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Infineon investiert

Milliardenprojekt für effizientere Chips 27.10.2026, 16:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Infineon investiert: Milliardenprojekt für effizientere Chips
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Energiebedarf eröffnet Wachstumschancen

Infineon setzt darauf, dass der steigende Strombedarf die Nachfrage nach effizienteren Halbleitern antreibt. Schon heute zählt die Stromversorgung von Rechenzentren zu den wichtigen Wachstumstreibern des DAX-Konzerns. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 wird in diesem Bereich ein Umsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro erwartet. Mit dem Ausbau der Fertigung will das Unternehmen weitere Anwendungen erschließen. Konzernchef Jochen Hanebeck bringt den Hintergrund auf den Punkt: „Die Welt ist energiehungrig“.

Neues Material spart Strom

Im Mittelpunkt stehen Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid, kurz GaN. Sie können deutlich schneller schalten als herkömmliche Siliziumchips und ermöglichen dadurch einen energieeffizienteren Betrieb. Einsatzmöglichkeiten sieht Infineon neben Künstlicher Intelligenz auch in Energie-Infrastruktur, Elektromobilität und Robotik. Das Marktpotenzial ist beträchtlich: Schätzungen zufolge soll sich das weltweite Marktvolumen für GaN-Chips bis 2031 auf 3,5 Milliarden Euro versechsfachen. Die neue Anlage soll damit einen Markt bedienen, dem für die kommenden Jahre starkes Wachstum zugetraut wird.

Größere Wafer erhöhen die Ausbeute

Für die Fertigung am Standort Villach in Kärnten sind Investitionen von 1,1 Milliarden Euro bis 2034 vorgesehen. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant. Infineon nutzt dafür bestehende Reinraum-Kapazitäten und bezeichnet das Projekt als weltweit erste Hochvolumenfertigung für Leistungshalbleiter dieser Generation. Ein entscheidender Produktionsvorteil liegt im Format: Die Wafer messen 300 statt bisher 200 Millimeter. Auf einer solchen Scheibe lässt sich die 2,3-fache Menge an Chips herstellen, was die Fertigung effizienter macht.

Staat unterstützt den Ausbau

Österreich unterstützt das Vorhaben mit staatlichen Beihilfen von 319 Millionen Euro im Rahmen des europäischen Chips-Gesetzes. Bundeskanzler Christian Stocker verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung des Unternehmens: „Jeder Arbeitsplatz bei Infineon sichert knapp drei weitere in Österreich.“ Der Konzern beschäftigt dort etwa 5.800 Menschen. Für die Standortwahl waren nach Hanebecks Angaben insbesondere die Kompetenz der Mitarbeitenden und ein verlässliches politisches Umfeld ausschlaggebend. Von der neuen Anlage erhofft er sich jährlich 1,5 Milliarden Euro zusätzlichen Konzernumsatz.

Aktie legt deutlich zu

An der Börse begleitet ein Kursplus die Ausbaupläne. Am Dienstag wurde die Infineon-Aktie mit 52,40 Euro gehandelt, ein Anstieg um 2,81 Prozent beziehungsweise 1,43 Euro. Das Vorhaben reiht sich in mehrere Großprojekte ein: Im Juli eröffnete Infineon ein fünf Milliarden Euro teures Werk in Dresden, die größte Einzelinvestition seiner Geschichte. Im Oktober folgte eine weitere Fertigungsanlage in Thailand. Die Expansion schafft damit zusätzliche Kapazitäten für künftiges Wachstum.

Bn-Redaktion/ar
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