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Gold fällt, Silber stürzt

Sicherer Hafen im Ausverkauf 23.06.2026, 15:56 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Gold
© Bild von istara auf Pixabay
Werte zum Artikel
Name Aktuell Diff. Börse
Silber 62,26 USD -4,32 % L&S Exchange
Gold 4.136,26 USD -1,32 % L&S Exchange

Gold fällt deutlich zurück

Der Goldpreis fiel am Dienstag auf rund 4.120,40 Dollar je Feinunze. Umgerechnet entspricht das etwa 3.603 Euro. Damit lag Gold 1,70 Prozent unter dem Vortag und rund 9,82 Prozent niedriger als vor einem Monat. Trotz dieser Korrektur bleibt das Edelmetall im Jahresvergleich noch 23,99 Prozent im Plus. Das zeigt, dass der jüngste Rückgang eher eine Neubewertung nach einer starken Rally ist als ein vollständiger Bruch des langfristigen Trends.

Silber verliert noch stärker

Noch schärfer fiel die Bewegung bei Silber aus. Der Preis sank auf rund 62,40 Dollar je Feinunze, also etwa 54,56 Euro. Das entsprach einem Tagesverlust von 4,08 Prozent. Auf Monatssicht liegt Silber sogar rund 20,08 Prozent im Minus. Dennoch bleibt auch Silber mit einem Plus von 73,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr außergewöhnlich stark. Die hohe Schwankung zeigt, wie eng bei Silber Industriemetall Fantasie und Edelmetall Schutzfunktion miteinander verbunden sind.

Zinsen drücken auf Edelmetalle

Ein wichtiger Belastungsfaktor sind die Erwartungen an die US Geldpolitik. Wenn die Federal Reserve länger an hohen Zinsen festhält, steigen die Opportunitätskosten von Gold und Silber. Beide werfen keine laufenden Erträge ab. Dadurch wirken verzinste Anlagen im Vergleich wieder attraktiver. Marktberichte verweisen zudem auf einen stärkeren Dollar, der Edelmetalle für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert und damit die Nachfrage dämpfen kann.

Rekordstände rücken in die Ferne

Der Abstand zu den Höchstständen ist inzwischen groß. Gold erreichte im Januar 2026 ein Allzeithoch von 5.608,35 Dollar, umgerechnet etwa 4.904 Euro. Silber markierte damals ein Hoch von 121,64 Dollar, also rund 106,36 Euro. Vom Rekordniveau aus betrachtet liegt Gold inzwischen deutlich tiefer, Silber sogar noch stärker. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob die Rally nur überhitzt war oder ob die fundamentale Nachfrage später wieder trägt.

Anleger suchen Orientierung

Kurzfristig hängen Gold und Silber stark an Zinsdaten, Dollar Bewegung und geopolitischer Risikowahrnehmung. Sinkende Ölpreise und eine Entspannung bei politischen Risiken können den Sicherheitsaufschlag zusätzlich verringern. Langfristig bleiben jedoch Notenbankkäufe, Inflationssorgen und die industrielle Nachfrage nach Silber wichtige Faktoren. Die aktuelle Korrektur ist deshalb vor allem ein Test, ob Edelmetalle ihre Rolle als Absicherung auch dann behaupten können, wenn die Zinspolitik anzieht.

Bn-Redaktion/tb
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