zustehen. Für BioNTech kommt die juristische Belastung in einer Phase, in der sich das Unternehmen nach dem Ende des außergewöhnlichen Pandemiegeschäfts neu positioniert. Neben den Patentrisiken rücken deshalb zunehmend die Bewertung der Aktie und die Entwicklung der Onkologie-Pipeline in den Fokus.

Patentstreit trifft eine Schlüsseltechnologie des Impfstoffs

Lipid-Nanopartikel übernehmen bei mRNA-Impfstoffen eine entscheidende Funktion. Sie schützen den empfindlichen Wirkstoff und ermöglichen dessen Transport in die Zellen. Arbutus und Genevant werfen Pfizer und BioNTech vor, dabei geschützte Technologien zu verwenden.

Arbutus hatte bereits zuvor einen vergleichbaren Rechtsstreit mit Moderna beigelegt und aus dieser Einigung eine erste Zahlung erhalten. Nun richtet sich das juristische Vorgehen gegen die beiden Partner hinter dem gemeinsam entwickelten COVID-19-Impfstoff.

Welche Bedeutung die Verpackungstechnologie besitzt, zeigt das Beispiel von Acuitas Therapeutics. Das Unternehmen aus Vancouver stellt ein eigenes Lipid-Nanopartikel-System für den Impfstoff von Pfizer und BioNTech bereit. Firmenchef Thomas Madden erklärte, der Impfstoff könne ohne diese Technologie schlicht nicht funktionieren.

Die eingesetzten Formulierungen spielten auch bei den besonderen Lagerbedingungen eine Rolle. Über weite Strecken der Vermarktung musste der Impfstoff bei minus 70 Grad Celsius aufbewahrt werden. Hintergrund waren unter anderem zunächst fehlende Langzeit-Stabilitätsdaten für höhere Temperaturen.

Bewertung zwischen Branchenabschlag und Umsatzschwund

Parallel zu den neuen Klagen wird die fundamentale Bewertung von BioNTech diskutiert. Das Unternehmen kommt derzeit auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 7,2. Der Durchschnitt des Biotechnologiesektors liegt bei 11,3, während direkte Wettbewerber im Mittel mit einem Verhältnis von 6,4 bewertet werden. Ein als fair eingestufter Vergleichswert wird mit 5,3 angegeben.

Diese Kennzahlen stehen vor dem Hintergrund eines massiven Rückgangs der Erlöse. Im Jahr 2022 erzielte BioNTech noch einen Konzernumsatz von 17,3 Milliarden Euro. Bis 2025 sank dieser Wert auf 2,87 Milliarden Euro.

Der Rückgang spiegelt vor allem die Normalisierung des COVID-19-Impfstoffgeschäfts nach dem Ende der akuten Pandemiephase wider. Gleichzeitig stellt sich für den Kapitalmarkt die Frage, wie schnell neue Produkte aus anderen Forschungsfeldern die geringeren Impfstofferlöse kompensieren können. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Onkologie-Pipeline des Mainzer Unternehmens.

Analysten liegen bei BioNTech weit auseinander

Auch bei den Kurszielen der Analysehäuser zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Die Spanne reicht derzeit von 94 bis 158 US-Dollar. Morgan Stanley senkte das Kursziel am 8. Juli auf 119 US-Dollar. TD Cowen hatte seine Einschätzung bereits am 11. März auf 94 US-Dollar zurückgenommen.

Deutlich optimistischer äußerten sich andere Häuser. UBS stufte die BioNTech-Aktie Ende Mai auf „Kaufen“ hoch und nannte ein Kursziel von 135 US-Dollar. Canaccord Genuity hielt Anfang Mai sogar 158 US-Dollar für gerechtfertigt.

Die große Bandbreite verdeutlicht, wie unterschiedlich die Perspektiven auf das Unternehmen ausfallen. Während einige Analysten vor allem die rückläufigen Erlöse aus dem Impfstoffgeschäft und die neuen rechtlichen Risiken berücksichtigen, messen andere der Onkologie-Pipeline einen höheren künftigen Wert bei.

Zum Ende des Freitagshandels notierte die BioNTech-Aktie bei 80,20 Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro, das am 22. Januar 2026 erreicht wurde, ergibt sich damit ein Abstand von 24,20 Prozent. Die neuen Klagen erweitern die Reihe der Unsicherheitsfaktoren, während BioNTech gleichzeitig versucht, den Übergang vom Pandemiegewinner zu einem breiter aufgestellten Biotechnologieunternehmen zu vollziehen.

AI Inhalte minimal mit KI optimiert.

Bn-Redaktion/aw
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