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DAX unter Druck von Ölpreis und Renditen 29.09.2026, 08:53 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Der DAX gibt vor dem Xetra-Start leicht nach. Gegen 8:50 Uhr notierte der Leitindex bei 25.438 Punkten und damit 0,24 Prozent unter dem Vortagesschluss – obwohl Indikationen am frühen Morgen noch ein kleines Plus signalisiert hatten. Steigende Ölpreise und der anhaltende Ausverkauf am Anleihemarkt drücken auf die Stimmung, unter Anlegern überwiegt Nervosität.

Hoffnung auf Iran-Einigung schwindet

Treiber bleibt der Ölpreis. Die Zuversicht auf einen baldigen diplomatischen Durchbruch im Krieg zwischen den USA und dem Iran lässt erneut nach, entsprechend ziehen die Notierungen an: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 99,52 US-Dollar und damit knapp ein Prozent mehr als am Vortag. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 94,06 Dollar.

Unter Anlegern wird die Rolle der Verhandlungen unterschiedlich gelesen. Mehrere sehen den Markt seit Wochen am Tropf von Deal-Meldungen: Neue Ankündigungen hätten die Kurse immer wieder gestützt, ein vollständiges Auspreisen der Einigungshoffnung sei bislang ausgeblieben. Entscheidend sei weniger ein schneller Abschluss als die Fortsetzung der Gespräche.

Dem markt ist einfach nur wichtig das die Verhandlungen nicht abgebrochen werden.

Skeptiker halten dagegen, der Verlauf der Gespräche sei für die Kursentwicklung inzwischen nahezu bedeutungslos. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Deal-Prämie gerade wieder aus den Kursen weiche. Der Ton bleibt damit gespalten – zwischen Hoffnung auf eine diplomatische Wende und wachsender Ernüchterung.

Renditen auf Mehrjahreshoch

Parallel setzt sich der Ausverkauf an den Anleihemärkten fort. Ölpreisbedingte Inflationssorgen hatten am Montag die Wetten auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed steigen lassen und die Renditen amerikanischer Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs getrieben. An der Wall Street verlor der Dow Jones 0,67 Prozent, der technologielastige Nasdaq 100 gab 1,08 Prozent nach – zusätzlich belastet von Negativschlagzeilen rund um Künstliche Intelligenz. Auch die Börsen in Asien tendierten überwiegend schwächer. Offen ist aus Sicht von Marktbeobachtern, wie lange das US-Wachstum höhere Zinsen und Ölpreise noch verkraften könne. Dem DAX dürfte sein vergleichsweise geringer Technologieanteil dabei etwas Rückhalt geben; der MDAX notierte zuletzt 0,19 Prozent im Minus.

Aus Anlegersicht ist der Zusammenhang eng: Wer die Inflation über den Ölpreis anheize, müsse mit steigenden Zinsen rechnen. Eingewandt wird allerdings, ein Angebotsschock lasse sich mit Zinserhöhungen kaum bekämpfen. Auffällig sei zudem, dass der Anleihemarkt auf politische Beschwichtigungen aus Washington kaum noch reagiere, während Aktien jede Ankündigung prompt aufnähmen. Der Tenor zu diesem Punkt bleibt skeptisch.

RWE und FMC unter Druck

Unter den Einzelwerten rücken RWE und Fresenius Medical Care in den Fokus. Der Energiekonzern soll gemeinsam mit dem Finanzinvestor KKR ein unverbindliches Angebot für den Staatskonzern Uniper abgegeben haben und konkurriert dabei unter anderem mit Equinor sowie einem Konsortium aus Brookfield und CPPIB. Auf Händlerseite wurde der Schritt kritisch gesehen, weil er zulasten von Aktienrückkäufen gehen könnte. RWE gaben vorbörslich rund ein Prozent nach. FMC verloren etwa zweieinhalb Prozent, nachdem Berenberg das Kursziel von 60 auf 42 Euro gesenkt und die Kaufempfehlung gestrichen hatte – eine externe Einschätzung, keine redaktionelle Empfehlung. Im Tagesverlauf dürfte zudem der Kapitalmarkttag von BMW Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Charttechnisch orientierte Anleger richten den Blick auf den Bereich zwischen 25.355 und 25.415 Punkten sowie auf die offene Kurslücke bei 25.374 Punkten, die zunächst geschlossen werden könnte. Das bisherige Tagestief liegt bei 25.380 Punkten. Grundsätzlichere Bedenken zielen auf die Bewertung: Mit sinkenden Realgewinnen und hohen Bewertungen der Schwergewichte fehle dem Markt das fundamentale Polster, ein Auslöser für eine größere Korrektur komme früher oder später. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen technischer Stabilisierungshoffnung und wachsender Vorsicht.

Bn-Redaktion/sb
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