Energiepreise explodieren

Droht die nächste Inflationswelle? 02.03.2026, 12:06 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Straße von Hormus als globaler Flaschenhals

Die Eskalation im Nahen Osten hat die Energiemärkte abrupt erfasst. Nachdem Angriffe auf Tanker gemeldet wurden und Reeder ihre Fahrten weitgehend aussetzten, kam der Verkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Stillstand. Brent-Rohöl sprang um rund 10 % auf etwa 80 Dollar je Barrel – der stärkste Anstieg seit März 2022. Diesel-Futures legten um mehr als ein Fünftel zu. Die Meerenge ist für rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels sowie einen ähnlichen Anteil am globalen LNG-Export verantwortlich. Mindestens vier Schiffe wurden am Sonntag attackiert. JPMorgan schätzt, dass ein 25-tägiger Ausfall die Lager der Förderländer füllen und sie zu Produktionskürzungen zwingen würde.

Militärische Eskalation verschärft die Lage

Am Wochenende griffen die USA und Israel Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte und Einrichtungen in Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Bahrain. Iran meldete zudem den Abschuss eines US-Kampfjets. Donald Trump sagte in einem Interview, die Angriffe sollten „vier bis fünf Wochen“ andauern. Gleichzeitig verwies Citigroup auf ein mögliches Basisszenario, wonach sich die Lage binnen „ein bis zwei Wochen“ durch politische Veränderungen entspannen könnte. Die Unsicherheit über Dauer und Ausmaß der Auseinandersetzung treibt die Risikoprämien an den Energiemärkten deutlich nach oben.

Angebotsrisiken bei Öl und Raffinerien

Neben den Gefahren für die Schifffahrt kam es zu ersten direkten Auswirkungen auf die Infrastruktur. Saudi Aramco stoppte nach einem Drohnenangriff den Betrieb der Raffinerie Ras Tanura, während die Rohölexporte über den Hafen weiterliefen. Versicherer kündigten an, Kriegspolicen für Schiffe in der Region einzuschränken. Zusätzlich akzeptiert der Herausgeber der wichtigsten Nahost-Öl-Benchmark vorübergehend keine Gebote für bestimmte Sorten innerhalb der Meerenge. OPEC+ beschloss zwar eine Förderausweitung um 206.000 Barrel pro Tag für den kommenden Monat, doch bei einer anhaltenden Blockade wären zusätzliche Mengen kaum verfügbar. Iran selbst fördert rund 3,3 Millionen Barrel täglich, etwa 3 % der weltweiten Produktion.

Analysten sehen breites Preisszenario

Citigroup erwartet Brent kurzfristig in einer Spanne von 80 bis 90 Dollar je Barrel. Morgan Stanley hob seine Prognose für das zweite Quartal von 62,50 auf 80 Dollar an. Wood Mackenzie warnt hingegen, dass bei einer länger andauernden Unterbrechung der Passage durch Hormus Preise von über 100 Dollar möglich seien. Trotz der jüngsten Rally verweisen Marktbeobachter darauf, dass der Ölmarkt in den vergangenen Monaten vergleichsweise gut versorgt war. Entscheidend bleibt daher, wie schnell sich der Tankerverkehr normalisiert oder ob diplomatische Initiativen zu einer Deeskalation führen.

Gasmarkt unter zusätzlichem Druck

Auch die Gasmärkte reagierten empfindlich. Europäische TTF-Futures stiegen um bis zu 28 % – der stärkste Anstieg seit August 2023 – und notierten zuletzt 23 % höher bei 39,35 Euro je Megawattstunde. Goldman Sachs warnt, ein einmonatiger Ausfall der Route könne die europäischen Gaspreise mehr als verdoppeln. „Je länger es dauert, desto höher wird der Preis steigen“, erklärte ein Analyst. Europa gilt als besonders anfällig, da die Lagerbestände niedrig sind und im Sommer umfangreiche LNG-Importe erforderlich sind. Anhaltend hohe Energiepreise bergen zudem das Risiko steigender Inflation und erhöhen den Druck auf die Geldpolitik weltweit.

Bn-Redaktion/ts
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