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Stresstest

Deutsche Bank sinkt trotz Entwarnung der Aufseher 24.09.2026, 14:19 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Deutsche Bank 31,26 EUR -0,82 % Quotrix Düsseldorf
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Deutsche Bank notiert am Donnerstagnachmittag 0,6 Prozent tiefer bei 31,32 Euro. Binnen einer Woche summiert sich das Minus damit auf gut sechs Prozent, nachdem der Titel vor wenigen Tagen noch über 34 Euro gehandelt worden war. Die insgesamt beruhigenden Ergebnisse des jüngsten Krisentests von Bafin und Bundesbank verschaffen dem Papier keinen erkennbaren Auftrieb.

1.113 Geldhäuser im simulierten Abschwung

Finanzaufsicht und Bundesbank hatten seit April 1.113 kleine und mittelgroße Institute durchleuchtet – knapp 90 Prozent aller Kreditinstitute hierzulande. Simuliert wurde über drei Jahre eine Eskalation geopolitischer Spannungen mit neuen Handelsschranken, gestörten Lieferketten, steigenden Rohstoffpreisen und einem Rückgang des Welthandels. Hinzu kamen im Szenario höhere Zinsen sowie kräftige Kursverluste an den Aktien- und Anleihemärkten.

Unter diesen Annahmen würde die harte Kernkapitalquote der geprüften Häuser im Aggregat um rund 3,8 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent sinken. Die Aufsicht bewertet die Branche insgesamt als solide aufgestellt. Mehrere Dutzend Institute hätten im Stressfall allerdings die vorgegebenen Kapitalanforderungen unterschritten. Das sind nach Angaben der Bafin grob halb so viele wie beim vorangegangenen Test vor zwei Jahren, als mehr als 50 Häuser unter die Schwelle gerutscht waren. Auffällige Institute will die Behörde eng begleiten und bei Bedarf rechtzeitig eingreifen – etwa mit der Forderung nach zusätzlichem Kapital.

Großbanken außerhalb des nationalen Tests

Deutsche Bank selbst war nicht Teil dieser Prüfung. Die großen, systemrelevanten Häuser unterliegen der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank und werden in eigenen, EU-weiten Stresstests untersucht. Entsprechend begrenzt ist der unmittelbare Informationsgehalt der aktuellen Ergebnisse für die Aktie. Ähnlich verhalten zeigt sich Commerzbank: Das zweite große börsennotierte Geldhaus gibt leicht um 0,2 Prozent auf 41,20 Euro nach und liegt im Wochenvergleich rund ein Prozent im Minus. Auf Jahressicht steht bei Commerzbank allerdings noch ein Plus von gut einem Viertel zu Buche, während Deutsche Bank auf zwölf Monate nur rund vier Prozent zugelegt hat.

Anleiherenditen rücken in den Vordergrund

Bestimmender als der Stresstest wirkt derzeit das Zinsumfeld. Steigende Anleiherenditen haben den Gesamtmarkt in dieser Woche unter Druck gesetzt. Genau darauf richten Aktionäre der Deutschen Bank ihren Blick: Die Sorge gilt weniger der Kapitalausstattung der Branche als der Frage, wie lange der Renditeanstieg anhält und welche Rolle geopolitische Konflikte dabei spielen.

… die Sache mit den hohen Anleiherenditen macht mir Sorgen. Wenn der Irankonflikt gelöst wird, dann fallen diese auch …

Für Banken sind höhere Zinsen ein zweischneidiges Thema: Sie können die Margen im Kreditgeschäft stützen, belasten aber zugleich die Bewertung von Anleihebeständen und die Konjunkturaussichten. Diese Kombination aus Zinsanstieg und Marktkorrektur bildete auch den Kern des Aufsichtsszenarios. Sollte sich das Renditeumfeld beruhigen, könnte der Druck auf Finanzwerte nachlassen. Solange die geopolitische Unsicherheit anhält, dürften Bankaktien jedoch stärker auf Zins- und Konjunktursignale reagieren als auf die Ergebnisse nationaler Krisentests.

Bn-Redaktion/sb
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