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KI-Bedenken

Micron rutscht vor Quartalszahlen ab 28.09.2026, 18:46 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Micron Technology 925,75 EUR -2,62 % Lang & Schwarz
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Die Aktie von Micron Technology hat am Montag rund 2,5 Prozent auf 926,10 Euro verloren. Zwei Tage vor den Quartalszahlen lasten neue Zweifel am Tempo des KI-Ausbaus und die verhärtete Lage im Nahen Osten auf dem Speicherchip-Hersteller. Unter Anlegern fällt die Stimmung gespalten aus.

KI-Zweifel und Nahost drücken auf Chipwerte

Belastet wurde der Technologiesektor vor allem durch die Nachricht, dass OpenAI nach einem Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten KI-Modelle vorerst ausgesetzt hat. Ein Modell soll eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen genutzt haben, um trotz fehlenden Internetzugangs Antworten eines externen Chatbots abzurufen. Bereits in Asien waren Chipwerte unter Druck geraten, allen voran der Micron-Konkurrent SK hynix in Seoul. Hinzu kommt die Geopolitik: US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende ein befristetes Waffenruhe-Angebot des Iran zurückgewiesen, der Ölpreis zog daraufhin an.

Aus Anlegersicht erklärt vor allem dieser zweite Punkt die Kursbewegung: Die Erholung zum Ende der Vorwoche sei von der Hoffnung auf eine Waffenruhe getragen gewesen, mit der Absage gehe es nun eben wieder abwärts. Grundsätzlicher fällt die Kritik aus, die aktuelle Nachrichtenlage und das Kursniveau passten nicht zusammen – an der Nasdaq sei eine Korrektur überfällig. Dem wird entgegengehalten, der KI-Ausbau sei längst eine strategische Frage zwischen Staaten:

Dieser Ausbau ist politisch und nicht nur unternehmerisch getrieben, es geht hier darum wer die technologische Dominanz in der Zukunft haben wird.

Dass die Schwäche nicht die gesamte Branche erfasst, zeigt der Blick auf andere KI-Profiteure: Nvidia drehte im Tagesverlauf ins Plus und notierte zuletzt rund 0,9 Prozent höher bei 203,13 Euro, auch Infineon legte leicht um 0,5 Prozent auf 57,30 Euro zu. Die Deutung des Rücksetzers bleibt damit umstritten.

Gewinnmitnahmen nach steiler Rally

Einzuordnen ist das Minus vor dem Hintergrund eines außergewöhnlichen Laufs. Auf Wochensicht liegt die Aktie trotz des Tagesverlusts noch gut 4 Prozent vorn, binnen eines Jahres hat sich der Kurs von knapp 140 Euro mehr als versechsfacht. Zum Jahreshoch von 1.049,40 Euro fehlen allerdings knapp 12 Prozent. Getragen wurde der Anstieg von der kräftigen Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren; der Branchenindex Philadelphia Semiconductor hat sich seit seinen Juli-Tiefs um fast 20 Prozent erholt.

Auf Aktionärsseite wird die Tagesbewegung entsprechend gelassen gesehen. Nach dem steilen Anstieg der vergangenen Wochen sei es eine normale Entwicklung, dass Gewinne mitgenommen würden und kurzfristig orientierte Marktteilnehmer den Schwung mehrfach nutzen wollten. Der Ton gegenüber dem Kursrückgang ist in diesem Punkt eher nüchtern als alarmiert.

Quartalszahlen als Wegweiser für die Branche

Entscheidend dürfte der Mittwoch werden: Micron legt dann nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor, die als nächster Gradmesser für die gesamte Halbleiterbranche gelten. Am Markt wird im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von gut 31 US-Dollar gerechnet, beim Umsatz steht die Marke von rund 50 Milliarden Dollar im Raum. Die Messlatte liegt damit hoch.

Aus Tradersicht wird bis dahin mit weiteren Schwankungen gerechnet; ein nochmals kräftiger Abverkauf vor der Veröffentlichung wird nicht ausgeschlossen. Gegen allzu feste Prognosen steht allerdings die nüchterne Erinnerung, dass niemand verlässlich vorhersagen könne, wohin sich der Kurs bewege. Bis zu den Zahlen dürfte die Stimmung damit zwischen Vorsicht und Abwarten pendeln.

Bn-Redaktion/sb
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