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Verpfändung

Oracle sackt nach Ellison-Krediten ab 28.09.2026, 18:31 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Oracle-Aktien stehen zum Wochenstart erneut unter Druck: Das Papier notierte zuletzt bei 117,59 Euro und damit 2,24 Prozent im Minus. Innerhalb einer Woche summiert sich der Rückgang auf rund neun Prozent, binnen eines Jahres hat sich der Kurs mehr als halbiert. Gleich mehrere Belastungsfaktoren treffen zusammen – und unter Aktionären macht sich zunehmend Frust breit.

Ellison setzt mehr Aktien als Sicherheit ein

Gründer Larry Ellison hat deutlich mehr Oracle-Anteile für private Kredite verpfändet als vor einem Jahr. Aus der Einladung zur Hauptversammlung am 18. November geht hervor, dass inzwischen 413 Millionen Aktien als Sicherheit dienen – 67 Millionen mehr als 2025 und etwa 36 Prozent seines Bestands. Allein die neu verpfändeten Papiere waren zum Freitagsschluss rund 9,2 Milliarden US-Dollar wert. Die Kredite dienen den Unterlagen zufolge ausschließlich Engagements außerhalb von Oracle, etwa in Hollywood, wo die Familie Ellison mit Paramount Skydance aktiv ist. Der Governance-Ausschuss des Konzerns sieht darin kein wesentliches Risiko für Oracle.

Aus Anlegersicht wiegt die Nachricht dennoch schwer, der Ton gegenüber dem Großaktionär ist merklich gereizt. Die Sorge vor direkten Aktienverkäufen des Gründers hatte sich zuletzt gelegt – eine zusätzliche Belastung des Bestands wird nun als ähnlich problematisch empfunden.

Alle waren erst erleichtert, dass er keine Aktien auf den Markt wirft, aber Verpfändung ist auch nicht besser.

Hinzu kommt Kritik an den Prioritäten des 82-Jährigen: Der Gründer widme sich lieber dem Filmgeschäft als dem Konzern, mit dem er sein Vermögen gemacht habe.

Kreditmarkt verlangt höhere Risikoprämien

Parallel verteuert sich die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall. Der fünfjährige Credit Default Swap auf Oracle stieg zuletzt binnen einer Woche um gut 16 Prozent auf rund 227 Basispunkte und damit auf ein Rekordniveau. Goldman Sachs mahnte in einer Einschätzung bei den größten Kreditnehmern im KI-Sektor zur Vorsicht – eine externe Bewertung, keine redaktionelle Empfehlung. Oracle finanziert den Ausbau seiner Rechenzentren in erheblichem Umfang mit Fremdkapital; S&P hatte die Bonitätsnote bereits im Sommer auf BBB- gesenkt, eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau.

Ein häufig vorgebrachtes Argument unter Aktionären lautet, der Markt sehe derzeit nur die Schulden – ob die hohen Investitionen jemals Früchte trügen, stehe auf einem anderen Blatt. Dem halten Kurs-Optimisten entgegen, dass auch bei Meta oder Microsoft zunächst nur die Ausgaben im Fokus gestanden hätten, bevor steigende Umsätze die Wahrnehmung drehten. Bei Oracle sei es dafür schlicht noch zu früh. Die Stimmung zu diesem Punkt ist gespalten, mit klarem Übergewicht der Skepsis.

Hackerangriffe und KI-Sorgen belasten zusätzlich

Belastend wirkt zudem ein Bericht der Google-Sicherheitssparte Mandiant: Die Hackergruppe ShinyHunters nutzt demnach erneut massenhaft eine Schwachstelle in Oracles Unternehmenssoftware PeopleSoft aus. Betroffen sind vor allem Organisationen, die zwar Firewall-Regeln eingerichtet, den bereits im Juni veröffentlichten Sicherheitspatch aber nicht eingespielt haben. Auf Aktionärsseite stößt die Kursreaktion darauf auf Unverständnis: Wer empfohlene Updates nicht installiere, könne das kaum dem Hersteller anlasten. Immer wieder wird zudem bemängelt, dass schlechte Nachrichten den Kurs sofort drückten, während positive verpufften.

Hinzu kommt die gedrückte Stimmung im KI-Sektor, nachdem OpenAI das Training einiger seiner leistungsfähigsten Modelle pausiert hat. Während Nvidia nach einem neuen Aktienrückkaufprogramm über 150 Milliarden US-Dollar um 3,23 Prozent auf 203,83 Euro zulegte, konnte Oracle davon nicht profitieren. Der Vergleich fällt aus Aktionärssicht bitter aus: Der Chipkonzern belohne seine Anteilseigner, bei Oracle bleibe trotz solider Quartalszahlen nichts hängen. Gegenstimmen verweisen darauf, dass die Wachstumsgeschichte intakt sei und der Konzern am Rechenzentrumsprojekt Jupiter festhalte; auch andere totgesagte Technologiewerte hätten sich schon kräftig erholt.

In den kommenden Tagen dürften vor allem die anstehenden US-Konjunkturdaten den Takt vorgeben, da sie die Zinserwartungen und damit hoch verschuldete Technologiewerte bewegen könnten. Die Anleger-Stimmung pendelt zwischen Resignation und der Hoffnung einer Minderheit auf eine Trendwende.

Bn-Redaktion/sb
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