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Herbstgutachten

DAX kämpft sich vom Tagestief zurück 24.09.2026, 14:12 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Der DAX hat sich am Donnerstag von seinem Tagestief deutlich erholt. Nachdem der Leitindex im Vormittagshandel bis auf 25.172 Punkte abgerutscht war und dabei erneut die viel beachtete 100-Tage-Linie unterschritten hatte, notierte er am frühen Nachmittag wieder bei rund 25.357 Punkten. Der Abstand zum Vortagesschluss von 25.410 Punkten schrumpfte damit auf gut 50 Punkte.

Institute verdoppeln Wachstumsprognose

Rückenwind kam von der Konjunktur. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten in ihrer Herbstprognose für 2026 nun ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent – im Frühjahr hatten sie lediglich 0,6 Prozent veranschlagt. Getragen werde die Erholung vor allem von höheren Exporten sowie staatlichen Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Zugleich hellte sich das Ifo-Geschäftsklima im September stärker auf als erwartet. Die Dekabank wertete das als Zeichen, dass sich die deutsche Wirtschaft trotz politischer Unwägbarkeiten und hoher Ölpreise widerstandsfähig zeige.

Ganz ohne Warnsignal kommt das Gutachten allerdings nicht aus: Die Ökonomen sehen den Aufschwung auf einem schmalen Fundament, weil hohe Energiepreise und strukturelle Probleme die Unternehmen weiter belasten.

Ölpreis bleibt der Taktgeber

Genau dort liegt der wunde Punkt. Der Ölmarkt gilt derzeit als maßgeblich für Inflations- und Zinserwartungen – und er kommt nicht zur Ruhe. Nach erneutem Beschuss eines Frachtschiffs in der Straße von Hormus und Drohungen aus Teheran, den Konflikt auf den Indischen Ozean auszuweiten, kostete ein Fass der Nordseesorte Brent wieder klar mehr als 100 US-Dollar. Die US-Sorte WTI verteuerte sich zuletzt um 1,2 Prozent auf 93,79 Dollar. Parallel kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf mehr als 5,1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2007.

Dass die Gespräche zwischen Washington und Teheran rasch Entspannung bringen, bezweifeln viele Anleger. Nutzer @Manolo0878 verweist auf die Machtverhältnisse im Iran:

Ich glaube, dass die gehandelte Hoffnung langsam schwindet und die Realität mit immer noch rückläufigen Reserven wieder die Oberhand gewinnt. [...] Die Iraner verhandeln vielleicht, aber die Revolutionsgarden haben nach wie vor das Sagen und bei denen klingt gar nichts nach Deal.

Etwas Entlastung verschafft immerhin der Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington: Die USA schieben die ausgesetzten Zusatzzölle auf chinesische Importe um weitere zwei Monate auf. Die Ölsorgen konnte diese Atempause im Zollstreit bislang allerdings nicht überlagern.

Nebenwerte weiter unter Druck

Deutlich schwächer präsentierte sich die zweite und dritte Reihe. Der MDAX gab zuletzt 0,6 Prozent auf 30.991 Punkte nach, der SDAX verlor 0,8 Prozent auf 18.193 Zähler. Belastet wurden vor allem Rüstungswerte, die europaweit auf Abgabebereitschaft stießen. Auf Wochensicht summiert sich das Minus des DAX auf rund 1,2 Prozent.

Charttechnisch orientierte Anleger richten den Blick auf klar definierte Marken. User @Meppi machte als Wendepunkt das Tief vom 15. September aus, von dem aus der Index damals bis in den Bereich von 25.800 Punkten gelaufen war. Als entscheidende Haltezone nennt @Funzel den Bereich zwischen 25.168 und 25.189 Punkten; nach oben rückt zunächst die offene Kurslücke bei 25.410 Punkten in den Fokus. Am Morgen hatte @NeverStop noch mit einem raschen Fall unter die Marke von 25.000 Punkten gerechnet – ein Szenario, das sich bislang nicht bestätigt hat.

Ob die Stabilisierung Bestand hat, dürfte maßgeblich von Ölpreis und Anleiherenditen abhängen. Sollte Brent dauerhaft über 100 Dollar notieren, könnte der Inflationsdruck die Zinserwartungen weiter nach oben treiben – die robusten Konjunkturdaten allein dürften das kaum ausgleichen.

Bn-Redaktion/sb
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