Halbleiter im Sturzflug

DAX folgt nach unten 23.10.2026, 12:10 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Halbleiter im Sturzflug: DAX folgt nach unten
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DAX 25.150,00 PKT -0,87 % Lang & Schwarz
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Die Schockwelle aus dem amerikanischen Halbleitersektor erreicht am Freitag den deutschen Aktienmarkt. Der DAX gab bis zum Mittag um 0,8 Prozent auf rund 25.165 Punkte nach, im Tief rutschte er sogar bis auf 25.124 Punkte. Das Wochenminus des Leitindex wächst damit auf gut 1,8 Prozent. Unter Anlegern ist die Nervosität deutlich zu spüren.

Halbleiterindex fällt auf Juli-Niveau zurück

Ausgangspunkt ist der schwache Donnerstag in New York: Der Nasdaq 100 verlor 2,9 Prozent und schloss unter der Marke von 29.000 Punkten – so tief wie seit Mitte September nicht mehr. Der Halbleiter-Branchenindex brach sogar um fast 7 Prozent ein und fiel auf das Niveau vom Juli zurück. Den Ton setzte Meta: Der Konzern will in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur stecken, die Aktie verlor daraufhin 7 Prozent. Am Markt wächst der Zweifel, ob sich die Milliardenausgaben für künstliche Intelligenz bei gestiegenen Zinsen zeitnah auszahlen.

Aus Anlegersicht galt eine Gegenbewegung an der Nasdaq schon am Morgen als naheliegend: Nach einem derart schwachen Handelstag könne der Technologieindex rasch einige Hundert Punkte zurückholen. Bislang reicht es allerdings nur zu einer Stabilisierung, außerbörslich notiert der Nasdaq 100 kaum verändert. Die Hoffnung auf Erholung bleibt damit vorerst unbestätigt.

Frankfurter Chipwerte geben ihren Vorsprung ab

Dass sich die Schwäche nicht auf New York begrenzen lässt, zeigt der Blick auf die heimischen Halbleiterwerte. Infineon lag am Vormittag noch rund 1 Prozent im Plus, inzwischen hat die Aktie den Gewinn komplett abgegeben und notiert mit 49,83 Euro leicht im Minus. Aixtron verliert 0,7 Prozent auf 28,92 Euro. Bei der Commerzbank hieß es, am Anleihemarkt hätten die Wachstumssorgen über Nacht schwerer gewogen als die Inflationsängste.

Unter kurzfristig orientierten Anlegern wird das Hin und Her im DAX genau registriert. Der Index habe sich lange nicht für eine Richtung entscheiden können und dabei mehrfach Kursausschläge angetäuscht:

Wenn er so zappelt, täuscht er oft die eine Richtung an und löst in die andere Richtung auf.

Am späten Vormittag fiel die Entscheidung nach unten: Die Erholung bis knapp über 25.300 Punkte verpuffte, der DAX rutschte auf ein neues Tagestief. Entsprechend düster fällt der Blick auf den Chart aus, die Stimmung kippt ins Pessimistische.

Teures Öl macht die Rechnung für Tech-Werte schwerer

Verschärft wird der Druck auf die Technologiewerte durch den Ölpreis. Nach einem Drohnenangriff auf das saudische Ölfeld Schaiba, hinter dem die jemenitische Huthi-Miliz vermutet wird, kostet Brent rund 114 Dollar je Barrel, umgerechnet etwa 102 Euro. Teures Öl schürt Inflationssorgen und damit die Furcht vor anhaltend hohen Zinsen – genau jene Mischung, die die hoch bewerteten Wachstumswerte und ihre kostspieligen KI-Pläne zusätzlich belastet. Berichte über mögliche Angriffe der USA und Israels auf den Iran halten die Unruhe hoch, auch wenn ein solcher Schritt auf Aktionärsseite bezweifelt wird. Dass ein Ölpreis von 130 Dollar, über den im Frühjahr noch gescherzt wurde, nun in Reichweite rücke, wird dagegen ernst genommen.

Die 25.000 Punkte rücken ins Blickfeld

Hinzu kamen schwache Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, die unerwartet unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten fielen. Charttechnisch sehen die Experten von HSBC den DAX zwischen der 50- und der 200-Tage-Linie gefangen und sprechen von Unentschlossenheit. Sollte die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt werden, könnte daraus der Boden für eine neue Trendbewegung entstehen. Die 25.000-Punkte-Marke, die seit einigen Tagen nicht mehr in Gefahr schien, liegt nur noch gut 150 Punkte entfernt.

Mehrere Stimmen rechnen damit, dass die runde Marke noch angesteuert werden könnte – sie wird geradezu als Magnet gesehen. Solange sich die Chipwerte in New York nicht fangen, fehlt dem Leitindex der Rückenwind. Der Ton vor dem Wochenende bleibt entsprechend gedämpft.

Bn-Redaktion/sb
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