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KI Überkapazität

Meta erschüttert Chip Aktien 02.07.2026, 20:15 Uhr Jetzt kommentieren: 0

Meta
© Foto von Mariia Shalabaieva auf Unsplash
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Meta Platforms (A) 512,65 EUR -4,89 % L&S Exchange

Meta Pläne treffen den Nerv des Marktes

Meta prüft nach den vorliegenden Informationen den Aufbau eines Cloud Infrastrukturgeschäfts, über das externe Kunden Zugang zu KI Rechenleistung und KI Modellen erhalten könnten. Damit würde der Konzern in ein Feld vordringen, das bislang von Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud dominiert wird. Auch der Verkauf roher Rechenkapazität steht offenbar zur Diskussion. Für Anleger ist das brisant, weil Meta in den vergangenen Quartalen enorme Summen in Rechenzentren und Chips gesteckt hat.

Sorge vor zu viel Kapazität

An der Börse wurde die Nachricht zunächst positiv aufgenommen. Die Meta Aktie sprang am Mittwoch zeitweise um 9,3 Prozent auf 540,00 Euro. Am Donnerstag drehte die Stimmung jedoch. Der Gedanke dahinter: Wenn Meta überschüssige Kapazität verkaufen will, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass die eigene Nachfrage nach KI Anwendungen nicht ausreicht. Marktanalyst Andreas Lipkow sagte: „Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor“.

Chipwerte geraten kräftig unter Druck

Besonders hart traf es Halbleiter und Speicherwerte. Micron verlor am Vorabend bereits mehr als zehn Prozent und gab anschließend nochmals um zwei Prozent nach. SK Hynix folgte den Rücksetzern an der Nasdaq mit einem drastischen Kursrutsch und zog den Kospi in Seoul um fast acht Prozent nach unten. Stephen Innes sprach von einem „Stresstest für den gehebelten KI- und Halbleitersektor“. In Deutschland fielen Infineon um zwei Prozent, während Suss Microtec, Aixtron, PVA Tepla und LPKF teils bis zu zehn Prozent verloren.

Zuckerberg hält Option offen

Meta Chef Mark Zuckerberg hatte bereits im Mai erklärt, der Verkauf von Rechenleistung sei „definitely on the table“. Zugleich sagte er: „We haven’t done that yet because we think we have a use for the compute“. Genau diese Aussage wird nun neu bewertet. Sollte Meta tatsächlich überkapazitäten monetarisieren, könnte das einen Teil der hohen Investitionen abfedern. Bleibt die Auslastung aber schwächer als erwartet, würde das die Zweifel am KI Investitionszyklus verstärken.

UBS bleibt optimistisch

Die UBS hält dennoch an der Einstufung „Buy“ für Meta fest und nennt ein Kursziel von 758,84 Euro. Analyst Stephen Ju sieht mögliche zusätzliche Umsätze als pragmatische Antwort auf den langen Zeithorizont der Investitionen. Gleichzeitig bleibt das Risiko für den gesamten KI Sektor sichtbar. Der US Chipwerte Index SOX hatte sich zeitweise stark erholt, verlor zuletzt aber rund zwölf Prozent von seinem Rekordhoch. Die Rally des ersten Halbjahrs steht damit vor einem neuen Belastungstest.

Bn-Redaktion/tb
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