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Israel-Wahl

Richtungswahl für die Ölmärkte 28.10.2026, 12:04 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Israel
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Brent steigt wieder über 110 Dollar

Brent verteuerte sich am Mittwoch zeitweise um rund 1 Prozent auf 110,88 US-Dollar je Barrel, umgerechnet rund 99,65 Euro. WTI legte ebenfalls rund 1 Prozent auf 100,96 US-Dollar zu, umgerechnet rund 90,74 Euro. Damit drehten die Ölpreise nach den Verlusten vom Dienstag wieder nach oben. Brent hatte den vorherigen Handelstag noch bei 109,75 US-Dollar beendet, WTI war auf 99,99 US-Dollar gefallen.

Israel-Wahl bringt keine klare Mehrheit

Bei der Wahl zur 26. Knesset zeichnet sich zunächst keine klare Regierungsmehrheit ab. Nach Auszählung von rund 76,8 Prozent der Wahlurnen kam der von Benjamin Netanyahu angeführte Block auf voraussichtlich 54 Sitze, das Lager um Gadi Eisenkot auf 47 Sitze. Die arabisch geführten Parteien erreichten zusammen 19 Sitze. Für eine Mehrheit im 120 Sitze umfassenden Parlament sind 61 Mandate erforderlich. Die Auszählung ist noch nicht abgeschlossen.

Ölmarkt schaut auf die Iran-Politik

Für den Rohölmarkt ist weniger die Wahl selbst als deren mögliche Wirkung auf die israelische Außen- und Sicherheitspolitik entscheidend. Händler beobachten insbesondere, welche Regierung sich bildet und welchen Kurs Israel gegenüber Iran einschlägt. Bereits die Aussicht auf längere Koalitionsverhandlungen erhöht die politische Unsicherheit. Gleichzeitig hatten neue diplomatische Gespräche mit Beteiligung von Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei am Dienstag noch Hoffnungen auf eine Entspannung ausgelöst und die Ölpreise gedrückt.

Angriff auf Saudi-Arabien erhöht den Druck

Hinzu kommen neue Risiken für die tatsächliche Ölversorgung. Die Huthi erklärten, eine große saudische Raffinerie mit einer Rakete getroffen zu haben. Eine unmittelbare Bestätigung durch Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Die Anlage verfügt über eine Verarbeitungskapazität von rund 550.000 Barrel pro Tag. Gerade solche Angriffe erhöhen die Sorge, dass der regionale Konflikt nicht nur politische Folgen hat, sondern auch Raffinerien, Pipelines und Transportwege treffen könnte.

Richtung bleibt von Geopolitik abhängig

Damit treffen am Ölmarkt derzeit gegensätzliche Kräfte aufeinander. Diplomatische Fortschritte könnten den Risikoaufschlag wieder reduzieren, während eine weitere Eskalation rund um Iran, Israel oder Saudi-Arabien die Preise erneut antreiben könnte. Auch das Ergebnis der israelischen Regierungsbildung dürfte deshalb aufmerksam verfolgt werden. Solange keine klare politische Richtung und keine nachhaltige Entspannung erkennbar sind, bleibt Brent oberhalb von 110 US-Dollar anfällig für starke Ausschläge in beide Richtungen.

Bn-Redaktion/tb
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