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Mehrjahrestief

BMW rutscht vor Kapitalmarkttag weiter ab 28.09.2026, 18:40 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Kurz vor dem Kapitalmarkttag gerät die BMW-Aktie weiter unter Druck. Im späten Handel kostete das Papier 55,43 Euro und damit 1,05 Prozent weniger als zum Wochenausklang; im Tagesverlauf rutschte der Kurs bis auf 55,09 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit rund sechs Jahren. Unter Aktionären macht sich zunehmend Verunsicherung breit.

Abstand zu Mercedes wächst

Binnen einer Woche hat der Münchner Autobauer gut neun Prozent an Börsenwert verloren – vor sieben Tagen notierte die Aktie noch bei rund 61 Euro. Damit schneidet BMW deutlich schwächer ab als die heimische Konkurrenz: Mercedes-Benz gab im Wochenverlauf gut sechs Prozent ab und legte am Montag sogar um 0,7 Prozent auf 41,70 Euro zu. Die Vorzüge von Volkswagen verloren 0,7 Prozent auf 71,44 Euro und liegen auf Wochensicht knapp sieben Prozent im Minus.

Auf Anlegerseite fällt vor allem diese relative Schwäche auf. Registriert wird die Underperformance gegenüber Mercedes ebenso wie abrupte Kursrutsche innerhalb weniger Minuten, die BMW zeitweise zum schwächsten Autowert machten. Die erhoffte Erholung nach den Verlusten der Vorwochen blieb aus. Ohne Grund falle ein Kurs nicht so stark, lautet ein Einwand, der die Nervosität spiegelt; zugleich wird darauf verwiesen, dass Autowerte derzeit schlicht nicht gefragt seien. Der Ton ist besorgt, stellenweise ratlos.

Analysten ringen um die Margenfrage

Im Mittelpunkt des Kapitalmarkttags, der am Dienstag beginnt, dürfte die Profitabilität stehen. Die UBS stuft die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 70 Euro ein und rechnet für die kommenden Jahre mit operativen Margen im Autogeschäft unterhalb der Markterwartungen. JPMorgan beließ BMW dagegen auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro und erhofft sich vor allem Details zum Weg zu den mittelfristigen Margenzielen. Beide Einschätzungen sind externe Analystenmeinungen und stellen keine redaktionelle Empfehlung dar.

Aus Anlegersicht sei die vorsichtige Margeneinschätzung inzwischen weitgehend im Kurs verarbeitet. Ein nachvollziehbarer Ausblick mit Margen im Rahmen der Erwartungen könne daher eine deutliche Gegenbewegung auslösen, so die Überlegung.

Meine Hoffnung ist, dass inzwischen soviel Negatives eingepreist ist, dass BMW die Aussichten schon sehr nach unten revidieren muss, um erneut zu enttäuschen.

Dem steht die Erwartung gegenüber, dass der Konzern am Kapitalmarkttag liefern müsse – gefordert wird vor allem eine Stabilisierung der Gewinne. Wenig realistisch erscheint aus skeptischer Sicht dagegen eine Rückkehr zu alten Höchstständen. Die Stimmung zu diesem Punkt bleibt gespannt abwartend.

Neue Klasse gegen schwieriges Umfeld

Operativ ruhen die Erwartungen auf der Neuen Klasse, der neuen Generation von Elektromodellen. Gleichzeitig steht die gesamte deutsche Autoindustrie unter Druck: Bei mehreren Herstellern, darunter BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen, laufen Programme zum Stellenabbau, von denen Zehntausende Beschäftigte betroffen sind.

Unter Aktionären gilt die Produktseite als Stärke. Im Wettbewerb mit chinesischen Herstellern habe BMW mit der Neuen Klasse derzeit die Nase vorn; lange Wartezeiten beim iX3 und volle Auftragsbücher werden als Beleg für die Nachfrage angeführt. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm gilt als Stütze, weil der Konzern niedrige Kurse für Rückkäufe nutzen dürfte. Dem wird entgegengehalten, dass Zölle, das China-Geschäft und die allgemeinen Marktbedingungen derzeit jedem Hersteller zusetzten und die Weichen erst noch gestellt werden müssten. Die Anleger-Stimmung schwankt damit zwischen Vertrauen in die Modelle und Sorge über das Umfeld – ob der Kapitalmarkttag daran etwas ändern könnte, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen.

Bn-Redaktion/sb
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