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Kurse wie 2013

Nike fällt nach Zahlenschock unter 30 Euro 05.10.2026, 15:42 Uhr Jetzt kommentieren: 0

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Name Aktuell Diff. Börse
Nike (B) 30,02 EUR -0,13 % Baader Bank
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Nike kommt auch zum Wochenstart nicht zur Ruhe. Die Aktie des Sportartikelkonzerns verliert am Montag rund 1,3 Prozent auf 29,69 Euro und rutscht damit unter die Marke von 30 Euro, nachdem sie schon am Freitag nach dem Quartalsbericht in New York zeitweise um gut neun Prozent auf den tiefsten Stand seit 2013 abgesackt war. Binnen eines Jahres hat sich der Kurs mehr als halbiert.

Belastend kommt das Umfeld hinzu: Nike-Chef Elliott Hill sieht die Verbraucher bei ihren Ausgaben zurückhaltend, zugleich liegt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen inzwischen über fünf Prozent. Unter Aktionären ist die Stimmung entsprechend gedrückt.

Ausblick unterbietet selbst niedrige Erwartungen

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende August sank der Umsatz um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar, der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Beim Ergebnis übertraf Nike die Schätzungen zwar, doch für das bis Ende Mai 2027 laufende Geschäftsjahr stellt der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Der Markt hatte lediglich mit einem Minus von 2,4 Prozent gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 1,15 bis 1,35 Dollar erreichen.

Vor den Zahlen hatten mehrere Anleger darauf gesetzt, dass die Messlatte niedrig genug liege und das meiste bereits im Kurs stecke.

Also des ist ja schon Wahnsinn. Egal wo man im Internet liest, du findest nix positives zu Nike. Des einzige worauf ich hoffe das die Messlatte halt schon niedrig liegt und des meiste eingepreist ist

Genau diese Hoffnung hat der Ausblick zunichtegemacht. Dass Nike die niedrigen Erwartungen nicht einmal erfüllt habe, ist nach Veröffentlichung der Tenor. Dagegen gehalten wird, dass ein Quartalsumsatz von 11,2 Milliarden Dollar weiterhin beachtlich sei und der Ergebnis-Beat vom Markt übergangen werde – Schwachpunkt bleibe allerdings die Marge. Die Reaktionen schwanken zwischen Ernüchterung und Trotz.

China-Geschäft schrumpft weiter

Bei Goldman Sachs wurde vor allem auf den zunehmenden Druck in den Bereichen Nike Sportswear, Jordan Brand und im China-Geschäft verwiesen. In Greater China ging der Umsatz im Quartal um mehr als ein Fünftel zurück. Überrascht zeigen sich Anleger davon kaum: Eine weitere Schwäche in China sei längst erwartet worden. Die Marke habe in Asien deutlich an Strahlkraft verloren, lautet ein Einwand. Der Ton ist nüchtern bis abgeklärt.

Banken kappen Kursziele bis auf 30 Dollar

Goldman Sachs senkte das Kursziel von 38 auf 30 Dollar bei „Neutral“, JPMorgan von 40 auf 33 Dollar bei „Underweight“, UBS von 42 auf 34 Dollar bei „Neutral“. Bei UBS hieß es, das Ende der Talfahrt sei wohl noch nicht in Sicht, die Bewertung trotz des Abwärtstrends nicht günstig. Bei der Citigroup wurde kritisiert, die Anlagestory werde zunehmend von Kostensenkungen dominiert. Diese Einschätzungen stellen keine redaktionelle Empfehlung dar. Nike will mit einem verschärften Sanierungsprogramm samt Stellenabbau über die kommenden Jahre 2,5 Milliarden Dollar einsparen.

Auf Aktionärsseite ist die Geduld vielfach aufgebraucht. Von einem Fass ohne Boden ist die Rede, das Risiko sei zu groß geworden, der Weg aus der Krise noch lang. Die Telefonkonferenz mit Analysten sei wenig aufschlussreich gewesen, auch wenn Hill sich beim Umbau in China zuversichtlich gezeigt habe. Die Stimmung wirkt resigniert.

Anleiherenditen nehmen der Dividende den Glanz

Hinzu kommt das Zinsumfeld. Aus Anlegersicht verliert die Nike-Dividende an Reiz, wenn US-Staatsanleihen höhere Renditen abwerfen – dieser Vergleich wird gleich mehrfach gezogen. Bei der neuen Gewinnprognose könnte die Ausschüttung zudem nahezu den gesamten bereinigten Gewinn aufzehren, so die Rechnung. Solange die Anleiherenditen stiegen, werde sich bei der Aktie kaum etwas bewegen.

Die deutschen Konkurrenten bleiben am Montag ebenfalls nicht verschont: adidas verliert rund 1,3 Prozent auf 142,38 Euro, Puma etwa 1,6 Prozent auf 21,83 Euro. Am Freitag hatten Börsianer die Probleme von Nike noch als weitgehend hausgemacht bezeichnet. Bei der Citigroup wird sogar erwartet, dass Adidas und Puma dem Branchenprimus Marktanteile abjagen könnten.

Bn-Redaktion/sb
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