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Gewinnwarnung

Bilfinger streicht Stellen wegen Iran-Krieg 17.09.2026, 10:44 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Bilfinger 60,90 EUR -15,88 % Gettex

Die Bilfinger-Aktie ist am Donnerstag um rund 19,5 Prozent auf 60,95 Euro eingebrochen. Hintergrund ist eine drastische Prognosekürzung: Der Mannheimer Industriedienstleister senkt seine Jahresziele und legt ein Sparprogramm mit Stellenabbau auf.

Geopolitik belastet das zweite Halbjahr

Als Hauptgrund nennt der Vorstand um CEO Thomas Schulz den anhaltenden Iran-Krieg sowie die damit verbundene geopolitische Unsicherheit. Kunden hielten sich im dritten Quartal bei der Vergabe von Neuaufträgen und beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen stark zurück. Vor allem in Hochlohnländern führe dies zu anhaltender Unterauslastung – ein ungünstiger Produktmix verschärfe die Lage zusätzlich.

Neue Jahresziele deutlich niedriger

Bilfinger erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Noch gravierender fällt die Korrektur bei der operativen Marge aus: Die EBITA-Marge dürfte einschließlich Einmalkosten nur noch bei 3,2 bis 3,6 Prozent liegen. Zuletzt hatte Bilfinger das untere Ende der ursprünglichen Spanne von 5,8 bis 6,2 Prozent angepeilt. Bereinigt um die Sonderkosten käme die Marge auf 4,6 bis 5,0 Prozent. Auch die Prognose für den freien Mittelzufluss wurde von 250 bis 300 Millionen Euro auf 180 bis 220 Millionen Euro gesenkt.

Programm „Agile": Bis zu 1.500 Stellen zur Disposition

Gegensteuern soll das neu beschlossene Restrukturierungsprogramm „Agile". Im Mittelpunkt stehen die Bündelung von Ressourcen, die Anpassung von Kapazitäten sowie der Aufbau einer globalen Shared-Services-Organisation. Weltweit könnten bis zu 1.500 der rund 31.000 Stellen betroffen sein, alle Schritte würden eng mit den Sozialpartnern abgestimmt. Für die Umsetzung plant Bilfinger im vierten Quartal 2026 Rückstellungen von rund 75 Millionen Euro. Ab 2028 soll das Programm jährlich rund 75 Millionen Euro einsparen. An seinen Mittelfristzielen für 2030 – darunter ein durchschnittliches Umsatzwachstum von acht bis zehn Prozent jährlich und eine EBITA-Marge von acht bis neun Prozent – hält der Konzern fest.

Deutsche Bank belässt auf „Buy"

In einer aktuellen Einschätzung von Deutsche Bank heißt es, die zuvor avisierte Erholung im zweiten Halbjahr bleibe aus. Kunden zeigten sich in der geopolitischen und konjunkturellen Lage weiterhin zurückhaltend. Geringerer Abruf aus Rahmenverträgen sowie Verzögerungen bei Wartungs- und Investitionsarbeiten belasteten Margen und Ergebnis. Die Deutsche Bank beließ ihre Einstufung auf „Buy" mit einem Kursziel von 125 Euro – dies stellt keine redaktionelle Empfehlung dar.

Reaktionen in der Community

In der BörsenNEWS.de-Community sorgte die Nachricht für lebhafte Diskussionen. Während manche Nutzer die Kursreaktion als übertrieben werteten und bei Kursen um 57 bis 58 Euro zukauften, blieben andere skeptischer. Die Aktie, die im Februar 2026 noch bei über 129 Euro ein Allzeithoch markiert hatte, erholte sich im Handelsverlauf auf rund 61 Euro.

Typisch Kleinanleger Panikartig wird verkauft. Unverständlich. Die Großanleger lachen sich eins, kommen super günstig rein. Trotz der Gewinnwarnung auf längere Sicht stimmt die Richtung.

Bn-Redaktion/sb
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